News aus Baden-Württemberg
Radler demonstrierten für kindersichere Radwege im Südwesten

News aus Baden-Württemberg Radler demonstrierten für kindersichere Radwege im Südwesten

Quelle: Friso Gentsch
dpa

Radwege im Südwesten sind für Kinder zu oft noch zu gefährlich – das jedenfalls kritisiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, traten am Wochenende in vielen Kommunen junge Radler kräftig in die Pedale.

Protest für fahrradfreundlichere Städte: Am Wochenende haben in zahlreichen baden-württembergischen Kommunen Fahrradfahrer für kindersichere Radwege demonstriert. Allein in Stuttgart wurden am Nachmittag 480 teilnehmende Eltern und Kinder gezählt, berichtete Arne Jungjohann von Kidical Mass Stuttgart, einer Organisation für kindersichere Radwege. «Die Stimmung ist gut», sagte er. In der Landeshauptstadt fuhren die Demonstranten vom Feuersee Richtung Bahnhof und bis zur Leonhardtskirche.

Die Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Gudrun Zühlke, sagte, man unterstütze diese Aktion, weil die Kommunen in Baden-Württemberg allenfalls in kleinen Bereichen kinderfreundlich seien. «Es gibt viel zu viele Straßen, die insbesondere für kleine Radfahrende furchteinflößend oder gar gefährlich sind.» Die Proteste sind Teil einer bundesweiten Aktion, zu der Kidical Mass aufgerufen hat.

Fahrraddemos fanden bereits am Samstag statt, etwa in Freiburg. Am Sonntag waren Demos geplant in Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg, Pforzheim, Stuttgart, Esslingen, Nürtingen, Ettlingen, Kusterdingen, Tübingen, Offenburg, Villingen-Schwenningen, Ravensburg und Konstanz. Die ADFC-Landesvorsitzende sagte weiter, nur wenn die Kinder von klein auf erlebten, dass sie mit dem Rad sicher und zügig an ihr Ziel kämen, hätten sie Spaß am Radfahren und würden dieses Verkehrsmittel auch als Erwachsene nutzen. Jetzt sei der Zeitpunkt, an dem die kommunalen Verwaltungen handeln müssten, um sichere und kinderfreundliche Radnetze zu erstellen.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte im Vorfeld der Demos, er könne gut verstehen, dass sich Kinder und Jugendliche für bessere Radwege und mehr Sicherheit einsetzten. «Vielerorts muss die Radinfrastruktur deutlich ausgebaut werden.» Es brauche ein gutes und zusammenhängendes Radwegenetz und sichere Abstellmöglichkeiten.

In Mannheim setzte sich die Ortsgruppe der Organisation Extinction Rebellion mit einer Blockade-Aktion für einen kostenfreien ÖPNV und eine autofreie Innenstadt ein. Die Klimaaktivisten blockierten am Samstag für drei Stunden eine Straße in der Mannheimer Innenstadt. «Wir brauchen dringend eine sichere und nachhaltige Mobilitätswende“, teilte Holger Krahn von Extinction Rebellion im Anschluss mit. «Die Klimakrise kommt direkt auf uns zu und laut der Wissenschaft haben wir nur noch wenige Jahre Zeit, um zu handeln.» Laut der Bewegung sei es deshalb nötig, auch die Mannheimer Innenstadt autofrei zu gestalten.

 

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