Alte Rohre auf KIT-Baustelle gefunden
Entwarnung nach Verdacht auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg

Alte Rohre auf KIT-Baustelle gefunden Entwarnung nach Verdacht auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg

Quelle: Pixabay

Auf der KIT-Baustelle hatten sich Hinweise auf Kampfmittelrückstände ergeben. Der Bereich musste nun genauer untersucht werden. Am Dienstag dann das große Aufatmen: Entwarnung – es handelt sich nicht um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg.

Update vom 19. Mai: Entwarnung – alte Rohre gefunden

Müssen die Oststadt und Teile der Innenstadt-Ost evakuiert werden? Das war bis Dienstagmittag, 19. Mai 2020, nicht klar. Am Freitag zuvor hatten sich auf der KIT-Baustelle an vier Stellen Hinweise auf Kampfmittelrückstände ergeben. Eine Evakuierung im Radius von 300 bis 500 Meter rund um die Baustelle wäre in Zeiten von Corona, wo auf den Mindestabstand geachtet werden muss, extrem aufwändig gewesen.

Am Dienstag dann die Entwarnung durch die Stadt Karlsruhe: Boden­son­die­run­gen haben ergeben, dass sich der Verdacht auf Kampf­mit­tel­rück­stände nicht bestätigt hat. Bei der Sondierung wurden nur alte Rohre gefunden. Zuvor waren bereits an drei anderen Stellen ebenfalls alte Rohre ­zu­tage gefördert worden.

 

Hinweise auf Kampfmittelrückstände

Bei Bodensondierungen auf der KIT-Baustelle sind an vier Stellen Hinweise auf Kampfmittelrückstände aufgetaucht. Wegen des Verdachts auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden die Verdachtspunkte am Dienstag, 19. Mai, näher untersucht. Erst dann können die Experten einschätzen, ob eine Entschärfung stattfinden muss, wann diese erfolgen müsste und welcher Bereich genau betroffen ist. Das teilte die Stadt Karlsruhe mit.

Bestätigt sich der Verdacht, dass es sich um Blindgänger handelt, muss der betroffene Bereich evakuiert werden, um den Schutz der Bürger in einem bestimmten umliegenden Radius sicherzustellen. „Das ist nichts, was man mitten in der Coronakrise auch noch bräuchte“, bringt es Dr. Björn Weiße, Leiter des zuständigen Ordnungs- und Bürgeramtes, auf den Punkt. Das Amt ist als zuständige Infektionsschutzbehörde seit Wochen im Dauereinsatz und koordiniert nun auch die Maßnahmen zur Bombenentschärfung.

 

Vorbereitung: Evakuierung wird bereits geplant

Müsste der Bereich evakuiert werden, würde das insbesondere Teile der Oststadt, aber auch Teile der Karlsruher Altstadt in der Innenstadt-Ost betreffen. Der Radius würde vermutlich 300 bis 500 Meter rund um die Baustelle am KIT, die am Adenauerring 4 zu finden ist, betreffen.

Um vorbereitet zu sein, wird jetzt bereits eine Strategie für die Unterbringung der evakuierten Personen geplant. „Für diejenigen, die bei einer notwendigen Entschärfung keine anderen Aufenthaltsmöglichkeiten nutzen könnten, richten wir das Südwerk als vorübergehenden Aufenthaltsort ein“, so Weiße. Das Bürgerzentrum Südwerk befindet sich in der Henriette-Obermüller-Straße 10.

Dort könnten Bewohner der Gebiete während der Evakuierung warten. Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske ist dort Pflicht. Die Betroffenen werden mit Getränken versorgt. Wer auf Medikamente, Verpflegung, Babynahrung oder ähnliches angewiesen ist, müsse dies selbst mitbringen.

 

Pflegebedürftige & Bürger in häuslicher Quarantäne

Wer seine Wohnung nicht selbst verlassen kann oder auf einen Transport oder Betreuung vor Ort angewiesen ist, meldet sich telefonisch bei der Stadt Karlsruhe unter der Nummer 0721/133-3333. Auch solche, die wegen der Corona-Pandemie unter häuslicher Quarantäne stehen, sollen sich dort melden. Anschließend werden alle erforderlichen Maßnahmen im Vorfeld der Evakuierung abgestimmt.

„Neben den Transporten von Bettlägerigen und Pflegebedürftigen müssen wir dieses Mal für die Menschen in Quarantäne noch spezielle Unterkünfte bereitstellen und auf den Infektionsschutz im Südwerk achten“, fasst Weiße die Besonderheiten in Corona-Zeiten zusammen.

Die Service-Hotline zu Fragen rund um Corona bleibt weiterhin unter der gleichen Telefonnummer erreichbar.

 

Sperrungen für Verkehr & ÖPNV

Muss ein Blindgänger entschärft werden, würde der Evakuierungsbereich für den Verkehr gesperrt. Der genaue Radius ist noch nicht klar. Auch die Nutzer des Öffentlichen Nahverkehrs müssten sich auf Umleitungen einstellen und entsprechende Hinweise beachten. Die zuständigen Stellen erarbeiten laut Stadt derzeit bereits Pläne für Sperrungen und Umleitungen.

 

Im Falle einer Entwarnung

Wenn sich der Blindgängerverdacht nicht bestätigt, wird das Ordnungs- und Bürgeramt am Dienstag, 19. Mai, darüber informieren. Aktuelle Informationen gibt es auf meinKA und auf der Internetseite www.karlsruhe.de/bombenverdacht.

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