News aus Baden-Württemberg
Nach Fällen im Karlsruher Zoo: Vogelgrippe breitet sich weiter aus

News aus Baden-Württemberg Nach Fällen im Karlsruher Zoo: Vogelgrippe breitet sich weiter aus

Quelle: Uwe Anspach
dpa

Schwäne, Wildgänse, ein Bussard – aber auch Pelikane aus dem Karlsruher Zoo. Die Zahl der Tiere, die an der Geflügelpest verenden, nimmt zu. Nicht überall ergreifen die Behörden aber rigide Schutzmaßnahmen.

Die Zahl nachgewiesener Fälle der hochansteckenden Vogelgrippe in Baden-Württemberg steigt. Seit November seien es 14, teilte ein Sprecher des Ministeriums für Ländlichen Raum am Freitag auf Anfrage mit. Dabei handele es sich um lokal begrenzte Geschehen: zum einen im Schwarzwald-Baar-Kreis und zum anderen in der Rhein-Neckar-Region und in Karlsruhe. Hausgeflügelbestände seien bislang nicht betroffen.

Am Freitag informierte die Stadt Mannheim über den Ausbruch der Wildvogel-Geflügelpest. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut, habe den Verdacht bei einer Kanadagans bestätigt. Eine Stallpflicht ordnete die Verwaltung ebenso wenig an wie die Kollegen in Karlsruhe, wo wegen der Tierseuche der Zoo geschlossen ist. «Eine Stallpflicht ist für die Tiere häufig belastend, kann aber durchaus noch erforderlich werden», sagte die Leitende Veterinärdirektorin des Karlsruher Ordnungs- und Bürgeramtes, Alexandra Börner, laut Mitteilung.

Die auch Vogelgrippe genannte Geflügelpest ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln vorkommt. Die Krankheit ist Experten zufolge für Menschen ungefährlich. Seit Mitte Oktober wurden nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts infizierte Vögel unter anderem auch in Rheinland-Pfalz, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg gefunden.

In Baden-Württemberg waren zunächst aus Südbaden Nachweise des Geflügelpest-Virus H5N1 gemeldet worden, unter anderem bei Schwänen und einem Mäusebussard. Dort verhängten die Behörden eine Stallpflicht für Hausgeflügel. Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in einem Teil des Heidelberger Zoos hatte dieser zwischenzeitlich schließen müssen. Dies gilt seit Freitag auch für den Zoo in Karlsruhe. Neben einem Graureiher und zwei toten Wildvögeln verendeten zwei Pelikane wegen der Vogelgrippe. Mit der Schließung soll den Angaben nach verhindert werden, dass das Virus über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände weiter verbreitet wird.

«Wir beobachten das Geflügelpestgeschehen sehr genau und werden bei Bedarf auf der Grundlage einer Risikobewertung eine Anpassung vornehmen», erklärte Börner weiter. In Absprache mit dem Ministerium für Ländlichen Raum wurde ein Merkblatt veröffentlicht, das unter anderem über den korrekten Umgang mit Wildvögeln und deren Kot informiert und was bei Hunden und Katzen zu beachten sei. Ferner bekommen Geflügelhalter Tipps, wie sie mit ihrem Federvieh umgehen und wen sie nicht in die Nähe der Tiere lassen sollten.

 

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