Corona in Baden-Württemberg
Kritik an Regierung für Umgang mit Senioren in Pandemie

Corona in Baden-Württemberg Kritik an Regierung für Umgang mit Senioren in Pandemie

Quelle: Peter Steffen/dpa

Der Thüringer Landtag hat den Umgang der Landesregierung mit Senioren während der Corona-Lockdowns deutlich kritisiert – mit einem über die politischen Lagergrenzen hinweg getragenen Beschluss.

Die Interessenvertretungen von Senioren seien bei Entscheidungen zu den Corona-Schutzmaßnahmen «nur unzureichend» beteiligt worden, heißt es in dem Beschluss, der am Donnerstag mit den Stimmen von Linke, SPD, Grüne, CDU und FDP verabschiedet wurde.

Die Gründe für die mangelnde Beteiligung müssten aufgearbeitet werden. Zudem müsse die Landesregierung eine Konzeption für die Krisenkommunikation insbesondere in pandemischen Lagen erarbeiten. Anders als bei der Beratung von Anträgen üblich, ergriffen kein Vertreter der Landesregierung das Wort. Die AfD-Fraktion enthielt sich bei der Abstimmung zu dem Beschluss.

Während der Beratung des Antrages, der zu dem Beschluss führte, kritisierten mehrere Parlamentarier, es sei vor allem unmenschlich gewesen, in den Pflegeheimen den Zugang von Angehörigen teils massiv zu beschränken. Der SPD-Abgeordnete Denny Möller verwies allerdings darauf, dass es für die Politik stets schwierig gewesen sei, die Balance zwischen dem größtmöglichen Schutz von Senioren vor dem Coronavirus auf der einen und dem für sie unbedingt nötigen Maß an Freiheiten auf der anderen Seite zu finden. «Es gab keine Blaupause dazu.»

Vor allem während der Anfangsphase der Corona-Pandemie hatte es zahlreichen Einschränkungen gegeben, die vor allem alte Menschen in Pflegeheimen unmittelbar getroffen hatten. Lange Zeit konnten sie keinen Besuch von Angehörigen oder Seelsorgern empfangen. Nicht wenige der Menschen, die in Pflegeheimen lebten und in der Hochphase der Pandemie gestorben sind, konnten sich nicht von ihren Angehörigen verabschieden.

In dem Beschluss des Landtages heißt es, eigentlich hätte der Landesseniorenrat qua Gesetz bei der Erarbeitung der Corona-Verordnungen der Landesregierung miteinbezogen werden müssen. Dies sei aber unterblieben. Die Regierung wird auch aufgefordert, eine Befragung zu beauftragen, die ergründen soll, wie sich die Lebensqualität unter anderem von Bewohnern von Pflegeheimen während der Pandemie entwickelt hat.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hatte bereits im Oktober 2021 eingeräumt, dass verschiedene Lockdown-Beschlüsse der Landesregierung alte und pflegebedürftige Menschen unverhältnismäßig stark belastet hatten. «Rückblickend würde ich sagen: Das kann man so nicht machen», sagte sie damals. «Da ist viel Leid entstanden – nicht nur bei den Bewohnerinnen und Bewohnern der Heime, sondern auch bei den Pflegenden, die schlimme Sachen aushalten mussten.»

 

Weitere Nachrichten

Verwechslungsgefahr! Wildkätzchen bitte nicht mitnehmen – Gefahr für die Art

Wildkätzchen werden oft mit Hauskatzenbabys verwechselt. Warum das Mitnehmen aus dem Wald der streng geschützten Art schadet, erklärt eine Expertin des BUND.

Gefährdete Tiere: Affenberg am Bodensee wächst mit neuem Nachwuchs

Süßer Zuwachs am Affenberg: Drei Affenbabys sind da, weitere sollen noch kommen. Warum Besucher Abstand halten müssen.

BGH in Karlsruhe bestätigt lebenslange Haft nach Mord an Psychologin

Ein Mann wird im vergangenen August wegen Mordes an einer schwangeren Psychologin zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof sieht darin keine Rechtsfehler.

Mutter und Sohn tot in Wohnung im Kreis Karlsruhe aufgefunden – Hintergründe noch unklar

Eine 61-Jährige und ihr Sohn liegen tot in ihrer Wohnung. Details werden nicht mitgeteilt. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Psychiatriepatient stirbt während Fixierung durch Polizisten in Wiesloch

Ein Patient verhält sich laut Behördenangaben aggressiv, die Pfleger in der Psychiatrie holen die Polizei zu Hilfe. Am Ende ist der Mann tot. Was bisher bekannt ist.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.