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Neue Landeschefin: Verdi hat im Südwesten ein neues Gesicht

Nachrichten Neue Landeschefin: Verdi hat im Südwesten ein neues Gesicht

Quelle: Christoph Schmidt/dpa
dpa

Vom Briefkasten zur Gewerkschaftsspitze: Maike Schollenberger ist neue Landeschefin von Verdi in Baden-Württemberg. Doch der Wechsel bringt mehr als ein neues Gesicht.

Generationenwechsel bei Verdi: Maike Schollenberger ist neue Landeschefin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Baden-Württemberg. Die 35-Jährige wurde mit 96,1 Prozent der Stimmen zur Nachfolgerin von Martin Gross gewählt, wie die Gewerkschaft in Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) mitteilte.

In ihrer Bewerbung sagte Schollenberger, dass es in Zeiten vieler Krisen eine progressive Kraft brauche, auf die sich die Menschen verlassen können. Verdi sei deshalb so relevant, weil die Gewerkschaft politisch, kämpferisch und kritisch sei – und damit eine «stabilisierende Säule der Demokratie».

Die neue Landeschefin will Verdi künftig stärker als Mitmach-Gewerkschaft positionieren und als festen Bestandteil sozialer Bewegungen etablieren – etwa im Bündnis gegen Altersarmut, in Allianzen gegen Rechtsextremismus, im Schulterschluss mit der Klimabewegung oder durch die Teilnahme an den Christopher Street Days im Land. So kann die Gewerkschaft ihrer Ansicht nach ein Vorbild für dringend benötigten gesellschaftlichen Zusammenhalt sein.

Vom Briefkasten zur Gewerkschaftsspitze

Der 64-jährige Gross hatte den Verdi-Landesbezirk seit 2016 geleitet. Er wurde bei der Landesbezirkskonferenz am Samstag in den Ruhestand verabschiedet. Zur Konferenz waren neben den rund 160 Delegierten auch zahlreiche Gäste gekommen, darunter Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) und Sozialminister Manne Lucha (Grüne).

Schollenberger hat einen schnellen Aufstieg hinter sich: Bis 2014 war sie als Briefzustellerin bei der Deutschen Post tätig. Anschließend wechselte sie zu Verdi, wo sie von 2019 bis 2023 als Landesbezirksjugendsekretärin arbeitete. Danach wurde sie eine von zwei Stellvertreterinnen von Vorgänger Gross.

Stimme für Zehntausende Beschäftigte

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ist nach der IG Metall die zweitgrößte Gewerkschaft in Deutschland. Bundesweit hatte sie zuletzt rund 1,9 Millionen Mitglieder – mehr als 200.000 davon in Baden-Württemberg. Verdi setzt sich für die Interessen von Beschäftigten in verschiedenen Branchen ein. Dazu gehören unter anderem der Öffentliche Dienst, aber auch die Bereiche Verkehr, Handel, Kommunikation, Gesundheit, soziale Dienste sowie Post und Logistik.

Zu den zentralen Aufgaben von Verdi gehört das Aushandeln von Tarifverträgen mit Arbeitgebern, um bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu erreichen. Ein zentrales Mittel dabei sind Streiks und Warnstreiks, mit denen die Gewerkschaft in Verhandlungen Druck auf die Arbeitgeber ausübt.

 

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