News aus Baden-Württemberg
So lief der Warnstreik: Öffentlicher Verkehr wurde weitgehend lahmgelegt

News aus Baden-Württemberg So lief der Warnstreik: Öffentlicher Verkehr wurde weitgehend lahmgelegt

Quelle: Paul Zinken
dpa

Ein bundesweiter Warnstreik legt Bahn, Busse und Flughäfen lahm – auch im Südwesten. Der Verkehr auf den Straßen nimmt zu. Ein Stau-Chaos bleibt aber aus.

Am Bahngleis, am Terminal oder an der Haltestelle: Vielerorts hatten Pendler und Reisende am Montag im Südwesten schlechte Karten. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und Verdi hatten wie erwartet weite Teile des öffentlichen Verkehrs lahmgelegt.

Straßenverkehr:

Der Verkehrsstreik führte zu mehr Verkehr auf den Straßen, ein größeres Chaos blieb den Autofahrern aber erspart. Gegenüber dem üblichen Berufsverkehr an einem Montag sei im Individualverkehr ein erhöhtes Fahrzeugaufkommen, insbesondere in den Großstädten, festgestellt worden, teilte das Innenministerium Baden-Württembergs mit. Zu Störungen über die im Berufsverkehr üblichen Beeinträchtigungen hinaus sei es aber nicht gekommen.

Eine Sprecherin der Autobahn GmbH im Südwesten teilte mit, dass es bei den Staus auf den Autobahnen kein erhöhtes Aufkommen gegeben habe. Streikbedingte Einschränkungen habe es auf den Autobahnen nicht gegeben.

Regional- und Fernverkehr:

Wegen des Warnstreiks hatte die Deutsche Bahn den Fernverkehr eingestellt. Auch im Regionalverkehr standen nach Unternehmensangaben seit Betriebsbeginn die Züge still. Im Laufe des Tages fuhren vereinzelt wieder Züge. Auf den Strecken zwischen Ulm und Biberach (Riß) sowie zwischen Freiburg und Offenburg fuhren Züge im Pendelverkehr, wie eine Sprecherin des Unternehmens am Nachmittag mitteilte. Für Dienstag rechnete die Deutsche Bahn sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr damit, dass die Züge größtenteils planmäßig verkehren. Auch die S-Bahn in Stuttgart sei darauf vorbereitet, ab Dienstbeginn am Dienstag planmäßig zu starten, sagte die Sprecherin.

Auch die SWEG sei stark vom Streik betroffen, auch wenn das Unternehmen nicht direkt bestreikt wird, sagte ein Sprecher. Die meisten Züge fielen aus, einzelne Strecken konnten jedoch bedient werden. Die Busse der SWEG fuhren planmäßig. Für Dienstag ging der Sprecher von einem weitgehend normalen Betrieb aus.

Beim Bahnunternehmen Go-Ahead war bis zum Nachmittag kein Bahnbetrieb möglich, auch wenn das Unternehmen nach eigenen Angaben ebenfalls nicht direkt bestreikt wurde. Am Dienstag soll der Bahnbetrieb laut einer Sprecherin ab Betriebsbeginn wieder planmäßig laufen.

Kommunaler Nahverkehr:

In mehreren Städten blieben auch U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse im Depot. Betroffen waren nach Angaben von Verdi der kommunale Nahverkehr in Stuttgart, Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg, Mannheim, Esslingen, Heilbronn und Ulm.

Flugverkehr:

Der Stuttgarter Flughafen war zum dritten Mal binnen weniger Wochen von Warnstreiks betroffen und hatte den regulären Flugbetrieb erneut eingestellt. Nach Angaben des Airports entfielen alle 170 geplanten Ankünfte und Abflüge, betroffen waren demnach rund 20.000 Menschen. An den Terminals sei es völlig ruhig gewesen, sagte eine Sprecherin am Montag. Sie gehe davon aus, dass der Betrieb am Dienstag wieder normal anlaufe. Reisende sollten sich trotzdem vorab über ihre Verbindung informieren, vereinzelt könnte es noch Nachwirkungen des Warnstreiks geben.

Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden kam es laut Geschäftsführer Uwe Kotzan zu massiven Verzögerungen bei der Sicherheitskontrolle. Die Flüge sollten aber alle starten.

Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich bis Mittag mehr als 10.000 Menschen an den Ausständen in Baden-Württemberg. Im Bereich von Verdi folgten demnach mehr als 7000 Menschen dem Aufruf, bei der EVG waren es rund 3000 Beschäftigte.

Die Kritik an den Warnstreiks – etwa von Arbeitgebern und aus der Politik – wiesen die Gewerkschaften scharf zurück. Mit den Rufen nach einer Einschränkung des Streikrechts sei eine Grenze überschritten, sagte der Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Kai Burmeister, am Montag. «Wer das Streikrecht einschränken will, der sägt an den Grundfesten unserer Demokratie.» Warnstreiks seien das gute Recht der Beschäftigten und als Druckmittel unverzichtbar.

Mit den ganztägigen Warnstreiks wollen die Gewerkschaften den Druck in ihren Tarifverhandlungen erhöhen. Unterbrochen ist deshalb der Verkehr mit Zügen, Bussen und Flugzeugen in Deutschland. Von dem 24-stündigen Arbeitskampf sind Millionen Berufspendler und Reisende sowie weite Teile des Güterverkehrs betroffen.

 

Weitere Nachrichten

Trotz Starkregen und Frost: Kirschernte könnte besser ausfallen

Minusgrade und Starkregen haben den Kirschbäumen im Südwesten zuletzt zugesetzt. Viele Bauern verzeichnen Ausfälle. Insgesamt könnte die Ernte aber besser ausfallen.

Städtetag: Zersplitterte Gemeinderäte bedrohen die Demokratie

Mehr als ein Dutzend Vereinigungen und Parteien in einem Gemeinderat? Das ist nach der Kommunalwahl keine Seltenheit mehr. Was manche als Zeichen der Demokratie sehen, halten andere für ihre Gefahr.

Wissenschaftlerinnen & Wissenschaftler bedroht: Hilfe für angefeindete Forschende

Immer wieder werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beleidigt und bedroht. Seit einem Jahr gibt es ein spezielles Hilfsangebot. Zeit für eine erste Bilanz.

Tötung von Mitschülerin in St. Leon-Rot : 18-Jähriger ab Juli vor Gericht

Ein Gymnasiast soll im Januar in der Nähe von Heidelberg eine 18-jährige Mitschülerin mit einem Messer getötet haben. Mitte Juli beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter.

Mittel für Wohnraumförderung aufgebraucht: Lange Wartezeiten

Wer auf eine Förderung beim sozialen Wohnungsbau hofft, muss sich vorerst gedulden. Der Grund: Es gibt mehr Interesse als Geld. Für zahlreiche Antragsteller dürfte es erst 2025 weitergehen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.