News aus Baden-Württemberg
Verdi strebt bessere Arbeitsbedingungen für Erzieher an

News aus Baden-Württemberg Verdi strebt bessere Arbeitsbedingungen für Erzieher an

Quelle: Tom Weller
dpa

Die Arbeit von pädagogischen Fachkräften ist nicht ohne. Oft fallen Tätigkeiten an, die außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit erledigt werden. Das will Verdi ändern.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will bessere Arbeitsbedingungen für pädagogische Fachkräfte durchsetzen. Verdi-Landeschef Martin Gross sagte in Stuttgart, Erzieherin sei ein Beruf mit Zukunft. Die Arbeitsbedingungen seien aber teilweise immer noch aus der Vergangenheit. «Das wollen wir 2022 endgültig ändern.» Dann stehen bundesweit geführte Tarifgespräche für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst an. Sie starten am 25. Februar. Im Südwesten sind rund 100.000 Beschäftigte betroffen.

So hält Verdi eine verbindliche Regelung zum Thema Verfügungszeit für notwendig. Denn bisher werden oft Dinge außerhalb der Arbeitszeit erledigt. Als Beispiel wurden die Vorbereitung eines Gesprächs mit Eltern in der Kita oder die Nachbereitung eines Samstagabends in der mobilen Jugendarbeit genannt. Gross sagte weiter: «Bei den Tarifgesprächen geht es letztlich um die Bewertung der Arbeit, wie pädagogische Fachkräfte eingestuft werden. Von der Einstufung hängt der Verdienst ab.»

Der Kommunale Arbeitgeberverband Baden-Württemberg (KAV) erklärte, der Südwesten zähle zu den Bundesländern mit dem besten Personalschlüssel. Es gebe gute Arbeitsbedingungen, sagte Hauptgeschäftsführer Joachim Wollensak. Gewerkschaften und Arbeitgeber hätten in den vergangenen Jahren die Attraktivität der pädagogischen Berufe gesteigert.

Der Verdi-Landeschef kritisierte das bisherige Verhalten der Arbeitgeber: «Sonntags singen auch die Arbeitgeber ein Loblied auf die frühkindliche Bildung. Ab Montag sind sie dann wieder nur noch als Sparkommissare unterwegs.» Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März plant Verdi einen großen Aktionstag. Flächendeckende Protestaktionen während der Tarifgespräche wurden nicht ausgeschlossen. «In den letzten beiden großen Tarifrunden zu diesem Thema haben wir uns jeden Millimeter leider erkämpfen müssen.»

Gross sagte, die Eltern spürten den Fachkräftemangel schon jetzt, weil ausreichend Plätze zur Betreuung für ihre Kinder fehlten, weil Öffnungszeiten eingeschränkt würden.

 

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