Zum Überstehen der Corona-Krise
Achtung, Suchtgefahr – 7 Serien-Tipps gegen die Langeweile

Zum Überstehen der Corona-Krise Achtung, Suchtgefahr – 7 Serien-Tipps gegen die Langeweile

Quelle: Pixabay

Aufgrund der Corona-Beschränkungen ist der Alltag ein anderer. Statt den Feierabend mit Freunden im Biergarten oder den Samstag in der Bar oder im Club ausklingen zu lassen, wird viel mehr Zeit zuhause verbracht. Zeit für Serien! meinKA hat sieben Empfehlungen.

Zeit für Serien, Zeit für Bingewatching!

Die Corona-Krise verändert das Leben aller. Restaurants bleiben geschlossen, Bar und Clubs sind zu, Sportvereine müssen aufs Training verzichten und auch die Tiere im Karlsruher Zoo müssen noch auf die Besucher warten. Was bleibt, ist gerade am Abend und am Wochenende viel Zeit. Die perfekte Zeit, um neue Serien anzuschauen, von ihnen gefesselt zu werden und prompt die ganze Staffel durchgeschaut zu haben.

Doch wo fängt man am besten an? Da gibt es die Klassiker. Denn es soll ja tatsächlich immer noch Menschen geben, die die spanische Serie „Haus des Geldes“ nicht gesehen haben. Wenn das der Fall ist, ist jetzt die Zeit gekommen, um das nachzuholen – inklusive der vierten Staffel, die seit dem 3. April 2020 auf Netflix verfügbar ist. Doch neben den großen Serien, die in aller Munde sind, gibt es auch neuere und unbekanntere Formate, denen Beachtung geschenkt werden sollte.

meinKA mit sieben Serien, die man gesehen haben sollte.

 

Haus des Geldes – Bankraub mit starken Charakteren

Worum geht’s?

„La Casa de Papel“, wie die Serie im Original heißt, ist eine Bankräuber-Story. Der geniale Professor sammelt einige Kleinkriminelle, Diebe und andere Gesetzesbrecher um sich, um in die spanische Banknotendruckerei (und in der aktuellen Staffel in die Zentralbank in Madrid) einzubrechen. Um ihre Identität zu schützen und keine persönlichen Bindungen aufzubauen, kennen sie untereinander nicht ihre richtigen Namen. Stattdessen benennen sie sich nach Hauptstädten: Tokio, Rio, Nairobi, Berlin, Helsinki, Denver und Co. Während das Team im Inneren Geld druckt und sich um die Geiseln sorgt, agiert der Professor als Mastermind von außen. Doch die Polizei bekriegt die Eindringlinge hart und auch innerhalb des Teams kommt es immer wieder zu Konflikten.

Warum „Haus des Geldes“ so gut ist

Spannend, dramatisch, gesellschaftskritisch: Diese Serie bringt jeden zum Bingewatchen. Am Ende jeder Folge bleibt quasi keine andere Möglichkeit, als die nächste zu starten. Die Gangster sind keine skrupellosen Bösewichte, sondern starke Charaktere mit Hintergrundgeschichten, die sie zu dem machten, was sie sind. Rückblicke machen diese Erklärungen möglich. „Haus des Geldes“ ist voll von starken Frauenfiguren, allen voran Tokio, Nairobi und gerissene Ermittlerinnen bei der Polizei, die ihre Kollegen immer wieder überfordern. Es geht um Zusammenhalt, Vertrauen, Machtspiele, Eifersucht, Liebe und Gewalt, die diese Serie so unfassbar spannend machen und den Zuschauer auch zu Tränen rühren. Ein Must-See!

Verfügbar bei Netflix, vier Staffeln, insgesamt 38 Folgen, ca. 40 Minuten pro Folge

 

 

Mr. Robot – viel mehr als Hacken

Worum geht’s?

Elliot Alderson ist ein junger IT-Sicherheitsspezialist und Hacker mit einer Identitätsstörung. Am Tag arbeitet er für eine renommierte IT-Firma, nachts kämpft er als freischaffender Hacker im Netz gegen die Mächte des vermeintlich Bösen. Er wird vom mysteriösen Mr. Robot für die anarchistische Hackergruppe fsociety rekrutiert, um die Weltwirtschaft ins Schwanken zu bringen. Mit einem großen Hack sollen alle digitalen Kredite und somit die Schulden der Bevölkerung ausgelöscht werden.

