Dachse zu Besuch in Grötzingen
Lebensweise & Umgang – Forstamt informiert über Dachse

Dachse zu Besuch in Grötzingen Lebensweise & Umgang – Forstamt informiert über Dachse

Quelle: Marek / ForstBW

Das Forstamt informiert in einer Pressemitteilung der Stadt Karlsruhe über die Lebensweise von Dachsen und den Umgang mit den Tieren. Diese lassen sich oft in der Nacht und bei Dämmerung in den Hohlwegen rund um den Stadtteil Grötzingen antreffen.

Der Dachs in Karlsruhe – auch am Tag aktiv

Dachse sind meist in der Nacht und bei Dämmerung unterwegs – doch immer häufiger ist der zur Familie der Marder gehörende Dachs auch tagsüber auf Tour. Grund dafür ist die Eigenschaft der Tiere, sich als sogenannte Kulturfolger den menschlichen Lebensräumen anzupassen, erklärt die Stadt in einer Pressemitteilung. Jetzt im Winter findet der Dachs in den Gärten Nahrung im Komposthaufen, im Beet und unter dem gepflegten Rasen. Aber auch Katzen- und Vogelfutter mundet dem Dachs sehr.

Von den milden Wintern und der Abwärme von Häusern und Autos profitiert er ebenfalls. Anders als seine Artgenossen im Schwarzwald, muss er sich in den Karlsruher Siedlungen nicht damit beeilen, einen ordentlichen Winterspeck anzufressen, bevor er in die Winterruhe geht. Er braucht diese eigentlich gar nicht mehr, da er auch in der kalten Jahreszeit ausreichend Nahrung findet. Deshalb ist es nicht mehr ungewöhnlich, Dachse tagsüber anzutreffen.

 

Dachse wohnen häufiger unter Garagen & Co.

Da der Dachs dementsprechend näher an seine „Futterquellen“ zieht, wohnt er nicht mehr wie gewohnt an Hängen und Böschungen, sondern hebt für seine Baue das lockere Erdmaterial unter Garagen, Carports und Treppen aus. Auch wenn diese Baue nicht seinen architektonischen Fähigkeiten entsprechen, kommt er damit gut zurecht, da es dort trocken, warm und geschützt ist.

Doch für Anwohner kann ständiger Dachs-Besuch zu einem echten Konflikt werden. Der Dachsbau unter Fundamenten kann zu Schäden führen und seine nächtlichen Grabungen verärgern Gartenbesitzer. Zudem befürchten viele die Übertragung von Wildkrankheiten oder Beißattacken. Hier beruhigt der städtische Wildtierbeauftragte Stefan Lenhard. Laut dem Experten würden Dachse nur dann aggressiv, wenn sie krank oder verletzt sind oder in die Enge gedrängt werden. Auf Menschen übertragbare Wildkrankheiten seien im Stadtgebiet nicht bekannt. Allerdings können Hunde und Katzen Parasiten über den Kot des Dachses aufnehmen.

 

Mögliche Maßnahmen gegen den Dachs-Besuch

Wer keinen Dachs auf seinem Grundstück möchte, sollte sich um einen engmaschigen Zaun von mindestens 1,20 Meter Höhe bemühen, der in den Boden eingearbeitet ist. Dieser muss regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden. Zudem sollte Tierfutter aus dem Garten entfernt werden und es empfiehlt sich, Abfalltonnen und den Kompostplatz im Garten unzugänglich zu machen.

Werden erste Grabversuche eines Dachsbaus an einem Gebäude entdeckt, können die Löcher wieder mit Erde geschlossen und mit einem Brett oder Blumentopf abgedeckt werden. Geht das Loch bereits so weit unter das Gebäude, dass das Ende der Röhre nicht erkennbar ist, ist Vorsicht geboten. Ein Abdecken des Baus hätte dann zur Folge, dass der Dachs verhungert und erstickt. Solche Maßnahmen sind aus Tierschutz-Gründen nicht zulässig. In einem solchen Fall sollte fachmännischer Rat beim städtischen Wildtierbeauftragten eingeholt werden.

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