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Sozialarbeit im Betrieb stärkt Auszubildende und Chefs

Nachrichten Sozialarbeit im Betrieb stärkt Auszubildende und Chefs

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Sozialarbeit im Betrieb soll jungen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen helfen, Herausforderungen zu meistern. Aber auch Chefs können das Angebot nutzen – Gespräche bleiben vertraulich.

Individuelle Betreuung gerade für Auszubildende wird für Unternehmen nach Einschätzung eines Experten immer wichtiger. «Junge Leute kommen in eine anspruchsvollere Welt als früher», sagte der 1. Vorsitzende des Bundesfachverbands Betriebliche Soziale Arbeit, Martin Klein. Überall gebe es Krisen, immer wieder komme eine neue hinzu. Wie wichtig soziale Unterstützung sei, habe nicht zuletzt die Corona-Pandemie deutlich gemacht.

«Arbeit und Schule sind die Orte, wo man mit anderen zusammenkommt», führte Klein aus. Mitunter werde hier erst deutlich, wenn es Probleme gebe – wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter lange verschwunden sei, bis Kollegen ihn zockend auf der Toilette finden. «Dann merkt man erst, dass er spielsüchtig ist.»

Unternehmen stellen sich zunehmend darauf ein. So bietet etwa der Karlsruher Energiekonzern EnBW seit diesem Jahr eine sozialpädagogische Betreuung für Nachwuchskräfte, damit diese erfolgreich in der Arbeitswelt Fuß fassen.

 

«Auch der Chef kann dahingehen»

Im Grunde gebe es betriebliche soziale Arbeit seit mehr als 100 Jahren, sagte Klein. Auslöser sei gewesen, dass Frauen in die Arbeitswelt kamen, einige hätten Kinder gehabt. «Da wussten manche gar nicht, wie man damit umgeht.» Einige große Unternehmen hätten damals entsprechend darauf reagiert.

Ein Vorteil derartiger Angebot ist aus seiner Sicht schon die Bezeichnung sozial. Dies werde nicht unmittelbar mit psychischen Belastungen oder ähnlichem verbunden, weshalb der Zugang niedrigschwelliger sei, erklärte Klein.

Zudem diene betriebliche soziale Arbeit als neutrale Instanz, sei weder Arbeitgeber noch Betriebsrat. «Auch der Chef kann dahingehen.» Gespräche seien vertraulich. Wiederum sei die Bezahlung in Firmen für die Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen häufig besser als bei anderen Arbeitgebern.

 

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