News aus der Fächerstadt
Verbundprojekt LogIKTram: Karlsruher Straßenbahn übernimmt Paketdienst

News aus der Fächerstadt Verbundprojekt LogIKTram: Karlsruher Straßenbahn übernimmt Paketdienst

Quelle: AVG, Fotograf: Paul Gärtner

Um den Gütertransport von den Straßen mehr auf die Schienen zu verlagern, haben das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), das FZI Forschungszentrum Informatik und weitere Partner ein Logistikkonzept entwickelt.

Verbundprojekt LogIKTram in Karlsruhe

Im Verbundprojekt LogIKTram erforschten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie ein zukünftiger Gütertransport in Straßenbahn- und Stadtbahnwagen verlagert werden kann, um den städtischen und regionalen Straßenverkehr zu entlasten, teilt das KIT in einer Pressemeldung mit.

Auf der Basis einer Zweisystem-Stadtbahn nach dem „Karlsruher Modell“ wurde ein technisches Konzept einer Gütertram für den ÖPNV entwickelt. Hierfür stellte die AVG den Forschenden ein älteres Fahrzeug zur Verfügung, das sie an die Projektanforderungen angepasst und als Demonstrationsobjekt getestet haben.

 

Die Demonstration einer Gütertram

Bei der Abschlussveranstaltung am 28. Juni 2024, hat das Projektteam die umgebaute Stadtbahn präsentiert und gezeigt, dass diese sich als Gütertram technisch reibungslos in das schienengebundene ÖPNV-Netz der AVG integriert.

Ein elektrisch unterstützter Fahrradanhänger fuhr selbstständig in den dafür vorgesehenen Bereich der Straßenbahn, um von dort aus in das Zustellgebiet transportiert zu werden. Künftig könnten Pakete dort an einer Haltestelle etwa von einem Fahrradkurier übernommen werden, teilt das KIT weiter mit.

 

Innenraumgestaltung und Simulation

„Wir haben die Innenraumgestaltung der Gütertram übernommen und uns beispielsweise um das automatisierte Be- und Entladen der Transportbehälter sowie deren Sicherung in der Bahn gekümmert. Auch die Positionierung der Bahnen an den Stationen haben wir uns angeschaut, da diese wichtig ist, um die Transportbehälter zentimetergenau zu bewegen und die normalen Fahrgastwechselzeiten im Personenverkehr einzuhalten“, sagte Dr. Michael Frey vom Institut für Fahrzeugsystemtechnik des KIT.

Die Auswirkungen des Gütertram-Konzepts auf den Straßen- und Schienenverkehr untersuchten zusätzlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Verkehrswesen (IfV) des KIT.

 

Ein klimafreundliches Transportsystem

„Unsere Simulationen zeigen, dass das Konzept der LogIKTram zu einer Verlagerung von herkömmlichen Fahrten auf der Straße auf die Tram und anschließend das Lastenrad beiträgt und damit die Verkehrsleistung im motorisierten Verkehr reduzieren kann“, so Barthelmes.

Voraussetzung dafür sei die Errichtung von zentralen City-Hubs in der Stadt, von denen aus Lastenradtouren gebündelt werden können, ebenso wie die effiziente Anbindung der umliegenden Verteilzentren der Logistikdienstleister an das Tram-System.

 

Weitere Informationen zu LogIKTram

LogIKTram ist Teil der Gesamtinitiative regioKArgo, deren Partner neue Formen des Verkehrsträger-übergreifenden Warenladungs- und Lieferverkehrs erforschen und umsetzen wollen. Das Projekt startete am 01. März 2021, und war auf drei Jahre angelegt.

Vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz erhielt LogIKTram eine Förderung von rund 2,75 Millionen Euro.

 

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