News aus Baden-Württemberg
Zahl der Amphibien bei Krötenwanderung geht weiter zurück

News aus Baden-Württemberg Zahl der Amphibien bei Krötenwanderung geht weiter zurück

Quelle: Philipp von Ditfurth
dpa

Die Trockenheit der vergangenen Jahre und der Eingriff von Menschen und Industrie in die Landschaft bedroht nach Ansicht von Artenschützern zunehmend Frösche, Salamander und Kröten in Baden-Württemberg.

«Wir haben flächendeckend Riesenprobleme mit den Amphibien», sagte Peter Berthold vom Max-Planck-Institut in Radolfzell. Die Zukunft für Amphibien sei keineswegs rosig, sagt er. Es sei zu befürchten, dass sie in nicht allzu langer Zeit komplett aussterben könnten. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) spricht mit Blick auf die dürftigen Ergebnisse der jüngsten Krötenwanderung von einer dramatischen Entwicklung.

Für die Tiere sei es seit Jahren zu trocken, erklären Naturschützer. Auch die Kälte des Frühjahrs schwäche die Lurche. Das Klima bringe ihren Rhythmus durcheinander und bremse die Eiablage. Deshalb könne von einem vielstimmigen Gequake rund ums Wasser keine Rede sein, im Gegenteil. «Es wird still am Tümpel», sagte der Amphibien-Fachmann Hubert Laufer. «Immer mehr Froschkonzerte finden nur noch in einer Notbesetzung statt.»

Von den 18 in Baden-Württemberg heimischen Amphibienarten und dem Ochsenfrosch stehen 60 Prozent auf der Roten Liste. Der Moorfrosch ist vom Aussterben bedroht, Kammmolch, Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke, Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Wechselkröte und Laubfrosch sind stark gefährdet, Feuersalamander, Springfrosch und Seefrosch gefährdet. «Wirklich ungefährdet ist eigentlich nur ein halbes Dutzend Arten», sagte der BUND-Naturschutzreferent Dominic Hahn.

 

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