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Weniger Ausbildungsverträge im Land: Wirtschaft schlägt Alarm

News Weniger Ausbildungsverträge im Land: Wirtschaft schlägt Alarm

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
dpa

Fachkräfte dringend gesucht, doch immer weniger Azubis: Warum Unternehmen Ausbildungsplätze nicht nachbesetzen und was das für die Zukunft bedeutet.

Die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg sind 2025 stark zurückgegangen: Sie sanken um 6,3 Prozent auf 37.453 Verträge, wie der Vizepräsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK), Claus Paal, in Stuttgart mitteilte. Dies sei ein Alarmsignal für die wirtschaftliche Zukunft des Landes. «Fachkräftesicherung beginnt nicht morgen, sondern heute – mit einer starken und verlässlichen Ausbildung.» Gerade in diesen herausfordernden Zeiten dürften sich die Betriebe nicht aus der Ausbildung zurückzuziehen, sondern sie müssten bewusst in die nächste Generation investieren.

Die Gründe für den Rückgang der Lehrlingszahlen sind vielschichtig. Die Leiterin Berufliche Bildung und Fachkräfte bei der IHK Region Stuttgart, Andrea Bosch, weist zum einen auf die Wirtschaftsflaute hin. Unternehmen reagierten vorsichtiger und besetzen frei werdende Ausbildungsplätze deutlich seltener nach. «Während Kündigungen während der Probezeit in früheren Jahren häufig bis in den Herbst hinein ausgeglichen wurden, blieb diese Nachbesetzung im Jahr 2025 weitgehend aus.» Parallel dazu sei die Zahl der Vertragslösungen während der Probezeit gestiegen. Trotz zahlreicher offener Ausbildungsstellen berichten Betriebe weiterhin von Schwierigkeiten, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, wie Bosch erläuterte.

 

Industrieberufe vom Rückgang besonders stark betroffen

Paal sagte, die Auszubildenden von heute seien die Fachkräfte, die man morgen dringend bräuchten. Deutlich weniger Azubis gab es 2025 im Bereich der Industrie, beispielsweise beim Industriemechaniker oder Mechatroniker, bei den Industriekaufleuten und im Handel. Ein leichtes Plus wurde hingegen landesweit lediglich bei den Bankkaufleuten und den Berufen im Hotel- und Gaststättengewerbe verzeichnet.

 

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