Es geht um Sicherheit und Sauberkeit
Schlechter Stand: Wie wird der Europaplatz wieder attraktiv?

Es geht um Sicherheit und Sauberkeit Schlechter Stand: Wie wird der Europaplatz wieder attraktiv?

Quelle: Thomas Riedel

Bei den Bürgern in Karlsruhe ist der Europaplatz alles andere als beliebt. Zu unsicher, zu dreckig und heruntergekommen lautet das Urteil. Die FW/FÜR-Fraktion fordert von der Stadt deshalb schnellstmöglich ein Licht- und Plätzekonzept. Die verweist auf bereits umgesetzte Maßnahmen.

Europaplatz schneidet bei CIMA-Gutachten schlecht ab

Der Europaplatz ist einer der zentralsten in der Karlsruher Innenstadt – und gleichzeitig bei den Bürgern in der Fächerstadt der unbeliebteste. Das hat das Gutachten zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort 2030 ergeben, das die Stadt bei der Firma CIMA GmbH beauftragt hatte. Übrigens: Die beliebtesten Orte sind demnach die Bereiche rund um das Schloss, der Ludwigsplatz und das ECE-Center.

Der Europaplatz wird als „hässlich und heruntergekommen“ wahrgenommen. Das Thema mangelnde Sicherheit ist neben der Sauberkeit ebenfalls einer der ausschlaggebenden Gründe für das harte Urteil über den Euro. Die Experten von CIMA sprechen von einem „trading down am Europaplatz in Bezug auf Gestaltung, Nutzung und Klientel“. Da der Bereich um den Euro nur im geringen Maße zum Wohnen genutzt wird, fehlt die Belebung in den Abend- und Nachtstunden dort besonders. Auch das führt zu dem verringerten Sicherheitsgefühl der Passanten.

 

Fraktionen fordern schnelle Maßnahmen

Die Fraktion Freie Wähler/FÜR Karlsruhe hat aus diesem Grund bei der Stadtverwaltung den Antrag auf ein Licht- und Plätzekonzept für den Europaplatz und die westliche Kaiserstraße gestellt. Darin beantragt die Fraktion, dass die Stadtverwaltung bis spätestens Sommer 2020 ein solches Konzept für den Platz erstellt. Dabei sollen auch das Sicherheitskonzept und die Vorschläge des CIMA Gutachtens einfließen. Schnellstmöglich sollen Sofortmaßnahmen umgesetzt sowie mittelfristige Gestaltungsziele vorgestellt werden. Es reiche nicht, mit der Entwicklung des Platzes zu warten, bis der Euro nach dem Ende der Bauarbeiten für die Kombilösung gestaltet wird.

Diese Forderung untermauert auch die CDU, die ihrerseits einen Ergänzungsantrag für mehr Beleuchtung von Karlsruher Problemplätzen gestellt hat. Insbesondere geht es der Fraktion um den Stephanplatz, den Marktplatz und den Kronenplatz. „Da eine starke Ausleuchtung das subjektive Sicherheitsempfinden steigert und tatsächlich positiv zur Aufrechterhaltung der Sicherheit beiträgt, reicht die CDU-Fraktion den vorliegenden Antrag ein“, argumentiert die CDU.

 

Das hat die Stadt schon veranlasst

Die Stadtverwaltung weist auf Maßnahmen hin, die bereits umgesetzt wurden. Die Stadtwerke haben demnach die nördlichen Arkaden auf LED-Leuchtmittel umgerüstet für eine bessere Beleuchtung. Hinsichtlich der Sauberkeit hat das Amt für Abfallwirtschaft den Europaplatz nach den Bauarbeiten über die Sommerferien grundgereinigt und die KASIG reinigt die Baustelleneinrichtungsflächen nicht mehr alle vier, sondern jede Woche.

Außerdem wird bis zum Sommer 2020 ein Sicherheitskonzept für die City erarbeitet. Es basiert auf Befragungen – online sowie vor Ort – und Stadtteilbegehungen. Darin sollen vor allem die Themen Präsenz von Ordnungskräften, Müll und Beleuchtung eine Rolle spielen sowie mögliche bauliche Veränderungen, um Angsträume zu reduzieren. Außerdem wird der Kommunale Ordnungsdienst weiter aufgestockt, der an zentralen Plätzen präsent ist.

 

So soll sich der Europaplatz in Zukunft verändern

Ab 2023 soll der Europaplatz grundsätzlich verändert werden. Der Platz erhält dann einen neuen Belag und eine neue Beleuchtung – analog zum Marktplatz und zur Kaiserstraße. Dieses Licht- und Plankonzept ist Teil des Wettbewerbs zur Neugestaltung der Kaiserstraße. Die Beleuchtung betrifft sowohl die oberirdische Haltestelle als auch die nördlichen Arkaden und die Postgalerie. Außerdem werden zusätzliche Bänke und Mülleimer aufgestellt und vor der Postgalerie zukünftig Außenbewirtung angeboten. Die derzeit dort zu findenden Imbisscontainer müssen dann weichen.

Bis der aktuelle Entwurf zum Europaplatz im Planungsausschuss vorgestellt wird, will die Stadt noch die Ergebnisse des Sicherheitskonzepts abwarten. Gleiches bei den Themen Marktplatz, Stephanplatz und Kronenplatz: Sollte das Sicherheitskonzept ergeben, dass das Beleuchtungsniveau erhöht werden muss, will die Stadtverwaltung die Umsetzung mit den Stadtwerken und der AG Innenstadt abstimmen. Dabei fließen dann auch wirtschaftliche, klimatische sowie atmosphärische und stadtgestalterische Aspekte mit ein.

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