Warum „Mr. Robot“ so gut ist

In vier Staffeln kann man in „Mr. Robot“ Oscar-Gewinner Rami Malek bestaunen. Elliot ist Held und Antiheld, mutig und schüchtern, leidenschaftlich, verletzlich, liebenswürdig. Vier Staffeln lang lebt der Zuschauer im Kopf des Protagonisten – und erlebt so die Welt durch seine Augen. Und die ist natürlich auch subjektiv. So kann es vielleicht auch sein, dass Mr. Robot eigentlich gar nicht existiert, sondern nur eine Projektion seines Unterbewusstseins ist? Die Serie lässt das glauben, was Elliot glaubt. „Mr. Robot“ ist eine komplexe und außergewöhnliche Serie mit starken Schauspielern, einer tollen Inszenierung – und es geht um so viel mehr als um das Hacken. „Mr. Robot“ verlangt dem Zuschauer einiges ab, aber es lohnt sich.

Verfügbar bei Amazon Prime, vier Staffeln, insgesamt 45 Folgen, 45-60 Minuten pro Folge

 

 

Brooklyn Nine-Nine – Leichter Stoff mit Witz &Herz

Worum geht’s?

In dieser Serie geht es um die Arbeit des 99. Revier des NYPDs in Brooklyn. Die Detectives sind eine sehr gemischte, aber loyale Gruppe. Sie befragen Verdächtige, verhaften Straftäter und lösen Mordfälle auf. Es geht aber hauptsächlich um die Charaktere und die Beziehungen der Detectives untereinander. Da ist der erfolgreiche, aber kindische Jake Peralta, der auf Vorschriften pochende Captain Raymond Holt, die streberhafte Amy Santiago, die taffe und nie lächelnde Rosa Diaz, der tollpatschige und kulinarisch versierte Charles Boyle sowie die beiden unfähigen Cops Hitchcock und Scully. Ihr Vorgesetzter Terry Jeffords ist ein absoluter Familienmensch, dazu kommt die sehr von sich überzeugte Assistentin Gina Linetti.

Warum „Brooklyn Nine-Nine“ so gut ist

Diese herrlich witzige und chaotische Sitcom ist perfekt für die Corona-Zeit. Einfach 20 Minuten lang abschalten und von Herzen lachen mit Jake Peralta und seinem sympathischen Team tut in der aktuellen Lage, in der so vieles unsicher ist, einfach gut. Durch die zahlreichen Staffeln ist genug Material für Ablenkung geboten. Wer allerdings noch genug andere Beschäftigungen hat, kann eine der meist in sich geschlossenen Folgen ebenso gut einbauen. Weitere Staffeln sind übrigens bereits unterwegs.

Verfügbar bei Netflix, fünf Staffeln mit je 22 oder 23 Folgen, ca. 20 Minuten pro Folge

 

 

Broadchurch – Geheimnisse einer Stadt

Worum geht’s?

Im beschaulichen Küstendorf Broadchurch in Südwestengland wird ein elfjähriger Junge tot am Strand aufgefunden. Die Idylle ist auf einen Schlag zerstört, die Unbeschwertheit verloren. In dem Städtchen, in dem jeder mit jedem irgendwie verknüpft ist, verbreitet sich die Schreckensnachricht rasend schnell. Die Kommissare Alec Hardy und Ellie Miller, die selbst in den Fall verwickelt ist, gehen dem Verbrechen nach und es stellt sich heraus, dass ein Mörder in Broadchurch unterwegs ist. Alle misstrauen plötzlich allen, alle haben etwas zu verbergen. Freunde, Nachbarn und Verwandte werden zu Verdächtigen – und der Ort kommt nicht mehr zur Ruhe.

Warum „Broadchurch“ so gut ist

Oscar-Gewinnerin Olivia Colman gibt es in drei Staffeln der britischen Krimiserie „Broadchurch“ zu erleben. Hier stimmt alles, was ein guter Krimi braucht. Technisch gut gemacht, fesselnd und unglaublich emotional. Noch spannender als die eigentliche Suche nach dem Mörder des Jungen sind die Folgen der Tat für die Kleinstadt. Auf einmal regieren Misstrauen und Zweifel, es kommen Geheimnisse ans Licht, der idyllische Ort hat seine Unschuld verloren. Interessant ist auch die Tatsache, dass die Schauspieler am Set selbst vorab nicht wussten, wer der Mörder ist, sie erfuhren Details immer erst beim Filmen der jeweiligen Szene. Eine besondere Empfehlung: Die Serie in Originalsprache schauen, da kommt sie noch besser rüber! 

Verfügbar auf Netflix, 24 Folgen in drei Staffeln, ca. 45 Minuten pro Folge

 

 

The Mandalorian – die „Star Wars“-Serie

Worum geht’s?

Die Handlung setzt fünf Jahre nach dem Fall des Imperiums in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ ein. Im Zentrum steht der Mandalorianer, ein Einzelkämpfer, der sein Geld als Kopfgeldjäger verdient. Von einem Klienten bekommt er den Auftrag, einen 50-Jährigen aufzuspüren und nach Möglichkeit lebendig zurückzubringen. Es stellt sich aber heraus, dass es sich dabei um ein Baby handelt, welches Yodas Spezies angehört. Diese Bekanntschaft verändert das Leben des Mandalorianers für immer, bringt ihn aber auch in große Schwierigkeiten. Er beschließt, das Kind zu beschützen und wird dadurch immer wieder selbst zur Zielscheibe. 

