News aus Baden-Württemberg
Neuer EnBW-Chef will persönlich für Energiewende werben

News aus Baden-Württemberg Neuer EnBW-Chef will persönlich für Energiewende werben

Quelle: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild
dpa

Der neue EnBW-Chef Andreas Schell sieht in der Krise auch die Chance, Veränderungen schneller herbeizuführen.

«So wie derzeit war der Energiemarkt noch nie im Fokus der Öffentlichkeit», sagte er der Deutschen Presse-Agentur anlässlich seines Amtsantritts am Dienstag. Einen Hemmschuh für die Energiewende sieht Schell nicht: «Ich denke nicht, dass der Krieg in der Ukraine das abbremst.» Mit Blick auf den Winter verschöben sich nur kurzfristig die Prioritäten.

Schell will Akzeptanz für den Ausbau der erneuerbaren Energien schaffen – notfalls höchstpersönlich. «Wenn das bedeutet, dass ich persönlich mich irgendwo auch einmal zeigen und die Argumente darstellen muss, warum A oder B notwendig sind, dann bin ich bereit dazu.»

Die Politik hat aus Sicht des neuen Vorstandsvorsitzenden verstanden, dass etwa Bürokratie abgebaut werden muss. Jetzt gehe es eher darum, wie man das umsetzen könne, sagte Schell. «Da müssen wir alle an einen Tisch und überlegen, was die Dinge sind, die das Ganze verzögern.» Dialog sei für ihn ein wichtiges Thema. «Das schließt für mich alle Interessensgruppen mit ein.» Widerspruch etwa in der Bevölkerung gebe es, «weil irgendwo an irgendeiner Stelle jemand aus häufig verständlichen Gründen ein Thema hat. Und deswegen muss man die Fakten auf den Tisch legen und die Gesprächspartner zusammenbringen.»

Dass es bei wichtigen Fragen verschiedene Meinungen ist, ist aus Schells Sicht verständlich. Viele Menschen zeigten eine große Unterstützung für die Energiewende. «Und dann gibt es welche, denen war das bislang sehr recht, dass irgendwo in großen Kraftwerken elektrische Energie produziert wurde, aber nicht in der Nähe ihres Hauses.» Hier müsse man über neue Anreize nachdenken.

Schell folgt auf Frank Mastiaux, der den einstigen Atomstromer auf einen Kurs mit erneuerbaren Energien gebracht hat. Am Freitag hatte EnBW mitgeteilt, die Jahresgewinnziele wegen hoher Belastungen im Netzgeschäft sowie der strauchelnden Gastochter VNG zu senken.

 

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