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Mit Hightech-Drohnen gegen den Kormoran am Bodensee

News Mit Hightech-Drohnen gegen den Kormoran am Bodensee

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
dpa

Mit Hightech gegen den Fischjäger am Bodensee: Ab 2026 sollen Drohnen gegen Kormorane eingesetzt werden. Doch was genau können die Drohnen ausrichten?

Im Kampf gegen den als Fischräuber berüchtigten Kormoran sollen Anfang des kommenden Jahres Drohnen eingesetzt werden. Ein Prototyp einer modifizierten Agrardrohne sei erfolgreich getestet worden, teilten das Umwelt- und das Agrarministerium in Stuttgart mit. Mit der Drohne sollen die Eier der baumbrütenden Kormorane in Nestern eingeölt werden.

«Anfang 2026 sollen erste Pilotversuche in einer Kormorankolonie am Bodensee durchgeführt werden», teilten das Umwelt- und das Agrarministerium in Stuttgart mit. Der Jagdvogel ist eine EU-weit geschützte Art.

Was macht die Drohne genau?

Die modifizierte Agrardrohne hat einen Auslegearm, über den die Eier in Nestern von Kormoranen auf Bäumen mit Öl eingesprüht werden sollen. Durch die Benetzung der Eier mit Öl entwickeln sich diese nicht weiter, so dass der Bruterfolg sinkt.

Die technische Machbarkeit sei bereits bestätigt, ein Prototyp gebaut und ein erster Testflug durchgeführt worden. «Ob der Einsatz auch in der Praxis gelingt, sollen Versuche im Rahmen des geplanten Projektes zeigen», sagte ein Sprecher des Agrarministeriums.

An welcher Kolonie der erste Versuch stattfinden soll, steht nach Behördenangaben noch nicht fest. Der Drohneneinsatz hänge auch von der Anzahl der brütenden Kormorane und anderen Faktoren im kommenden Jahr ab. Das Projekt endet im Dezember 2028.

Warum wird der Kormoran gefürchtet?

Gut ein halbes Kilogramm Fisch kann einer der dunklen Zugvögel allein laut Experten am Tag verspeisen. Deswegen haben vor allem Berufsfischer Probleme mit dem Tier.

Die Zahl der Kormorane steigt laut Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg immer weiter an. Naturschützer sind gegen einen systematischen Abschuss oder andere Vergrämungsmaßnahmen, viele Experten und Fischer sprechen sich aber dafür aus. Es wird an einem umfassenden Kormoran-Management gearbeitet.

Was ist denn bitte ein Kormoran-Management?

Der Drohneneinsatz ist Teil eines Projektes der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK). Die Aktion, die den Jagdvogel stoppen soll, trägt laut Agrarministerium den Namen «Fischartenschutz und Kormoran-Management am Bodensee». Die Vorgehensweise gegen den Kormoran besteht aus unterschiedlichen Bausteinen, Abschüsse gehören auch dazu.

Diskutiert wird schon lange ein sogenanntes Kormoran-Management, das rund um den Bodensee gelten könnte. Dazu gab es auch einen Dialogprozess mit Dutzenden Einzelgesprächen, Foren und zig Konsensformulierungen. Auch auf diesem Prozess beruhen die nun geplanten Maßnahmen.

Im Expertenkreis bei der Planung waren Vertreter aus allen Anrainerstaaten vertreten. Sie kamen zum Beispiel aus den Naturschutz-, Fischerei- und Jagdverwaltungen sowie aus Naturschutz- und Fischereiverbänden.

Aus Sicht des Umweltministeriums ist der Fischartenschutz am Bodensee und an seinen Zuflüsse beim grenzüberschreitenden Umgang mit dem Kormoran eine andauernde Herausforderung.

 

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