News aus Baden-Württemberg
„Smash“ ist das neue Jugendwort des Jahres

News aus Baden-Württemberg „Smash“ ist das neue Jugendwort des Jahres

Quelle: Fabian Sommer/dpa
dpa

Seit Jahren wird in schöner Regelmäßigkeit diskutiert, ob Jugendliche das Jugendwort des Jahres überhaupt kennen oder nutzen. Die Frage dürfte sich dieses Mal nicht stellen. Denn gewonnen hat ein seit Jahren populärer, ab und an auch anzüglich genutzter Begriff.

Mal im Ernst: Runzeln Sie nicht auch Jahr für Jahr die Stirn, wenn das neue Jugendwort gewählt wird? Haben Ihre Kinder schon mal von «Niveaulimbo», «Smombie» oder «I bims», von «fly sein» und «tinderjährig» gesprochen, den Gewinnern und Favoriten der Abstimmungen früherer Jahre? Dieses Mal dürfte das anders sein. Denn «Smash», das Jugendwort 2022, hat nicht nur eine längere Geschichte. Es ist aus Sicht von Sprachwissenschaftlern auch typisch für das, was mit Wörtern aus der englischen Sprache passiert, wenn sie über soziale Medien wie Tiktok, Instagram und Twitter oder auf den Schulhöfen aufgegriffen, genutzt und verformt werden.

«Smash» stammt wie so viele andere Wörter der Jugendsprache aus dem Englischen. Und da fängt es schon an. Denn auf Englisch wird das Wort im Sinne von «zerschlagen», «zerschmettern» oder auch «zerbrechen» genutzt. Erwachsene kennen den «Smash-Hit» aus der Musik, sie nippen am gleichnamigen Cocktail oder schwärmen beim Tennis von einem Schmetterball. Von Jugendlichen hingegen wird «smash» vor allem als Verb («smashen») benutzt und bedeutet so viel wie «mit jemandem etwas anfangen», «jemanden abschleppen» oder auch «mit jemandem Sex haben». Das Objekt der Begierde kann auch ein «Smash» sein, mit dem man ein kleines «Smash» (Stelldichein) hat.

«Smash» setzte sich bei einem Voting des Langenscheidt-Verlags mit 43 Prozent der Stimmen klar durch, wie das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Jugendliche hatten zuvor in mehreren Runden über ihr Lieblingswort abgestimmt. Auf dem zweiten Platz folgt «bodenlos» (mies, unglaublich schlecht) mit 33 Prozent, an dritter Stelle liegt «Macher», also die Bezeichnung für jemanden, der Dinge ohne Zögern umsetzt (24 Prozent), der etwas anpackt.

Entwickelt hat sich der diesjährige Gewinner aus dem Datingspiel «Smash oder Pass», das mal ans Flaschendrehen, mal an die Kuppel-App Tinder erinnert. Dabei werden potenzielle Partner entweder als «Smash» angenommen oder als «Pass» abgelehnt. Tinder-Nutzer würden also bei einem «Smash» nach rechts wischen, bei «Pass» nach links.

«Gerade bei diesen sprachlichen Wörtern ist zu beobachten, dass sie eine spezifische Bedeutung annehmen», erklärt Henning Lobin, der Direktor des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache. «Jugendsprache nimmt dabei eine Funktion nach innen an, sie wird Teil einer Identitätsbildung, einer Gruppenbildung, einer Kennzeichnung und grenzt als eine Art Geheimsprache durchaus auch nach außen ab.» Das Wort sei eine gute Wahl, weil seine Bedeutung in hohem Maße uneindeutig sei, sagt der Mannheimer Sprachwissenschaftler. Es spiegele die digitale Alltagswelt von Jugendlichen wieder und entwickele sich weiter. «Das ist ein Wort, das entsteht, das lebt und das sich wandelt», sagt Lobin der Deutschen Presse-Agentur.

Seit 2008 veröffentlicht Langenscheidt das Jugendwort des Jahres – damals siegte «Gammelfleischparty» (Ü-30-Party). Allerdings wurde die Auswahl in der Vergangenheit auch oft als Werbeaktion des Verlages kritisiert. Bei der Wahl können nach Angaben von Sandra Spier, Pressesprecherin des Verlags, theoretisch alle Altersgruppen abstimmen, gewertet werden seit 2020 aber nur die Stimmen der Jugendlichen.

Insgesamt lag die Zahl der abgegebenen Stimmen nach Angaben Spiers in diesem Jahr «im hohen sechsstelligen Bereich». Die relevante Quote der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 10 und 20 Jahren lag laut Verlag bei 77 Prozent. Im vergangenen Jahr stimmten rund 1,2 Millionen Menschen ab. Der damalige Sieger war «cringe» – das Fremdschämen. Diskriminierende und beleidigende Begriffe jedweder Art werden vom Verlag gelöscht.

 

Weitere Nachrichten

DRK ruft zum Blutspenden auf: Darum sind Blutreserven im Südwesten knapp

Beim Blutspenden zählt derzeit jeder Tropfen: In Baden-Württemberg sind die Vorräte knapp. Erkältungen und Herbstferien verschärfen den Engpass - und die nächste Belastungsprobe steht schon bevor.

Queerfeindliche Straftaten in Baden-Württemberg nehmen zu

Die registrierten Straftaten gegen queere Menschen steigen im Südwesten deutlich an. Die Polizei warnt vor Übergriffen bei Dating-App-Treffen.

Landkreis Karlsruhe: 61-Jähriger nach Sturz mit E-Scooter in Krankenhaus gestorben

Ein 61-jähriger Mann ist zehn Tage nach einem Unfall mit seinem E-Scooter in Flehingen bei Karlsruhe im Krankenhaus gestorben. Er hatte am 19. Oktober wohl eine Bordsteinkante überfahren und war gestürzt, wie die Polizei am selben Tag mitteilte.

Vogel verstopft Abgasleitung in Stutensee: Frau an Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung gestorben

Eine 81-jährige Frau ist in Stutensee (Kreis Karlsruhe) an den Folgen einer Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung gestorben. Ein Vogel hatte zuvor die Abgasleitung einer Heizungsanlage ihres Wohnhauses verstopft.

Medizinischer Notfall am Steuer - Lkw-Fahrer stirbt in Karlsruhe

Ein 53-jähriger Sattelzugfahrer ist in Karlsruhe aufgrund eines internistischen Notfalls verunglückt und in einer Klinik gestorben.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.