Warum „The Mandalorian“ so gut ist

Mit Spannung wurde das „Star Wars“-Spin-off „The Mandalorian“ des Produzenten und Autors Jon Favreau erwartet. Mit dieser Serie will Disney+ mit Netflix mitziehen. Erfrischend anders ist, dass es sich nicht um einen über Stunden andauernden Film handelt, der aufgeteilt wurde, sondern um einzelne kleine Abenteuer im „großen Ganzen“ von rund 40 Minuten. Außerdem bietet „The Mandalorian“ viele liebevolle Details und Anspielungen, die „Star Wars“-Fans glücklich machen werden. Daneben sind die Figuren in der Serie gut konzipiert – und ganz ehrlich: Wer will nicht noch viel mehr von Baby Yoda sehen?

Verfügbar bei Disney+, eine Staffel mit acht Folgen, pro Folge ca. 40 Minuten

 

 

The Marvelous Mrs. Maisel – urkomisch & smart

Worum geht’s?

Die Serie spielt im New York der späten 1950er-Jahre. Miriam „Midge“ Maisel ist eine jüdische Hausfrau und Mutter. Schon bald brennt ihr Mann, ein Stand-up-Comedian, mit seiner Sekretärin durch und lässt Frau und Kinder sitzen. Jetzt muss Midge schauen, wie sie alleine klarkommt. Doch eigentlich hatte schon immer sie das bessere Gespür für gute Gags. Betrunken tritt sie im Comedy-Club auf – und wird promt verhaftet, weil sie ihre Brüste auf der Bühne zeigt. Doch sie macht weiter und versucht als Alleinerziehende nebenbei ihren Durchbruch als Komikerin. Dabei macht sie sich lustig über Alltagssituationen, ihre „perfekte“ Ehe und nicht zuletzt über sich selbst.

Warum „The Marvelous Mrs. Maisel“ so gut ist

Diese preisgekrönte Serie von „Gilmore Girls“-Macherin Amy Sherman-Palladino muss man einfach lieben, denn sie ist gleichermaßen urkomisch und intelligent – und sie geht ans Herz. „The Marvelous Mrs. Maisel“ erzählt eine Geschichte der Emanzipation und das weit entfernt von jeglichen Klischees. Große Unterhaltung mit Tiefgang und tollen Schauspielern, beeindruckenden Kostümen und starkem Bühnenbild ist hier garantiert. Völlig zurecht wurde die Serie vielfach ausgezeichnet, die vierte Staffel ist in der Mache.

Verfügbar auf Amazon Prime, drei Staffeln, insgesamt 26 Folgen mit einer Länge zwischen 46 und 76 Minuten

 

 

Tales From The Loop – leise & mitreißend

Worum geht’s?

Wir befinden uns im Dorf Mercer im US-Bundesstaat Ohio. Unter dem Dorf ist eine unterirdische Forschungseinrichtung angesiedelt, „The Loop“ genannt. Die Serie beginnt mit einem Monolog des Chefs der MCEP-Einrichtung. Anschließend geht es um die Einwohner der Stadt und die merkwürdigen Dinge, die ihnen durch Einflüsse des Loops und der dort durchgeführten Experimente widerfahren. So trifft ein Mädchen ihr älteres Ich und zwei Freunde können ihre Identitäten tauschen.

Warum „Tales From The Loop“ so gut ist

Seit Anfang April 2020 gibt es auf Amazon die Serie „Tales From The Loop“ zu sehen und sie ist für Science-Fiction- und Mystery-Fans ein Muss. Die Serie beruht auf dem Bildband des schwedischen Künstlers Simon Stålenhag. In seinen Bildern kombiniert er Kindheitserinnerungen der 80er- und 90er-Jahre sowie schwedische Landschaften mit Zukunftsmotiven, Robotern und Flugschiffen. Aus diesen Gemälden werden in „Tales From The Loop“ Erzählungen in einer rätselhaften Welt. Dabei ist dieses kleine Kunstwerk voller 80er-Nostalgie eine langsame Serie, die ganz auf Action verzichtet. Doch das braucht „Tales From The Loop“ auch nicht – wer sich anfangs darauf einlässt, den reißt die nachdenkliche und bildgewaltige Serie mit.

Verfügbar auf Amazon Prime, eine Staffel mit acht Folgen, ca. 50-60 Minuten pro Folge

 

Auch interessant


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Daumen hoch, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, oder zeigen Sie uns, dass wir uns verbessern können.

100%
0%

Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.