Die wachsamen Augen des Tunnelbetriebs
Verkehrsbetriebe Karlsruhe bilden Tunneldisponenten für Kombilösung aus

Die wachsamen Augen des Tunnelbetriebs Verkehrsbetriebe Karlsruhe bilden Tunneldisponenten für Kombilösung aus

Quelle: Sarah Fricke/ VBK

40 Fachkräfte aus dem Team der zentralen Leitstelle der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) werden derzeit sukzessive zu Tunneldisponenten für das Stellwerk im neuen Karlsruher Stadtbahntunnel ausgebildet, darüber informieren die VBK in einer Mitteilung.

40 VBK-Fachkräfte werden Tunneldisponenten

Wie die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) informieren, werden derzeit 40 Fachkräfte aus dem Team der zentralen Leitstelle der VBK sukzessive zu Tunneldisponenten für das Stellwerk im neuen Karlsruher Stadtbahntunnel ausgebildet. Die Tätigkeit ist eine Zusatzqualifikation, die von den gelernten Verkehrsmeisterinnen und Verkehrsmeistern wechselweise zu ihrer bisherigen Tätigkeit in der Leitstelle ausgeführt wird.

Dass es im Straßenbahnbetrieb der VBK überhaupt ein Stellwerk gibt, ist neu. Die Straßenbahn-Bau- und Betriebsordnung (BOStrab) verlangt eine sogenannte Zugsicherung für U-Bahn-Tunnel mit automatisch betriebenen Signalen und Weichen. In der Praxis des Bahnbetriebs findet dieses Verfahren ansonsten hauptsächlich im Eisenbahnbereich statt. Oberirdisch wird in der Stadt „auf Sicht“ gefahren, heißt es in der Pressemeldung.

 

Der Betrieb muss am Laufen gehalten werden

„Das Stellwerk bietet die erforderliche Sicherheit, ermöglicht die in Karlsruhe extrem hohe Kapazität des Tunnels mit einer Bahn etwa alle 100 Sekunden zur Hauptverkehrszeit und verhindert im Störungsfall ein Stehenbleiben der Bahnen mitten im Tunnel“, erklärt Jürgen Fitterer.

Denn oberste Prämisse der Leitstelle ist immer: Der Betrieb muss am Laufen gehalten oder im Störungsfall schnellstmöglich wieder zum Laufen gebracht werden – ober- wie unterirdisch.

„Unterirdisch kommt für uns noch die Aufgabe hinzu, dass im Notfall kein Fahrzeug auf der Strecke zwischen den nah beieinander liegenden Haltestellen stehen bleiben soll. Ziel ist immer die nächste Haltestelle, weil dort eine mögliche Evakuierung der Fahrgäste deutlich leichter fällt“, so Fitterer

 

Stellwerksarbeitsplatz: 24 Stunden Schichtbetrieb

Zusammen mit seinem Kollegen Thomas Gramlich ist Fitterer für die Ausbildung der Kolleginnen und Kollegen auf dem Tunnelstellwerk zuständig. Die Unterlagen dazu hat er in monatelanger Arbeit mit seinem Kollegen Bruno Falk erstellt. 17 Frauen und Männer aus dem Team der Leitstellendisponenten sind bereits geschult. Damit ist die 24-Stunden- Besetzung des neuen Arbeitsplatzes ab der Tunnelinbetriebnahme Mitte Dezember gesichert.

Aktuell ist dieser Arbeitsplatz in der Karlsruher Gerwigstraße immer dann von einem fertig ausgebildeten Verkehrsmeister besetzt, wenn in der Röhre Betrieb ist – beispielsweise durch die werktäglichen Tunnelschulungen der Fahrschulgruppen, Belastungstests in der Nacht oder sonstige Testfahrten.

„Für das Stellwerks-Team sind das perfekte Bedingungen, um sich sukzessive in die verantwortungsvolle Aufgabe einzuarbeiten“, sagt Thomas Gramlich. Ab Dezember wird der Stellwerksarbeitsplatz im Schichtbetrieb 24 Stunden besetzt sein, denn in den wenigen Stunden, in denen VBK und die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) unten keine Fahrgäste befördern, werden beispielsweise Wartungsarbeiten stattfinden und auch dabei ist eine Überwachung der Gleisanlagen erforderlich.

 

15-tägige Ausbildung mit einer Abschlussprüfung

Die Ausbildung für die Bedienung des Stellwerks umfasst 15 Tage: Theorie, Störungsmanagement und am Ende schließen alle Frauen und Männer mit einer Prüfung ab. „Zum Einstieg gehen wir mit dem Team nach unten und schauen uns beispielhaft an, was wir für das Stellwerk eigentlich alles im Tunnel verbaut haben – also 62 Lichtsignale, 13 Weichen und wir besichtigen den großen Rechnerraum am Marktplatz – das Herzstück des Stellwerks“, erklärt Fitterer zum Ablauf der Ausbildung.

Die einfahrenden Fahrzeuge kommunizieren mit dem Stellwerk automatisch über eine Linienkennung. „Auf unseren Monitoren überwachen wir ihre Bewegungen und können im Störungsfall sofort eingreifen. Zum Beispiel, wenn eine Weiche ihre endgültige Lage nicht erreicht. Aber auch, wenn wir nach einem Unfall umleiten müssen“, erklärt Gramlich.

 

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