News aus Baden-Württemberg
Verkehrsclub mahnt Verbesserung der Qualität im Nahverkehr an

News aus Baden-Württemberg Verkehrsclub mahnt Verbesserung der Qualität im Nahverkehr an

Quelle: Tom Weller/dpa/Symbolbild
dpa

Der Bund-Länder-Kompromiss zum Nahverkehr bringt nach Einschätzung von Verbänden und der Politik nur eine kurzfristige Entlastung. Die Forderung nach dauerhaft mehr Mitteln bleibt bestehen.

Landeschef Matthias Lieb sagte am Donnerstag in Stuttgart: «Für viele der heutigen Fahrgäste im Nahverkehr führt dies zu deutlichen Einsparungen, kosten doch Pendlerfahrkarten heute häufig 100 bis 150 Euro.» Es bleibe jedoch die spannende Frage, wie viele Neukunden mit dem Angebot einer bundesweit gültigen, alle Tarifhürden beseitigenden Fahrkarte gewonnen werden könnten.

Für das Ticket rechnet das Land mit Kosten von rund 180 Millionen Euro pro Jahr, wie das Finanzministerium mitteilte. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte am Mittwochabend von einem «Gamechanger» gesprochen. «Es ist günstig und wunderbar einfach. Es leitet das Ende des Tarifdschungels in Deutschland ein. Es lädt zum Um- und Einsteigen ein. Es ist ein Klimaticket.» Doch Hermann warnte vor zuviel Euphorie. «Schon bald könnte es allerdings den Effekt haben, dass mehr Busse und Bahnen und dafür mehr Mittel nötig werden.»

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP, Christian Jung, sagte, Hermann gefalle sich offenbar darin, ständig sein eigenes Süppchen zu kochen, von eigenen Verantwortlichkeiten abzulenken und beständig mehr zu fordern. «Das schwächt nicht nur die Rolle Baden-Württembergs im Bund. Er merkt offenbar auch nicht, wie er sich unbewusst mit diesen Äußerungen ins eigene Knie schießt.» Er male jetzt schon eine Drohkulisse an die Wand, dass womöglich in wenigen Jahren Verkehre abbestellt werden müssten, wenn der Bund nicht noch mehr Geld gebe.

Unterstützung bekam Hermann vom Verband Pro Bahn. Landeschef Joachim Barth sagte, wichtig sei aber auch eine dauerhafte Sicherung der Finanzierung des Nahverkehrs. «Deshalb wird in den kommenden Jahren eine weitere Erhöhung der von Bund und Ländern zur Verfügung gestellten Gelder nötig sein.»

Bund und Länder einigten sich am Mittwoch über offene Finanzierungsfragen beim öffentlichen Personennahverkehr. Damit ist der Weg für das 49-Euro-Ticket frei. Das digitale, bundesweit gültige «Deutschlandticket» soll schnell eingeführt werden. Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) nannte als Ziel einen Start Anfang Januar.

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Thomas Dörflinger, sagte durch das neue Ticket gebe es einen großen Anreiz, vom Auto auf den Nahverkehr umzusteigen.

Lieb sagte, für die stärkere Nutzung des Nahverkehrs sei nicht nur der Preis, sondern in viel stärkerem Maße die Qualität und Dichte des Angebotes maßgeblich. «Und hier sind die getroffenen Vereinbarungen nicht ausreichend.» Durch die starken Preissteigerungen, gerade bei der Energie, hätten die Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger für den Nahverkehr derzeit große Probleme, ihre Finanzen im Lot zu halten. «Die Erhöhung der Regionalisierungsmittel, die zudem geringer als erwartet ausgefallen ist, führt zunächst nur zu einer Entlastung beim Schienenverkehr, nicht aber im Busverkehr.» Hier fehlten weiterhin Instrumente für die Stadt- und Landkreise und für den eigenwirtschaftlichen Busverkehr, die Energiekostensteigerung auszugleichen.

 

Weitere Nachrichten

Vorfall in Tiefgarage: Frau mit Stichverletzung in Klinik – Unbekannter gesucht

Eine 55-Jährige ist in Karlsruhe in einer Hotel-Tiefgarage durch einen Stich schwer verletzt worden. Die Frau betrat nach derzeitigem Kenntnisstand die Tiefgarage in der Fautenbruchstraße, über ein Treppenhaus, teilte die Polizei mit.

DRK ruft zum Blutspenden auf: Darum sind Blutreserven im Südwesten knapp

Beim Blutspenden zählt derzeit jeder Tropfen: In Baden-Württemberg sind die Vorräte knapp. Erkältungen und Herbstferien verschärfen den Engpass - und die nächste Belastungsprobe steht schon bevor.

Queerfeindliche Straftaten in Baden-Württemberg nehmen zu

Die registrierten Straftaten gegen queere Menschen steigen im Südwesten deutlich an. Die Polizei warnt vor Übergriffen bei Dating-App-Treffen.

Landkreis Karlsruhe: 61-Jähriger nach Sturz mit E-Scooter in Krankenhaus gestorben

Ein 61-jähriger Mann ist zehn Tage nach einem Unfall mit seinem E-Scooter in Flehingen bei Karlsruhe im Krankenhaus gestorben. Er hatte am 19. Oktober wohl eine Bordsteinkante überfahren und war gestürzt, wie die Polizei am selben Tag mitteilte.

Vogel verstopft Abgasleitung in Stutensee: Frau an Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung gestorben

Eine 81-jährige Frau ist in Stutensee (Kreis Karlsruhe) an den Folgen einer Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung gestorben. Ein Vogel hatte zuvor die Abgasleitung einer Heizungsanlage ihres Wohnhauses verstopft.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.