News aus Baden-Württemberg
Klimafreundliche Schifffahrt auf dem Bodensee: Bald keine neuen Zulassungen für Verbrenner-Boote

News aus Baden-Württemberg Klimafreundliche Schifffahrt auf dem Bodensee: Bald keine neuen Zulassungen für Verbrenner-Boote

Quelle: Felix Kästle/dpa/Symbolbild
dpa

Die Schifffahrt auf dem Bodensee soll nach dem Willen der Politik klimafreundlicher werden.

«Um Klimaneutralität zu schaffen, sollen bald keine neuen Boote mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren mehr auf dem Bodensee zugelassen werden», teilte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Freitag anlässlich des ersten Klimadialogs zur Bodenseeschifffahrt auf der Insel Mainau mit. Einen Zeithorizont dafür nannte Hermann nicht. Der Dialog sollte Raum für einen ersten größeren Austausch zu dem Thema klimaneutrale Bodensee-Schifffahrt bieten.

In ersten Schritten wird die Schifffahrt auf dem Bodensee schon ökologischer. Seit ein paar Wochen verkehrt zwischen Meersburg und Konstanz etwa eine Fähre, die mit einem Gasmotor betrieben wird. Die Autofähre soll künftig mit Biomethan befüllt werden und dadurch weitgehend klimaneutral sein.

Seit Juli 2022 ist das erste E-Passagierschiff vor der Insel Mainau im Einsatz. Die «MS Insel Mainau» soll nicht das einzige Schiff mit Elektroantrieb bleiben. Das Ziel sei, die Flotte bis zum Jahr 2035 umzustellen, teilten die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) im Rahmen des Klimadialogs mit.

Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der bayerischen Landesregierung soll klären, wie klimaneutrale Schifffahrt auf dem Bodensee funktionieren kann. Bislang gebe es keine Regelwerke zu den CO2-Emissionen, erklärte Professor Werner Tillmetz laut Mitteilung. Die größten Verursacher von Klimagasen auf dem Bodensee seien die rund 13.800 leistungsstarken Motorsportboote – gefolgt von den ganzjährig betriebenen Fähren und Katamaranen sowie den saisonal eingesetzten Fahrgastschiffen.

Diese drei Gruppen seien für 90 Prozent der CO2-Emissionen von etwa 50.000 Tonnen im Jahr verantwortlich. Für die Energiewende auf dem Bodensee sei der flüssige grüne Kraftstoff E-Methanol die sinnvollste Lösung. Eine gemeinsame Vorgehensweise aller Akteure, also auch Österreichs und der Schweiz, sei entscheidend für den Erfolg.

«Es reicht nicht aus, sich ehrgeizige Klimaziele zu setzen», ergänzte Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker (Grüne). «Jetzt müssen wir die konkreten Schritte zu diesen Zielen gehen.»

 

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