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Schnappschildkröte entdeckt: Was bei Fund zu beachten ist

News Schnappschildkröte entdeckt: Was bei Fund zu beachten ist

Quelle: Auffangstation für Reptilien München/dpa
dpa

Eine Frau findet eine große Schildkröte auf einem Feld im Rhein-Neckar-Kreis. Laut dem Experten, der sie aufnimmt, kommen die Tiere in dem Bereich häufiger vor. Bei einem Fund ist Vorsicht geboten.

Eine etwa zehn Kilogramm schwere Schnappschildkröte ist in Heddesheim (Rhein-Neckar-Kreis) entdeckt worden. Eine Frau habe das Tier am Sonntag auf einem Feld gefunden, teilte die Polizei mit. Die Schildkröte sei an eine geeignete Einrichtung abgegeben worden. Zuvor hatte der «Mannheimer Morgen» berichtet.

Aufgenommen hat die Schildkröte laut Gemeinde Heddesheim der Reptilienexperte Kevin Keßler in seiner Auffangstation in der Pfalz (Gossersweiler Stein). Das mindestens 15 bis 20 Jahre alte Weibchen werde nun in den eigenen Teich zu einem weiteren Exemplar gesetzt, sagte Keßler, der sich vom Gecko bis zum Krokodil um zahlreiche Reptilien kümmert.

Tiere im Raum Mannheim immer wieder entdeckt

In seinem Verein kümmern sich demnach mehrere Mitglieder um Schnappschildkröten, die immer wieder gerade im Bereich Mannheim entdeckt würden. In der Region mit dem milden Klima und zahlreichen Gewässern würden sich die Tiere sehr gut vermehren.

Warme Industrieabwässer sorgten für höhere Temperaturen in den Flüssen und Seen, wie etwa das zurückfließende Kühlwasser aus dem Großkraftwerk Mannheim, sagte der 34-Jährige. «Rund um Mannheim ist das meines Erachtens kein seltenes Tier.» Bundesweit sei das anders. Schnappschildkröten stammen aus Nordamerika und gelten in Deutschland als «Faunenverfälscher», die heimische Arten fressen und verdrängen können.

Was tun beim Fund einer Schnappschildkröte?

Wer eine Schnappschildkröte entdeckt, sollte laut Keßler direkt die Polizei rufen. «Auf keinen Fall selbst anfassen.» Die Tiere könnten sehr kräftig zubeißen. «Natürlich kann das einen Finger kosten», sagte Keßler. «Wenn es ein Kleinkind ist mit einem noch sehr dünnen Arm, selbstverständlich könnte das dann auch eine ganze Hand kosten.» Zudem hätten die Schildkröten einen sehr langen Hals. Man müsse genau wissen, wie man ein solches Tier hält, um nicht gebissen zu werden.

Die Schnappschildkröte bleibt jetzt zunächst sechs Monate bei Keßler, wie er selbst sagt. Die Gemeinde zahlt nach eigenen Angaben für die Unterbringung. Sollte sich bis in einem halben Jahr kein Eigentümer gemeldet haben, will Keßler versuchen, das Tier zu vermitteln. Allerdings sei die private Haltung nur mit Sondergenehmigung möglich – und daher die Vermittlung schwierig, sagte er.

 

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