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Weniger Straftaten und sexuelle Gewalt in Schwimmbädern

Nachrichten Weniger Straftaten und sexuelle Gewalt in Schwimmbädern

Quelle: Thomas Frey/dpa
dpa

Sommer, Freibad, Badespaß – könnte man meinen. Aber zwischen Wellenbecken, Sprungturm und Strudelbereich kann es auch ganz anders zugehen. Wird das Becken zunehmend zum Tatort?

Mit den steigenden Temperaturen und den Massen in den Freibädern werden die baden-württembergischen Schwimmbecken Jahr für Jahr zu Tatorten. Die Polizei wird auch in diesen Tagen immer wieder wegen Beleidigungen oder Bedrohungen, Handgreiflichkeiten und wegen sexueller Übergriffe an den Beckenrand gerufen.

Zuletzt soll ein 27-Jähriger im Besigheimer Freibad zwei 14-jährige Mädchen belästigt haben, weil er sie während eines Handstands im flachen Bereich des Beckens berührte. In Asperg masturbierte ein 25 Jahre alter Mann im Nichtschwimmerbecken des Freibades auf einer Sprudelliege vor drei Jungen und in Eltlingen wurde ein Achtjähriger laut Polizei im Strömungskanal zwischen den Beinen berührt, als er vom unbekannten Täter überholt wurde. Hinzu kommen Schlägereien, Bademeister werden beleidigt, es wird geklaut und betrogen.

 

Vor allem Diebstahl und Körperverletzung

Aber nimmt die Gewalt wirklich zu? Nicht wirklich, wenn man der Statistik des Innenministeriums folgt. Nach dieser hat sich die Lage in den baden-württembergischen Freibädern seit dem steilen Anstieg von Straftaten nach der Corona-Delle nicht wesentlich verschärft, im Gegenteil.

Laut Sicherheitsbericht ist die Zahl der Straftaten in Freibädern im Jahr 2024 und im Vergleich zum Jahr zuvor um 17,7 Prozent auf 909 Fälle gesunken. «Hierbei handelte es sich primär um Diebstahls- und Körperverletzungsdelikte», heißt es aus dem Ministerium. Im Jahr zuvor war die Summe der erfassten Straftaten bereits um fast sechs Prozent zurückgegangen. Zahlen für die vergangenen sechs Monate liegen noch nicht vor.

 

Hemmschwelle sinkt

Was aber bleibt, das sind die deutlichen Probleme mit oft jungen und aggressiven Besuchern und die überdurchschnittliche Zahl der Tatverdächtigen ohne einen deutschen Pass. «Die Hemmschwelle bei der Gewaltbereitschaft ist gesunken», sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft öffentliche Bäder Baden-Württemberg (ARGE), Necdet Mantar. Bereits vor Ausbruch der Pandemie hätten viele Bäder Sicherheitspersonal eingesetzt – nicht zuletzt auch, um das eigene Personal zu entlasten.

Nachdem es in der Vergangenheit immer wieder zu Tumulten und Schlägereien Jugendlicher und junger Männer gekommen war, haben Freibäder seit dem Sommer 2023 auch weitere Sicherheitsmaßnahmen in den Bädern eingeführt. Dazu zählen in einigen Betrieben Ausweispflicht und Taschenkontrollen, es gibt auch Videoüberwachungen.

Natürlich sei jeder Fall einer zu viel, sagt Mantar. Mit Blick auf die vielen Millionen Besucher in allen baden-württembergischen ARGE-Bädern liege die Zahl der Straftaten aber noch im Rahmen.

 

Auch weniger Fälle sexueller Gewalt

Trotz der geballten Zahl der Fälle aus den vergangenen heißen Sommertagen ist auch auffällig, dass die Zahl der Fälle sexueller Gewalt in den baden-württembergischen Schwimmbädern zumindest im vergangenen Jahr wieder zurückgegangen ist. Wurden vor zwei Jahren noch 187 Straftaten in diesem Bereich und insgesamt in Hallen- und Freibädern registriert, so waren es im Jahr darauf 171. Das entspricht einem Rückgang um 8,6 Prozent, wie das Landeskriminalamt (LKA) mitteilte.

Das Niveau liegt aber weiter deutlich über den Zahlen von 2022 (138 Fälle in Hallen- und Freibädern) und insgesamt noch sehr stark über den Werten aus den Jahren vor der Pandemie.

Auffällig ist allerdings, dass fast zwei von drei Tatverdächtigen in den Hallen- und Freibädern keinen deutschen Pass besitzen. Insgesamt kommen laut LKA 80 der 133 erfassten Verdächtigen aus dem Ausland. Während die Gesamtzahl der Tatverdächtigen um knapp 9 Prozent zurückgegangen ist, legte sie bei den Ausländern um 8 Prozent zu.

 

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