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Miese Stimmung in Sandhausen: Fans sauer auf Vereinsführung

Fußball Miese Stimmung in Sandhausen: Fans sauer auf Vereinsführung

Quelle: Uwe Anspach

Nach dem Fehlstart in die Saison herrscht beim Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen ein Reizklima. Schon während des 0:0 im Baden-Derby gegen den Karlsruher SC äußern die Fans ihren Unmut über Präsident und Sportchef.

Nach dem vierten Pflichtspiel ohne Sieg und eigenem Tor droht die Stimmung beim SV Sandhausen zu kippen. Zwar holte der Fußball-Zweitligist am Samstag beim 0:0 gegen den noch ungeschlagenen Karlsruher SC immerhin den ersten Punkt in dieser Saison, im Fanblock der Gastgeber waren aber viele kritische Plakate in Richtung der Clubführung zu sehen. «Niemand ist größer als der Verein. Auch nicht Jürgen Machmeier», war dort ebenso zu lesen wie: «Mikayil Kabaca und Jürgen Machmeier, ihr verspielt die Identität unseres Vereins.» Machmeier ist der Präsident, Kabaca der Sportliche Leiter des SVS.

Stellung beziehen wollten die Verantwortlichen nach dem badischen Derby vor insgesamt 4908 Zuschauern nicht. «Stand jetzt ist, dass der Verein sich momentan nicht dazu äußert», sagte Pressesprecher Markus Beer. In der Liga steht der Fastabsteiger der Vorsaison mit einem Punkt und 0:5 Toren nach drei Spieltagen schon wieder im Tabellenkeller, dazu kommt das 0:4 im DFB-Pokal gegen RB Leipzig.

Der Hauptgrund für die negative Stimmung ist aber ein anderer. Mit dem Wechsel von Denis Linsmayer zum Ligakonkurrenten FC Ingolstadt ist den Nordbadenern eine weitere Identifikationsfigur verloren gegangen. Der 29-Jährige musste aus sportlichen Gründen nach acht Jahren gehen. Verstehen konnten das die wenigsten Anhänger, sie machen nun Kabaca und Machmeier für den Abgang verantwortlich.

Dabei zeichnete sich der SVS jahrelang als familiärer Club aus, bei dem Solidarität, Kameradschaft und Verbundenheit über allem anderen standen. Machmeier betonte eingangs der Saison nicht umsonst: «Ich habe den Spielern gesagt, dass der SV Sandhausen immer einen Schritt mehr machen und 20 Prozent mehr geben muss als der Gegner, sonst werden wir in dieser Liga kein Spiel gewinnen.» Bisher aber fehlte es genau an dieser Einsatzbereitschaft.

Anstelle von Profis wie Linsmayer, die sich immer für die Belange des Vereins am kleinsten Zweitliga-Standort einsetzten, kamen schon im Vorjahr unter anderem der frühere Champions-League-Sieger Diego Contento und der bundesligaerfahrene Alexander Esswein. Erfüllen konnten diese Spieler die Erwartungen und den gestiegenen Anspruch am Hardtwald südlich von Heidelberg nicht. Contento musste nach einer Saison wieder gehen. Nun greifen auch die jüngsten Neuverpflichtungen von Kabaca und Machmeier noch nicht – und der Druck steigt.

 

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