News aus Baden-Württemberg
Neue Studie: Tiere suchten schon vor 30.000 Jahre Nähe zum Menschen

News aus Baden-Württemberg Neue Studie: Tiere suchten schon vor 30.000 Jahre Nähe zum Menschen

Quelle: pexels/mikhail nilov
dpa

Essen verbindet: Eine neue Studie zeigt, dass sich Tiere wie etwa Raben schon in der Altsteinzeit zum Menschen gesellt haben, weil der immer für genügend Futter sorgte. Dazu gehörten auch erlegte Mammuts.

Wilde Tiere haben einer neuen Studie zufolge schon vor mehr als 30.000 Jahren die Nähe zu Menschen gesucht. «Essensreste dienten ihnen als Nahrungsquelle und haben sie angelockt – und das schon bevor Menschen sesshaft geworden sind», erklärte Chris Baumann von den Universitäten Helsinki und Tübingen, der die Untersuchung mitverfasst hat und das Verhalten von Tieren in prähistorischen Zeiten erforscht. So seien Raben im tschechischen Mähren von Resten eines von Menschen erlegten Mammuts angelockt worden. Ein ähnliches Verhalten konnte Baumann auch bei Füchsen auf der Schwäbischen Alb vor 40.000 Jahren nachweisen.

Die altsteinzeitlichen Beziehungen von Mensch und Rabe beschreibt der Forscher zusammen mit Kollegen und einem internationales Team des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment in der Fachzeitschrift «Nature Ecology and Evolution». Die Erkenntnisse deuten demnach stark darauf hin, dass die Aasfresser vom Jagdverhalten der Menschen profitierten und die Menschen die Knochen und Federn der Tiere nutzten.

An der archäologischen Fundstelle in Tschechien seien viele Mammutkadaver gefunden worden – aber auch überdurchschnittlich viele Knochen von Raben für diesen Zeitraum. «Wenn wir Vogelknochen gefunden haben, waren es Rabenknochen», sagte Baumann. Analysen hätten gezeigt, dass die Vögel die Überreste des Mammuts gefressen hätten. «Die Menschen waren für Vögel so etwas wie die «Hauptraubtiere», die immer wieder Essen rangeschafft haben.»

Heute sei ein ähnliches – man spricht in der Wissenschaft von einem synanthropischen – Verhalten in Städten zu beobachten. Dort etwa hätten sich Tauben, Füchse und andere Wildtiere niedergelassen, weil sie von den Hinterlassenschaften der Menschen leben können, erklärte der Paläo-Ökologe. Die aktuelle Studie zeige im Kern, dass Tiere das auch schon gemacht haben, bevor Menschen vor 10.000 Jahren sesshaft geworden sind.

Das Forschungsfeld von paläo-synanthropischen Verhalten, das Baumann mit seinen Kollegen bearbeitet, sei relativ neu, sagte er. Die Erkenntnisse würden durch neue Analysemöglichkeiten im Labor ermöglicht, so der Forscher weiter. Bisher gebe es vor allem Erkenntnisse zu Tieren als Jagdbeute. Über die Vorteile, welche einige Tiere in menschlicher Nähe während der Altsteinzeit hatten, sei bisher nur wenig bekannt. Deshalb seien auch weitere umfassende Untersuchungen zur Evolution von Mensch-Tier-Beziehungen wichtig, um die frühen Ökosysteme von eiszeitlichen Jägern und Sammlern besser zu verstehen, so die Forscherinnen und Forscher.

 

Weitere Nachrichten

Einsatzbilanz Feuerwehr im Dauereinsatz – Warum es mehr Fehlalarme gibt

Feuerwehren in Baden-Württemberg rücken so oft aus wie nie zuvor. Und in etlichen Fällen müssen sie die Schläuche gar nicht erst ausrollen. Wieso das?

Open-Air-Saison startet: Für diese Festivals gibt es noch Karten

Billy Talent, Ayliva oder David Guetta live erleben? Für einige der größten Festivals in Baden-Württemberg gibt es noch Tickets.

Freibadsaison startet - Wo im Südwesten die Preise steigen

In mehreren Städten im Südwesten müssen Freibadbesucher tiefer in die Tasche greifen. Welche Gründe nennen die Betreiber für die steigenden Preise? Und wo bleiben sie konstant?

Hier öffnen wieder die Berghütten zur Sommersaison

Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb öffnen beliebte Berghütten wieder für die Sommersaison. Wo Wanderer jetzt einkehren und die Aussicht genießen können.

Warum Müllkippen tödliche Fallen für Störche sein können

Störche picken auf Müllkippen nach Nahrung – doch Plastik und Gummiringe können zum tödlichen Fast Food werden. Was Tierschützer in Nestern finden, schockiert selbst Experten.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.