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Pilotprojekt: Erster Drohnenflug gegen Kormorane gestartet

News Pilotprojekt: Erster Drohnenflug gegen Kormorane gestartet

Quelle: Waldmann/Ministerium für Ländlichen Raum von Baden-Württemberg/dpa
dpa

Mit Drohnen will Baden-Württemberg gezielt Kormorane am Bodensee stören. So soll der Schutz bedrohter Fischarten verbessert werden.

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Kormorane am Bodensee setzt Baden-Württemberg auf Drohnentechnik. Ein erster Testflug zur Behandlung von Nestern sei erfolgreich verlaufen, teilte das Agrarministerium mit. Mit dem Verfahren soll der Bruterfolg der Vögel verringert werden. «Der Drohnen-Testflug am Bodensee war ein voller Erfolg», erklärte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU).

Zum Einsatz kam laut Mitteilung eine speziell modifizierte Agrardrohne mit einem mehr als zwei Meter breiten Aufbau und einem rund fünf Meter langen Auslegearm. Damit wurden Eier in hoch gelegenen Nestern im Naturschutzgebiet auf der Halbinsel Mettnau am Untersee mit Öl benetzt. Die Methode soll die weitere Entwicklung der Eier verhindern und so den Bruterfolg der Kormorane verringern. Ziel sei es, den Fraßdruck auf gefährdete Fischarten im Bodensee zu senken.

Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) erklärte, die Methode solle weiter erprobt werden. «Sie beeinträchtigt Vögel offenbar kaum und zeigt, dass sich Konflikte niederschwellig lösen lassen.» Die Kosten für das dreijährige Projekt liegen laut Ministerium bei etwa 900.000 Euro. Nach aktuellsten Zahlen der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) gibt es mehr als 1.800 Kormoran-Brutpaare in Baden-Württemberg (2024), ein Großteil davon brütet in Kolonien am Bodensee.

 

Drohne fliegt vier Nester in 15 Minuten an

Der Test fand bei ruhigem Wetter und rund 20 Grad Celsius statt. Innerhalb von etwa 15 Minuten wurden vier Nester behandelt. Die Kormorane verließen ihre Nester erst bei geringem Abstand zur Drohne und kehrten kurz nach dem Einsatz zurück. Andere Vogelarten wie Höckerschwäne oder Mittelmeermöwen wirkten kaum gestört.

Die Ergebnisse sollen in den kommenden Wochen ausgewertet werden. Erst danach wird entschieden, ob weitere Einsätze in größeren Kolonien folgen. Das Projekt ist Teil eines Interreg-Programms zum Schutz gefährdeter Fischarten wie Äsche, Nase oder Bachneunauge.

 

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