News aus Baden-Württemberg
Über 30 ukrainische Flüchtlinge bereits in Erstaufnahme

News aus Baden-Württemberg Über 30 ukrainische Flüchtlinge bereits in Erstaufnahme

Quelle: Petr David Josek
dpa

Während in der Ukraine weiter Bomben hochgehen und Schüsse fallen, kommen die ersten Geflüchteten im Südwesten an. Aber nur ein Teil von ihnen landet in den Erstaufnahmeeinrichtungen.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind bereits mehrere Dutzend ukrainische Flüchtlinge in den baden-württembergischen Landeserstaufnahmestellen angekommen. 34 seien seit Kriegsbeginn eingetroffen, berichteten am Montag «Heilbronner Stimme» und «Südkurier» unter Berufung auf das Justizministerium. Dazu kämen noch knapp 170 Heimkinder und 30 Betreuer aus einem ukrainischen Waisenheim, die in Freiburg angekommen sind.

Allerdings dürfte die Zahl der Flüchtlinge im Land höher sein als registriert. «Menschen aus der Ukraine können visumfrei 90 Tage einreisen und bei Freunden oder Verwandten unterkommen. Wie viele das sind, können wir nicht sagen. Vermutlich ist die Zahl aber deutlich höher als die Zahl derjenigen, die in den Leas angekommen sind», sagte Justizministerin Marion Gentges (CDU) den Blättern.

Derzeit können in den Erstaufnahmestellen wegen der Corona-Vorgaben weniger Menschen als möglich aufgenommen werden. Bei der derzeitigen Auslastung von 60 Prozent seien 1650 Plätze in der Erstaufnahme frei. «Wir prüfen ernsthaft, die Corona-Beschränkungen so anzupassen, dass wir die Belegung in den Einrichtungen erhöhen können. Hier geht es auch darum, wenn etwa kurzfristig Hallen angemietet werden müssen, Menschen dort unterzubringen. Die aktuellen Quarantänebedingungen wären beispielsweise in Turnhallen kaum umsetzbar», sagte Gentges. Bei voller Auslastung verfüge die Erstaufnahme des Landes derzeit über 4500 freie Plätze, sagte ein Sprecher.

Die Corona-Impfquote in der Ukraine liege bei 30 bis 40 Prozent. «Daher werden wir allen, die bei uns ankommen, ein Impfangebot machen», sagte Gentges. Die Ministerin berichtete zudem, dass sich viele Kommunen und Privatpersonen melden und Unterkünfte anbieten würden. Die Hilfsbereitschaft sei riesig. Weiter gebe es Überlegungen, den ukrainischen Flüchtlingen psychologische Beratung anzubieten. «Wir müssen prüfen, ob die ukrainischen Flüchtlinge nach ihrer Ankunft psychologische Betreuung wegen des Krieges benötigen. Das könnte vor allem bei Kindern der Fall sein», sagte sie.

 

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