News aus Baden-Württemberg
Baggersee in Weingarten: Wasserqualität nur „ausreichend“

News aus Baden-Württemberg Baggersee in Weingarten: Wasserqualität nur „ausreichend“

Quelle: Melanie Hofheinz

An 316 Badestellen im Südwesten ist im vergangenen Jahr die Wasserqualität regelmäßig überprüft worden. Im Zuge einer europaweiten Auswertung wurden nun die Ergebnisse präsentiert. Hoffnungen können sich auch Freibadbesucher in Corona-Zeiten machen.

Wer angesichts steigender Temperaturen und Sonnenschein in Baden-Württemberg in einen Badesee steigt, braucht sich über die Wasserqualität in der Regel keine Gedanken machen. Im Badegewässer-Bericht, den die Europäische Umweltagentur EEA am Dienstag in Kopenhagen veröffentlichte, hat kein einziges der untersuchten Gewässer im Südwesten mangelhafte Qualität. Von den 316 in der Badesaison 2020 regelmäßig kontrollierten Badestellen im Land seien 301 Badestellen (94 Prozent) zum Baden «sehr gut» geeignet, erläuterte das Gesundheitsministerium in Stuttgart.

Für einige Badestellen fehlen aber Angaben oder es wurden nicht ausreichend Proben genommen, wie aus einer Übersicht der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) hervorgeht, die Grundlage für die Auswertung ist. Und zu beachten ist eben: Die Daten stammen aus dem vergangenen Jahr. Wer es ganz genau wissen will, muss gegebenenfalls also die Behörden vor Ort nach aktuelleren Ergebnissen fragen.

Fast alle 2020 untersuchten Badestellen haben den Angaben zufolge eine ausgezeichnete Wasserqualität, manche nur eine gute. Lediglich als ausreichend wurde die Qualität an sechs Gewässern eingestuft. Dies sind der Baggersee in Weingarten (Landkreis Karlsruhe), der Badesee Schutterwald (Ortenaukreis), der Sunthauser See in Bad Dürrheim (Schwarzwald-Baar-Kreis), die Lauchert in Burladingen (Zollernalbkreis), der Rösslerweiher in Schlier (Landkreis Ravensburg) und der Badesee Goldscheuer in Kehl (Ortenaukreis). Letzterer hatte 2019 noch als einzige der untersuchten Badestellen in Baden-Württemberg eine mangelhafte Bewertung erhalten.

Der Amtschef des Gesundheitsministeriums, Uwe Lahl, wies darauf hin, dass trotz vergleichsweise entspannter Corona-Lage noch kein Anlass zur Entwarnung bestehe. «Abstands- und Hygieneregeln müssen weiterhin konsequent eingehalten werden.» Ein Sprecher des Ministeriums kündigte darüber hinaus an, bei sinkender Inzidenz solle es mit der diese Woche anstehenden Überarbeitung der Corona-Verordnung des Landes auch Erleichterungen für den Zugang zu Freibädern geben.

Eine Badestelle sei zeitweilig wegen hygienischer Belastungen auf Grund von zahlreichen Wasservögeln mit mangelhaft bewertet worden, teilte das Ministerium weiter mit. «Diese Badestelle bleibt in der Badesaison 2021 geschlossen.» Auch Wolkenbrüche beispielsweise könnten dazu führen, dass Keime oder Schadstoffe in Gewässer gelangen. Daher empfiehlt das Ministerium auch die an Badeseen aufgestellten Hinweise und Badewarnungen zu beachten. Vom Baden in Flüssen rät es hingegen weiterhin ab. Diese seien – abgesehen von wenigen ausgewiesenen Badestellen – nicht zum Baden geeignet. Sie würden daher auch nicht auf Verunreinigungen kontrolliert.

In den ausgewiesenen Badestellen hingegen entnehmen die Gesundheitsämter den Angaben zufolge während der Badesaison – in der Regel vom 1. Juni bis zum 15. September – mindestens einmal im Monat Wasserproben. Diese würden im Labor untersucht. Alljährlich veröffentlicht die EEA eine Übersicht, wie es um die Wasserqualität in Seen, Flüssen und Küstengewässern bestellt ist.

 

 

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