News aus der Fächerstadt
Neues Gehege im Oberwald: Luchse werden in Karlsruhe auf Leben in Freiheit vorbereitet

News aus der Fächerstadt Neues Gehege im Oberwald: Luchse werden in Karlsruhe auf Leben in Freiheit vorbereitet

Quelle: Zoo Karlsruhe, Timo Deible

Im Tierpark Oberwald, der Dependance des Zoos Karlsruhe mitten im Wald, wird noch im Jahr 2024 ein 5.000 Quadratmeter großes Gehege gebaut. Darin sollen zukünftig Luchse auf eine Auswilderung vorbereitet werden, informiert die Stadt Karlsruhe.

Ein neues Gehege für Luchse im Tierpark Oberwald

Bald werden im Tierpark Oberwald Luchse in einem neuen großen Gehege leben. Hier sollen die Tiere auf ein künftiges Leben in der Freiheit vorbereitet werden.

Die Anlage wird vier etwa gleich große Teilbereiche erhalten sowie ein kleineres Separationsgehege für möglichst stressarme Tiertransfers, teilt der Zoo Karlsruhe mit.

Die geschätzten Baukosten von rund 300.000 Euro werden vom WWF Deutschland, der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe sowie aus Projektgeldern des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) bezahlt.

 

Klassischer Zoo in Artenschutz-Zentrum umbauen

„Wir sind extrem stolz darauf, mit der Anlage diesen wichtigen Baustein für künftige Bestandsstützungen des Luchses bauen und dann auch betreuen zu dürfen“, freut sich Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt über die Zusage, das Koordinationsgehege bauen zu dürfen.

„Es passt sehr gut in unsere Strategie, den klassischen Zoo in ein Artenschutz-Zentrum umzubauen. Dass wir zudem für das Koordinationsgehege viel Unterstützung von Oberbürgermeister, Bürgermeistern und zuständigen Ämtern bekommen haben, freut uns besonders“, so der Zoo-Chef weiter.

Europaweite Auswilderungen von Karlsruhe aus

Die Entscheidung für den Bau der strategisch sehr bedeutenden Anlage in Karlsruhe wurde vom Ministerium in Absprache mit dem Experten-Netzwerk Linking Lynx getroffen.

„Das Koordinationsgehege in Karlsruhe wird einen wichtigen Beitrag für nationale und internationale Wiederansiedelungsprojekte sowie für die Vernetzung der Luchspopulationen in Zentraleuropa leisten“, sagt die Linking-Lynx-Koordinatorin Dr. Kristina Vogt.

Neben Bestandsstützungen in Baden-Württemberg könnten weitere Projekte in Deutschland und Europa mit Luchsen aus Karlsruhe versorgt werden. Aktuell gibt es mehr als 20 Zuchtpaare in Tiergärten des Europäischen Zooverbands EAZA, deren zukünftige Jungtiere für Auswilderungen infrage kommen, unter anderem das neu zusammengestellte Paar im Zoo Karlsruhe, wird weiter informiert.

 

Luchse sollen im Schwarzwald ausgewildert werden

„Durch das Landesprojekt sollen bis zu zehn, insbesondere weibliche Luchse, bis 2027 im Schwarzwald ausgewildert werden“, sagt Eva Klebelsberg, Leiterin von „Luchs Baden-Württemberg“ an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA).

Dazu kommen Nachwuchstiere zukünftig im Alter zwischen sechs und acht Monaten für ein halbes bis dreiviertel Jahr in das Karlsruher Koordinationsgehege.

 

Luchse optimal auf selbstständiges Leben vorbereiten

Das Gehege soll abseits der Besucherwege im Wald errichtet werden, um einen Mensch-Tier-Kontakt zu vermeiden. Allerdings sollen Kameras installiert werden, um die Tiere beobachten zu können. Auch sollen die Tiere möglichst naturnah ernährt werden – vor allem mit toten, ganzen Rehen.

„Aktuell gibt es zwischen zwei bis fünf männliche Luchse, sogenannte Kuder, im Schwarzwald, die aus der Schweiz nach Baden-Württemberg eingewandert sind. Die weiblichen Tiere entfernen sich jedoch nicht weit von ihrem Geburtsort. Deshalb können sich die Luchspopulationen räumlich kaum ausdehnen und den eigentlich bestens geeigneten Lebensraum besetzen“, erläutert Klebelsberg weiter.

 

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