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Laut Studie: Eintagsfliegen akrobatisch auf Wolke sieben beim Sex

News Laut Studie: Eintagsfliegen akrobatisch auf Wolke sieben beim Sex

Quelle: -/Naturkundemuseum Stuttgart/dpa
dpa

Beim Sex zwischen den kurzlebigen Eintagsfliegen wird es artistisch: Mit «Genitalfüßen» und Doppelpenis vollführen sie einen gelenkigen Liebesakt in der Luft. Wie genau machen sie das?

Sich äußerst gelenkig im Fliegen lieben und das möglichst schnell: Wie Eintagsfliegen das in ihrem doch sehr kurzen Leben schaffen, zeigt nun eine Studie des Naturkundemuseums Stuttgart. Forscher haben dafür – etwas indiskret – erstmals das Paarungsritual der Insekten der Gattung Ecdyonurus in den Blick genommen und mithilfe modernster Computertomographie detailgenau analysiert. Die Liebespaare mussten dafür allerdings schockgefrostet werden.

 

Doppelpenis und Paarungstasche

Die Bilder förderten erstaunliche akrobatische Fähigkeiten und ganz besondere körperliche Eigenschaften der Tiere zutage: Das Männchen fliegt das Weibchen von unten an, umschlingt es vorne mit verlängerten Vorderbeinen und klammert sich dann hinten mit, ja, speziellen «Genitalfüßen» fest. Dann biegt es den Hinterleib nach oben, um den Liebesakt einzuleiten. Das Geschlechtsteil der Männerfliege ist ein etwa 0,8 Millimeter langer, doppelter Penis mit zwei Penis-Stacheln. Die Weibchen besitzen zwei Eileiter, die getrennt in eine Paarungstasche auf der Unterseite des Hinterleibs münden.

 

Beim Liebesspiel schockgefrostet und per CT untersucht

Um all das genau zeigen zu können, wurden Eintagsfliegen während ihres Liebesspiels mit einem Kescher aus der Luft gefangen und anschließend mit Vereisungsspray in der Paarungsstellung schockgefrostet. Mithilfe der CT-Aufnahmen gelang es den Wissenschaftlern dann, das Zusammenspiel der Geschlechtsorgane bei der Paarung erstmals dreidimensional darzustellen.

«Der akrobatische Paarungsflug, verknüpft mit direkter innerer Befruchtung und einer einzigartigen Körperhaltung, ist ein hochspezialisiertes Verhalten und evolutionär bemerkenswert», sagt dazu Benedict Stocker, Erstautor der Studie und Entomologe am Naturkundemuseum. Die gewonnenen Erkenntnisse trügen auch maßgeblich dazu bei, neben Einblicken in das Sexleben der Tiere die Entwicklung komplexer Fortpflanzungsmechanismen bei Fluginsekten zu verstehen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift «Insect Systematics and Diversity» veröffentlicht.

 

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