News aus Baden-Württemberg
Streit um Schuldigitalisierung: Länder machen Druck

News aus Baden-Württemberg Streit um Schuldigitalisierung: Länder machen Druck

Quelle: Uli Deck/dpa
dpa

Die Schulen aus der Kreidezeit zu führen, kostet Milliarden. Der Digitalpakt läuft nun aus. Bund und Länder streiten weiter über die künftige Finanzierung.

Die Länder pochen auf eine Weiterführung des milliardenschweren Förderprogramms zur Digitalisierung der Schulen in gleichem Umfang. Ein «Digitalpakt Schule 2.0» dürfe nicht hinter dem laufenden Pakt zurückfallen, heißt es in einem neuen Positionspapier der Länder, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Länder fordern darin für das fünfjährige Förderprogramm Bundesmittel von mindestens 1,3 Milliarden Euro pro Jahr. Das bisherige Förderprogramm läuft Mitte Mai aus.

In den Verhandlungen darüber, wer welchen Anteil der Kosten übernimmt, müssten weitere Ausgaben der Länder für digitale Bildung berücksichtigt werden, heißt es in dem Papier. Der Eigenanteil der Länder solle wie im ersten Digitalpakt auf zehn Prozent begrenzt werden.

«Es ist jetzt nicht die Zeit für taktisches Hin und Her – es ist jetzt an der Zeit, gemeinsam einen Knopf dran zu kriegen», teilte die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) mit. «Es ist von größter Wichtigkeit, dass die Länder die digitale Struktur, die in den vergangenen Jahren erfolgreich aufgebaut wurde, aufrechterhalten und zeitgemäß ausbauen können.» Ohne die Anschlussfinanzierung des Bundes sei das bislang Erreichte bedroht.

Der Digitalpakt zum Ausbau der Schulen war 2019 für fünf Jahre aufgelegt worden mit zunächst fünf Milliarden Euro vom Bund. Er diente etwa dem Aufbau von schuleigenem WLAN oder der Anschaffung von interaktiven Tafeln. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde das Programm auf 6,5 Milliarden aufgestockt, um Tablets, Laptops und Administratoren zu finanzieren. In ihrem Koalitionsvertrag hatte die Ampel angekündigt, mit den Ländern ein Anschlussprogramm, einen «Digitalpakt 2.0», mit einer Laufzeit bis 2030 auf den Weg zu bringen. Darüber wird nun seit langem hart verhandelt – umso härter seit klar ist, wie knapp bei Kasse der Bund inzwischen ist. Grundsätzlich sind Schulen Ländersache und nicht Sache des Bundes.

Die Länder wollen eine Bund-Länder-Vereinbarung für einen Digitalpakt 2.0 möglichst bei der nächsten Kultusministerkonferenz im Juni abschließen. Dem Bund haben sie vorgeworfen, die Verhandlungen verschleppen zu wollen. «Leider scheint die Situation im Augenblick festgefahren und ich habe wirklich Zweifel, ob der Bund überhaupt an einer Fortsetzung des Programms interessiert ist», teilte Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) am Freitag mit. Es fehle ein verlässlicher Zeitplan oder ein klares Bekenntnis zum Programm.

 

Weitere Nachrichten

Steigende Energiekosten belasten Obst- und Gemüsebetriebe

Steigende Energie- und Lohnkosten setzen Obst- und Gemüsebetriebe unter Druck. Der Genossenschaftsverband fordert Entlastungen für die Branche.

Mann verbrennt auf offener Straße: Obduktion abgeschlossen - doch wer ist der Tote?

Ein Mann verbrennt auf offener Straße in Karlsruhe. Die Obduktion ergibt keinen Hinweis auf Fremdverschulden. Weitere Fragen sind offen.

Bauernregeln zum Wetter: Kommen die Eisheiligen?

Von «Schweißheiligen» bis «Schneeheiligen»: Bauernregeln zu den Eisheiligen haben den Mai einst bestimmt, aber sie wackeln auch in diesem Jahr. Wie viel Verlass ist noch drauf?

Zehntausende Temposünder - so viele Fahrverbote drohen jetzt

Die Polizei hat wieder eine Woche lang besonders stark auf die Geschwindigkeit geachtet - und wieder waren Zehntausende zu schnell unterwegs. Welche Folgen drohen jetzt?

Wo die hohen Spritpreise im Südwesten besonders wehtun

In manchen Landkreisen gibt es pro Einwohner mehr als doppelt so viele Autos mit Verbrennungsmotor wie in anderen. Bei Elektroautos sind die Unterschiede noch größer.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.