Rennsport
Notplan der Formel 1: Hockenheim-Bosse offen für Gespräche

Rennsport Notplan der Formel 1: Hockenheim-Bosse offen für Gespräche

Quelle: Jan Woitas
dpa

Die Geschäftsführung des Hockenheimrings steht der möglichen Austragung eines Formel-1-Rennens noch in dieser durch die Corona-Krise beeinträchtigen Saison offen gegenüber.

«Wir würden eine konkrete Anfrage prüfen und uns Gesprächen nicht verschließen», sagte Jorn Teske, der neben Jochen Nerpel die Geschäfte auf dem Traditionskurs führt, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. «Wir stehen ohnehin mit den Rechteinhabern in unregelmäßigem und lockerem Austausch.» Hockenheim war für dieses Jahr aus dem Kalender der Formel 1 gefallen. Die Rechteinhaber hoffen mit einem Notkalender noch auf 15 bis 18 Rennen in diesem Jahr.

Doch die Formel 1 könnte in ihren Not-Kalender für diese Saison Medienberichten zufolge auch ein Rennen auf dem Hockenheimring aufnehmen. Die Geschäftsführung der Rennstrecke bestätigte dem SWR erste Gespräche mit den Machern der Rennserie über die Option, einen Grand Prix ohne Zuschauer zu veranstalten. Da jedoch Großveranstaltungen in Deutschland bis Ende August untersagt sind, habe es noch keine konkreten Verhandlungen gegeben.

Zuvor hatte bereits die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Dienstag) über eine Anfrage der Formel-1-Rechteinhaber in Hockenheim berichtet. Dabei sei es vor allem um die Frage der notwendigen Vorlaufzeit für die Organisation eines Rennens gegangen.

Doch zunächst wäre zu klären, ob selbst ein Geisterrennen unter den aktuellen Bestimmungen in der Coronavirus-Pandemie überhaupt möglich ist. Auch ohne Zuschauer wären neben Fahrern, Ingenieuren und Mechanikern der zehn Teams wohl Hunderte weitere Menschen für den Ablauf eines WM-Laufs nötig. Zudem ist offen, ob die allesamt im Ausland beheimateten Rennställe überhaupt einreisen dürften.

Der Hockenheimring hatte für dieses Jahr ursprünglich keine finanzielle Einigung mit der Formel 1 über einen deutschen Grand Prix erzielen können. Nun könnte der PS-Zirkus wegen der Corona-Krise, in der Deutschland besser als viele andere Länder dasteht, doch wieder nach Nordbaden kommen wollen.

Finanziell ist der Hockenheimring weniger stark von den Folgen der Krise betroffen als andere Rennstrecken, weil kein Formel-1-Rennen geplant war. «Zweifelsfrei wäre es eine deutliche finanzielle Belastung gewesen, wenn die Formel 1 im Kalender gestanden hätte und das Rennen dann ausgefallen wäre», sagte Jorn Teske, Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH der «Rheinischen Post» (Mittwoch).

Auftakt der Saison soll nun am 5. Juli in Österreich sein. Bis Ende August will die Formel 1 ausschließlich in Europa fahren, auch Silverstone und Budapest haben bereits Gespräche bestätigt. Von September an sollen dann auch Grand Prix auf anderen Kontinenten folgen. Das Saisonfinale ist für Dezember in Abu Dhabi geplant.

Angepeilt werden 15 bis 18 Rennen. Aber Formel-1-Chef Chase Carey sagte auch: «Alle unsere Pläne können sich offensichtlich ändern, da wir viele Probleme zu lösen haben.»

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