News
Naturschutz: Weidenkätzchen – hübsch, aber bitte nicht pflücken!

News Naturschutz: Weidenkätzchen – hübsch, aber bitte nicht pflücken!

Quelle: Patrick Pleul/dpa
dpa

Schnell ein paar Zweige für den Osterstrauß – so schlimm kann das nicht sein, oder? Doch, sagen Naturschützer. Und das Gesetz auch.

Kaum ein Anblick weckt so zuverlässig Frühlingsgefühle wie die silbrig glänzenden Weidenkätzchen. Flauschig wie ein Teddybär schmücken sie schon im Februar oder März die kahlen Äste. Kein Wunder, dass viele Menschen beim nächsten Spaziergang kurzerhand ein paar Zweige abknipsen – für den Osterstrauß, den Palmbuschen oder einfach als hübsche Dekoration auf dem Esstisch. Naturschützer schauen dabei aber nicht gerne zu.

 

Bienen sind auf die Weide angewiesen

Der Grund ist einfach: Weiden, wie die Salweide, blühen früher als fast alle anderen Gehölze. Damit ist sie nach dem langen Winter eine der ersten und oft wenigen Nahrungsquellen für viele Insekten. «Weidenkätzchen sind ja die Blütenstände der Weiden – es sind somit die ersten blühenden Pflanzen, die sich nach dem Winter zeigen», erklärt Lilith Stelzner vom baden-württembergischen Landesverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). «Gerade Wildbienen und Schmetterlinge finden an den Nektardrüsen Nektar oder Pollen an der Blüte.» Und selbst Vögel profitieren: «Zilpzalp oder Meisenarten trinken da gerne mal einen Schluck.»

Wer jetzt Zweige abschneidet, nimmt hungrigen Tieren buchstäblich das Futter weg, davon sind Experten überzeugt. «Selbst, wenn niemand was entnehmen würde, steht es ja einfach schlecht um die Nahrungsverfügbarkeit im Frühjahr für die Insekten – deswegen ist jede abgeknipste Blüte zu viel», sagt Stelzner.

 

Und es ist auch verboten

Hinzu komme ein rechtlicher Aspekt, der vielen nicht bekannt sei: Paragraf 39 des Bundesnaturschutzgesetzes verbietet es, «Bäume außerhalb des Waldes und außerhalb von gärtnerisch genutzten Flächen abzuschneiden zwischen dem 1. März und dem 30. September». In manchen Bundesländern steht die Sal-Weide zudem unter Naturschutz.

Dabei geht es nicht nur um Nahrung. «Immer wenn ein Insekt diese Blüte besucht, findet ja auch Bestäubung statt», erklärt Stelzner. «So hat die Natur das eingerichtet: Der Nektar wird angeboten, damit die Insekten dableiben und bestäuben – das ist einfach ein Trick der Natur, damit die Insekten kommen.»

 

Verzichten muss niemand

Die gute Nachricht: Man muss nicht verzichten. Wer Weidenkätzchen für Ostern möchte, kann sie beim Blumenhändler oder im Supermarkt kaufen. Wer einen Garten hat, kann dort Zweige entnehmen – wobei Stelzner auch hier zur Zurückhaltung rät: «Auch die Insekten im eigenen Garten freuen sich über das Nahrungsangebot.»

Wer unbedingt dekorieren möchte, greift lieber zur Forsythie: «Die produziert weder Nektar noch Pollen – sie ist für Insekten wertlos.» Und wer das Schönste aus der Natur herausholen möchte? «Man kann auch einfach bei Spaziergängen die Natur genießen und live miterleben, wie Insekten an den Blüten sitzen und saugen – und sich darüber freuen.»

 

Weitere Nachrichten

Feuerwehreinsatz in Stutensee-Büchig – Menschen mit Kohlenmonoxid-Vergiftung in Klinik

Nach einem Feuerwehreinsatz in Stutensee-Büchig sind zwei Menschen mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Das teilte die Polizei Karlsruhe auf Anfrage am Sonntagabend, 25. Oktober 2026, mit.

Erstes Wochenende mit Schnee im Hochschwarzwald

Nachdem die Skipisten am Feldberg nach dem ersten Schnee diese Woche erst wieder grün wurden, sind sie nun wieder mit einer dünnen Schneeschicht belegt: Das weckt Freude auf die Skisaison.

Vom Straßenrand in den Napf: Unfallwild wird Tierheimfutter

Bei einer bundesweit einmaligen Kooperation wollen Jäger dem Reutlinger Tierheim verendete Rehe für die Hunde bringen. Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat. Und welche Rolle Allergien spielen.

Rehe und Wildschweine: Wie man Wildunfälle vermeidet und was im Notfall zu tun ist

Rund 25.900 Wildunfälle gab es vergangenes Jahr in Baden-Württemberg, 262 Menschen wurden verletzt. Die Zeitumstellung verschiebt den Berufsverkehr in die Dämmerung - worauf es jetzt ankommt.

Sturmschaden: Zugverkehr am Hauptbahnhof Karlsruhe kurzzeitig eingestellt

Ein Gegenstand fliegt in die Oberleitung, Reisende berichten von «massivem Funkenschlag»: Am Karlsruher Hauptbahnhof stand der Zugverkehr zeitweise völlig still.

Vor der Weihnachtsbaum-Saison: So werden die Preise

Ab November werden die ersten Christbäume der Saison gefällt. Was der trockene Sommer vor allem im Süden für die Bäume bedeutet hat, was die beliebtesten Arten sind – und was sie kosten werden.



















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.