News aus Baden-Württemberg
Bahn läutet Anfang vom Ende für Diesel in Regionalzügen ein

News aus Baden-Württemberg Bahn läutet Anfang vom Ende für Diesel in Regionalzügen ein

Quelle: Felix Kästle/dpa
dpa

Klimaschonend mit der Bahn unterwegs? Bei Dieselzügen war das bisher nur bedingt der Fall. Die Bahn will sich auch im Regionalverkehr von dem fossilen Kraftstoff verabschieden – und fängt in Oberschwaben an.

In Oberschwaben ist seit Donnerstag der erste Regionalzug der Deutschen Bahn mit Biosprit unterwegs. Durch die Umstellung würden im Vergleich zum Einsatz von Diesel rund 90 Prozent der CO2-Emissionen eingespart, teilten die Bahn und das baden-württembergische Verkehrsministerium mit. 57 Züge sollen an der umgerüsteten Tankstelle im Bahnhof Aulendorf (Landkreis Ravensburg) aufgefüllt werden und klimaschonender in der Region Donau-Ostalb unterwegs sein. Nach und nach sollen alle Regionalzüge der Bahn-Flotte bundesweit auf Biokraftstoffe umgerüstet werden.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann sagte am Donnerstag in Aulendorf, das Land arbeite an einer Strategie, um vom Diesel wegzukommen. «Dort, wo die Elektrifizierung noch nicht möglich ist, setzen wir auf alternative Kraftstoffe», sagte der Grünen-Politiker.

Bisher sind nach Angaben des Ministeriums über rund 70 Prozent der Strecken im Land Oberleitungen gespannt. Viele Strecken ohne Fahrdraht liegen demnach im Südosten Baden-Württembergs. Die Umstellung auf Biosprit in der Region Oberschwaben fördert das Land bis zum kommenden Jahr mit 400.000 Euro.

Dass ausgerechnet dort, am vergleichsweise kleinen Bahnhof Aulendorf, die bundesweit erste Biosprit-Tankstelle für einen Regionalzug der Bahn in Betrieb genommen wird, liegt laut einer Bahnsprecherin an den Zügen, die dort unterwegs sind. Die Neigetechnik-Triebwagen und die etwas kleineren Regio-Shuttles könnten einfach mit Biosprit statt Diesel betankt werden – ohne dass größere Umrüstungen nötig wären.

Evelyn Palla, Vorstand Regionalverkehr der Bahn, betonte, die Umrüstung sei eine «Klimaschutz-Sofortmaßnahme». Der Biokraftstoff solle «noch in diesem Jahr» an weiteren Orten in ganz Deutschland eingesetzt werden. Bis zum Jahr 2040 will die Bahn Dieselkraftstoffe vollständig aus ihrer Flotte verbannen. Im Fernverkehr sollen schon bis zum Jahr 2025 alle Dieselloks auf Biosprit umgerüstet werden.

So werden schon seit Juli die Sylt-Shuttles zwischen Niebüll auf dem schleswig-holsteinischen Festland und Westerland auf Sylt mit nachhaltigerem Kraftstoff betankt. Auch im Güterverkehr wird der Biosprit schon an drei Tankstellen in Deutschland genutzt. Der Kraftstoff wird nach Angaben der Bahn aus biologischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt. Damit gebe es keine Konkurrenz zur Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln.

Bei dem Biosprit handelt es sich nach Angaben der Bahn um hydrierte Pflanzenöle. Der Kraftstoff sei derzeit zwar pro Liter etwa 30 Cent teurer als herkömmlicher Diesel. Die Regionalzüge könnten damit aber klimaschonender weiter betrieben werden, bis sie ausrangiert werden müssen. Das spare Ressourcen und diene der Nachhaltigkeit, teilte die Bahn mit. Die für Biosprit umgerüstete Tankstelle in Aulendorf dürften auch andere Bahnunternehmen ohne Nachteile nutzen.

 

Weitere Nachrichten

Wird "Drug Checking" in Baden-Württemberg erlaubt?

Von Karlsruhe aus verbreitet sich eine Warnung vor der gefährlichen Designer-Droge Cychlorphin. «Drug Checking» könnte helfen, Substanzen zu bestimmen. Doch Baden-Württemberg hinkt hier hinterher.

Konjunktur-Stimmung im Handwerk: Viele warten auf bessere Zeiten

Viele Handwerksbetriebe hoffen auf ein Licht am Ende des Tunnels. Wer besonders optimistisch bleibt – und wo das Stimmungsbarometer überraschend steigt.

Kriminelle Ausländer: Migrationsstaatssekretär fordert Druck auf Heimatstaaten

Das Land will mehr Kriminelle nach Syrien abschieben - bislang ist aber nur einmal ein Straftäter ins Flugzeug gesetzt worden. Das liegt nicht zuletzt auch am Bund, meint der Migrationsstaatssekretär.

Feuerpause im Streit um den Wolf? Richter bitten um Aufschub

Es ist ein Hin und Her im Streit um den Abschuss eines Wolfs im Nordschwarzwald. Bis Mitte Februar dürfte die Entscheidung über den «Hornisgrinde-Wolf» nun ruhen. Warum das?

Neue Designer-Droge im Raum Karlsruhe entdeckt: Was man dazu wissen muss

Cychlorphin gilt als hochpotente synthetische Droge: Schon kleine Mengen können zu schweren Vergiftungen führen. Was Fachleute zu Risiken und Schutzmaßnahmen sagen.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.