News aus Baden-Württemberg
Stadtwerke rechnen mit hohen Zahlungsausfällen im Land

News aus Baden-Württemberg Stadtwerke rechnen mit hohen Zahlungsausfällen im Land

Quelle: Uli Deck/dpa/Symbolbild
dpa

Die Preise für Strom und Gas steigen kräftig. Das wird auch für Stadtwerke zum Problem. Und von einigen Ampel-Plänen zur Begrenzung der Lasten halten Vertreter kommunaler Unternehmen nur wenig.

Die etwa 100 Stadtwerke in Baden-Württemberg stellen sich angesichts der hohen Belastungen durch die Energiepreise auf steigende Zahlungsausfälle bei Kunden ein. «Es gibt Schätzungen, dass bei den Stadtwerken fünf bis zehn Prozent der Kundenzahlungen ausfallen könnten», sagte Klaus Eder, Vorsitzender der Landesgruppe des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), der Deutschen Presse-Agentur in Ulm. Normalweise liege die Ausfallquote unter einem Prozent. Ein Ausfall von fünf Prozent der Einnahmen bedeute etwa bei den Stadtwerken Ulm ein Verlust von 17 Millionen Euro.

Eder, der zugleich Chef des Stadtwerks in Ulm ist, sagte, die Energieversorger erlebten eine noch niedagewesene Situation. «Die Preise für Strom und Gas sind von März 2020 bis heute um den Faktor zehn bis 15 gestiegen.» Man müsse die Kosten an die Kunden weitergeben. Es könne sein, dass das ein oder andere Unternehmen im Land die Krise nicht überstehe und in Insolvenz gehen müsse. «Es gibt schon einzelne Stadtwerke, bei denen die Kommunen ihre Einlagen erhöhen mussten.»

Nach den Vorstellungen der Ampel-Koalition von SPD, Grünen und FDP sollen Privathaushalte sowie kleinere Unternehmen unter anderem mithilfe von abgeschöpften «Zufallsgewinnen» von Versorgern die Strommenge für einen «Basisverbrauch» zu einem vergünstigten Preis erhalten. Für diese Strommenge gilt die sogenannte Strompreisbremse.

Diesen Vorschlag bewertete der VKU-Vertreter als besonders kritisch. Eder sagte: «Es ist nicht sinnvoll, in den bestehenden Markt einzugreifen und eine Strompreisbremse einzuführen. Besser wäre, die Steuern auf Gas und Strom zu senken. Dies würde für dauerhafte Entlastung führen.» Und es mache keinen Sinn, 300 Euro Energiegeld pauschal über die Bevölkerung zu verteilen.

 

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