News aus Baden-Württemberg
Corona-Jahre hinterlassen Spuren: Psychische Krankheitsfälle am häufigsten

News aus Baden-Württemberg Corona-Jahre hinterlassen Spuren: Psychische Krankheitsfälle am häufigsten

Quelle: Pixabay
dpa

Die Corona-Jahre haben Spuren hinterlassen. Immer häufiger müssen Beschäftigte aussetzen, weil sie mit der Situation und Belastungen nicht mehr klarkommen. Betroffen ist vor allem die Pflege.

Trauer und der Pflege-Marathon, die fortwährende Angst vor dem Virus und das Alleinsein in der Zeit der strengen Auflagen: Im zweiten Jahr der Pandemie haben Beschäftigte in Baden-Württemberg drei Prozent mehr Fehlzeiten wegen Depressionen und anderer psychischer Erkrankungen eingereicht als im Jahr zuvor. Zwischen 2011 und 2021 ist die Zahl sogar um mehr als Viertel (27 Prozent) gestiegen, wie aus dem aktuellen «Psychreport» der DAK-Gesundheit hervorgeht.

Besonders betroffen seien Frauen ab 60 Jahren, die an 18 Prozent mehr Tagen aussetzen mussten als im Jahr zuvor. Bei den 55- bis 59-Jährigen nahm die Zahl der Fehltage um zwölf Prozent zu. Für die Männern verzeichnet der Report in beiden Altersgruppen für denselben Zeitraum einen deutlichen Rückgang.

Die meisten Ausfälle wegen psychischer Erkrankungen gibt es in Baden-Württemberg weiter bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen – zumindest unter den DAK-Versicherten (294 Fehltagen je 100 erwerbstätige DAK-Versicherte), auch die öffentliche Verwaltung ist oft betroffen. Für den Report hat das IGES Institut nach Angaben der DAK-Gesundheit die Daten von 280.000 DAK-versicherten Beschäftigten ausgewertet.

«Frauen sind häufiger in sozialen Berufen etwa als Kranken- oder Altenpflegerinnen sowie in Branchen mit viel Menschenkontakt beschäftigt, daher sind ihre Ausfalltage hier höher», sagte Siegfried Euerle, der Landeschef der DAK-Gesundheit in Baden-Württemberg. Hinzu komme, dass in vielen Firmen psychische Probleme weiterhin ein Tabu seien. «Arbeitgeber müssen Stress und mögliche Belastungen mehr in den Fokus rücken und innerbetriebliche Abläufe schaffen, die die psychische Gesundheit stützen», forderte Euerle. «Wir werben für einen offeneren Umgang mit psychischen Belastungen, gerade in stark belasteten Branchen.»

Laut DAK verursachen Depressionen mit Abstand die meisten psychischen Fehltage (38,5 Prozent). Mit 22,6 Prozent folgen die sogenannten Anpassungsstörungen als Reaktionen auf belastende Lebensereignisse, zum Beispiel einen Trauerfall. «Dies kann sich in negativen Veränderungen des Gemütszustandes oder auch in Störungen des Sozialverhaltens ausdrücken», erklärte die DAK.

 

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