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Miniaturesel in Baden-Württemberg: Wer nicht krault, kriegt einen Schubser

Nachrichten Miniaturesel in Baden-Württemberg: Wer nicht krault, kriegt einen Schubser

Quelle: Stefan Puchner/dpa/Produktion
dpa

Die Miniaturesel von Alois Rapp sind keinen Meter groß und werden immer beliebter – völlig zurecht, findet der Züchter in Oberschwaben. Besucher dürfen die Tiere kraulen, striegeln und spazieren.

Die Esel von Alois Rapp sind klein – wirklich klein. In einem Ortsteil von Ochsenhausen (Kreis Biberach) stapfen ausgewachsene Tiere mit einem Stockmaß von nur 65 Zentimetern über eine Wiese und lassen sich das Gras schmecken.

Rapp züchtet amerikanische Miniaturesel – nicht zu verwechseln mit Zwergeseln. Miniaturesel seien maximal 86 Zentimeter groß, erklärt der 59-Jährige. Sind sie besonders klein, spricht man von Mikro-Miniatureseln. Die haben dann sogar nur eine Widerristhöhe von 65 Zentimetern – ungefähr so groß wie ein Schäferhund.

Auf gut 3000 Quadratmetern können die 15 Esel toben, grasen und sich wälzen. Derzeit sind sogar zwei Fohlen dabei. Die Miniaturesel-Babys sind nur einen knappen halben Meter groß – und schon zutraulich. Von Besuchern fordern sich die Tiere Streicheleinheiten ein, und das auch gerne mit Nachdruck. Wird nicht gekrault, gibt’s einen kleinen Schubser mit der Eselnase. Abends geht es in den Stall. Nötig sei das in den Sommermonaten nicht, sagt der Züchter. Aber es seien eben Gewohnheitstiere. Regenwetter mögen die Tiere laut Rapp so gar nicht. «Dann stehen sie alle unterm Dach vor dem Stall.»

Im Hauptberuf arbeitet der gelernte Fliesenleger in der Industrie. Die Esel sind nur ein Hobby, für Rapp – aber das schönste. «Der Esel gibt einem so viel», schwärmt er. «Er ist so beruhigend.» Seit 30 Jahren hat er Esel, seit 10 Miniaturesel. Die Liebe zu den Tieren steckt offenbar an. Eine Website hat Rapp nicht, trotzdem erreichen ihn immer mehr Anfragen zum Teil sogar aus dem Ausland. Viele wollen mit seinen Eseln spazieren, andere wollen Fohlen kaufen.

Rebekka Müller besucht die Eselwiese regelmäßig mit ihren Kindern Max (4) und Paul (7). Bedenken hätten sich schnell in Luft aufgelöst. Mittlerweile seien die Esel praktisch Teil der Familie. Ist Rapp in Urlaub, kümmert sich Müller um die Tiere. «Die sind einfach so lieb und knuffig», sagt sie. Entspannung pur vom Alltagsstress.

Auch Nadine Naß und Nicole Schmid kommen regelmäßig zu Rapps Eseln. «Die sind einfach von Anfang an zutraulich, kommen zu einem her, schmusen mit einem, lassen sich streicheln, mögen gekrault werden», schwärmt Naß. «Das ist einfach ein ganz, ganz einzigartiges Erlebnis.» Anschauen, Kraulen, Striegeln und Spazierengehen, all das erlaubt Rapp Besuchern. Derzeit laufe das nach Absprache und privat. In Zukunft kann er sich auch vorstellen, professionelle Eselwanderungen anzubieten.

Esel sind im Trend sagt Rapp, vor allem die kleinen. Werden Tiere klein gezüchtet, gibt es oft Kritik. Rapp weist das im Fall der Miniaturesel zurück. Es handele sich dabei um eine Reinzucht, bei der die Proportionen stimmen müssen und «einfach alles passt». Auch Heidi Kübler, Präsidentin der Landestierärztekammer Baden-Württemberg sagt: «Bei den Miniatureseln oder Mikroeseln sind mir bisher keine zuchtbedingten Probleme bekannt.» Ausschließen würde sie es zwar nicht, aber: «Da es sich bei den Ursprungstieren um eine sehr alte Rasse handelt, würde ich eher nicht mit Problemen rechnen.»

 

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