News Suizid im Knast: Neun Häftlinge nahmen sich 2025 das Leben in Baden-Württemberg
Neun Häftlinge haben sich im vergangenen Jahr in Gefängnissen im Südwesten selbst getötet, fast 100 waren es seit 2014. Das Justizministerium setzt auf Prävention.
In den Gefängnissen im Südwesten haben sich nach Angaben aus dem Justizministerium im vergangenen Jahr neun Häftlinge das Leben genommen. Das sind drei Personen mehr als im Jahr davor, aber nicht so viele Menschen wie etwa in den Jahren 2016, 2021 und 2022. In den genannten Jahren waren es jeweils zwölf. Dabei handelte es sich um den Höchststand seit dem Jahr 2014.
Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass eine bestimmte Justizvollzugsanstalt (JVA) überproportional betroffen sei, sagte eine Ministeriumssprecherin. Insgesamt nahmen sich den Angaben zufolge seit 2014 fast 100 Menschen in den JVAs des Landes das Leben – bis auf drei Ausnahmen ausschließlich Männer.
Es sei eines der wichtigsten Anliegen im Justizvollzug, Selbsttötungen zu verhindern, sagte die Sprecherin. Vor allem gehe es darum, durch soziale Maßnahmen zur Vorbeugung ein hohes Maß an Sicherheit und Unterstützung zu bieten. So sei 2022 ein Screening eingeführt worden, eine Art Fragebogen, mit dem gefährdete Personen identifiziert werden können und dann umgehend Fachleuten vorgestellt werden.
Gefährdung wird schon bei Haftbeginn geprüft
Schon bei der Aufnahmeuntersuchung werde ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, ob der betreffende Häftling besonders gefährdet sei, hieß es. Wenn der medizinische Dienst dies bejahe, würden die Betroffenen besonders begleitet – etwa mit Gesprächsangeboten und Therapieplanung.
Jeder Suizid eines Häftlings werde an die Beauftragte für Suizidprävention weitergegeben. Diese Stelle gibt es seit 2017. Von dort werden diese Fälle dann im Rahmen einer sogenannten Nachsorgekonferenz mit der jeweiligen JVA aufgearbeitet. Laut der Bundesarbeitsgruppe «Suizidprävention im Justizvollzug», die sich dabei auf wissenschaftliche Untersuchungen bezieht, haben Gefangene ein drei- bis siebenfach erhöhtes Suizidrisiko.