News
Laut Steuerschätzung: Weniger Geld für Kommunen im Land

News Laut Steuerschätzung: Weniger Geld für Kommunen im Land

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa
dpa

Zuletzt rissen ausbleibende Steuern tiefe Löcher in den Landeshaushalt. Die aktuelle Steuerschätzung fällt gar nicht so übel aus – aber nur für das Land.

Die Finanzkrise von Städten und Gemeinden verschärft sich: Den Kommunen steht laut der aktuellen Steuerschätzung deutlich weniger Geld zur Verfügung als noch vor kurzem erwartet. Die aktuelle Schätzung sieht Mindereinnahmen im Vergleich zur Oktober-Schätzung in Höhe von Hunderten Millionen Euro vor, wie das Finanzministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Konkret sollen die Kommunen den Experten zufolge in diesem Jahr 383 Millionen Euro weniger einnehmen, im Jahr 2026 467 Millionen Euro.

Viele Kassen von Städten und Gemeinden sind leer, es drohen zahlreiche Haushaltssperren. Das Land hatte vor wenigen Tagen erst bekanntgegeben, dass es den finanziell schwer angeschlagenen Kommunen etwa drei Milliarden Euro aus dem Kommunalen Finanzausgleich früher auszahlen will als geplant, um die Haushalte in den Rathäusern etwas zu stabilisieren.

Keine große Veränderung fürs Land

Die Steuerschätzung für das Land fällt eher gemischt aus: Für dieses Jahr prognostizieren die Schätzer etwas mehr Geld (143 Millionen Euro), im kommenden Jahr etwas weniger (131 Millionen Euro). Angesichts eines Volumens des Doppelhaushalts von rund 135 Milliarden Euro für 2025 und 2026 ist das nicht viel Geld.

«Angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten war zu erwarten, dass wir nicht mit deutlichen Mehreinnahmen rechnen können», sagte Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne). «Für dieses und nächstes Jahr kommen wir dank unserer vorausschauenden Vorsorge praktisch auf Null raus. Das heißt: kein Einbruch der Steuereinnahmen, aber eben auch keine zusätzlichen finanziellen Spielräume durch Mehreinnahmen.»

In der Schätzung seien erstmals steuerliche Entlastungen für die Bürger enthalten, die vergangenes Jahr im Bund beschlossen worden seien, heißt es aus dem Finanzministerium. Im Land habe man dafür im Haushalt vorgesorgt mit knapp 1,1 Milliarden Euro. «Ohne diese finanzielle Vorsorge wäre die Steuerschätzung für das Land deutlich schlechter ausgefallen.» Die Vorsorge sei nun aber aufgebraucht.

Weitere Steuerentlastungen geplant

Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, errechnen Experten, mit wie viel Steuereinnahmen der Staat rechnen darf. Der Ausblick für den Bund sieht alles andere als rosig aus: Die neue schwarz-rote Bundesregierung muss bis 2029 mit 33,3 Milliarden Euro weniger rechnen, als man noch im Oktober dachte. Nicht nur Steuerentlastungen, auch die schlechte konjunkturelle Lage führen zu Mindereinnahmen.

Die neue Bundesregierung plant weitere Steuerentlastungen, will etwa Abschreibungsregeln für Investitionen ändern. Die sind in der aktuellen Schätzung noch nicht berücksichtigt. Laut Bayaz stehen Land und Kommunen vor einem finanziellen Kraftakt. «In der Sache sind die geplanten steuerlichen Vergünstigungen von Investitionen richtig. Allerdings werden sie uns allein im Jahr 2026 einen dreistelligen Millionenbetrag kosten, in den darauffolgenden Jahren steigt dieser Betrag deutlich.»

 

Weitere Nachrichten

Außergewöhnliche Lage in den Alpen: Welche Gefahren drohen

Warum alte Karten und späte Tourenstartzeiten in den Alpen jetzt besonders gefährlich werden – Experten geben wichtige Tipps für sichere Bergtouren.

Diese Frau will in Karlsruhe Pionierarbeit am Quantencomputer leisten

Mathematikerin Ada Lovelace war im 19. Jahrhundert eine Pionierin im Programmieren. Beim Quantencomputing-Studium in Karlsruhe kann man in ihre Fußstapfen treten. Erste Einschreibung: von einer Frau.

Karlsruher Hochschule will Diamanten kaufen - und sammelt Spenden

Der Edelstein soll Herzstück eines Quantencomputers sein: Was die Hochschule Karlsruhe damit vorhat, warum es um Pioniergeist geht und was ein früherer Absolvent verspricht.

Niedriger Wasserstand an der Donau: Ungarn stoppt Atomkraftwerk – Stromversorgung unter Druck

Die Donau führt so wenig Wasser wie nie: Ungarn schaltet erstmals sein Atomkraftwerk komplett ab. Was das für Stromverbraucher jetzt bedeutet.

Viel Stau zur Ferienzeit: Autofahrer brauchen Geduld

Der Ferienstart in Bayern und Baden-Württemberg bringt viele Staus auf die Autobahnen. Der ADAC meldet bis zu 600 Kilometer Stau zur Mittagszeit.

Runter vom Gas: Was Autofahrer zur Speedweek im Südwesten wissen müssen

Unfallträchtige Strecken, Schulen, Baustellen – bei der Blitzerwoche wird an vielen Stellen kontrolliert. Bei der Aktion im April wurden in Baden-Württemberg mehr als 58.000 Verstöße festgestellt.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.