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Zehntausende Ausbildungsplätze im Südwesten sind noch frei

News Zehntausende Ausbildungsplätze im Südwesten sind noch frei

Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
dpa

Im Land gibt es mehr als 34.000 offene Ausbildungsstellen. Trotz voller Bewerberlisten bleiben viele Plätze leer – weil Betriebe und Jugendliche nicht zueinanderfinden. Doch das muss nicht so sein.

Mehr als die Hälfte der Ausbildungsplätze im Südwesten sind noch unbesetzt. Im Mai waren nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit noch gut 34.000 Stellen offen. «Wer gute Zukunftschancen haben möchte, sollte direkt mit einer Ausbildung starten», sagte Martina Musati, die Chefin der Regionaldirektion Baden-Württemberg. Eine Ausbildung sei das Fundament für einen stabilen Berufsweg. Es gebe noch genügend Chancen.

Bis Mai wurden den Angaben zufolge fast 67.000 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind weniger als in den beiden Vorjahren. Die angespannte wirtschaftliche Entwicklung mache sich auch hier bemerkbar. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber kletterte dagegen auf knapp 46.300. Fast 12.400 von ihnen hatten einen ausländischen Pass – ein Plus von über 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Unter ihnen seien viele Geflüchtete. Der Ausbildungsmarkt wird den Angaben zufolge damit wesentlich von Bewerbern mit ausländischem Pass getragen. Ohne sie würden Bewerbungszahlen sinken, hieß es.

Trotzdem nahm zugleich aber auch die Zahl der unversorgten Jugendlichen zu: Gut 22.700 junge Menschen suchen noch einen Ausbildungsplatz. Hauptgründe dafür seien sogenannten Passungsprobleme – also Unterschiede zwischen den Anforderungen der Betriebe und den Qualifikationen der Jugendlichen. Häufig passten demnach Noten, Sprachkenntnisse oder soziale Kompetenzen nicht.

Ungenutzte Chancen: Förderprogramme kaum bekannt

Dafür gibt es den Angaben nach aber eine Lösung, die «Assistiere Ausbildung». Das ist ein Förderinstrument der Arbeitsagentur, bei dem Unternehmen bei der Suche nach einem Bewerber und Azubis während der Ausbildung unterstützt werden. Viele Betriebe würden das Angebot aber gar nicht kennen. 2024 haben demnach nur 6.320 Betriebe im Land das Instrument genutzt.

Musati rief die Arbeitgeber dazu auf, auch Bewerberinnen und Bewerbern mit Startschwierigkeiten eine Chance zu geben. Diese Jugendliche brächten oft ungeahntes Potenzial mit – sie bräuchten nur eine Chance, es zu zeigen: «Wer heute jungen Menschen mit Startschwierigkeiten eine Chance gibt, gewinnt morgen Fachkräfte für das eigene Unternehmen. Wir dürfen diese Potenziale nicht ungenutzt lassen.»

 

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