Nachrichten
Demonstrationen auch in BW: Streik gegen Wehrdienst – Dürfen Schüler dafür schwänzen?

Nachrichten Demonstrationen auch in BW: Streik gegen Wehrdienst – Dürfen Schüler dafür schwänzen?

Quelle: Peter Kneffel/dpa

Am Donnerstag wollen in vielen Städten Schüler wegen des neuen Wehrdienstes streiken. Aber dürfen Schüler das überhaupt? Und hilft ihnen im Zweifel eine Entschuldigung der Eltern?

Schülerinnen und Schüler wollen am Donnerstag in mehreren Städten in Baden-Württemberg gegen den neuen Wehrdienst demonstrieren. Die Initiatoren haben zu einem «Schulstreik gegen die Wehrpflicht» aufgerufen. Aktionen sind unter anderem in Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe und Mannheim geplant. Aber dürfen Schülerinnen und Schüler überhaupt streiken?

Nein, sagt ein Sprecher des Kultusministeriums. Für alle Schülerinnen und Schüler gelte die Schulpflicht. «Eine Beurlaubung zur Teilnahme an Demonstrationen ist nicht vorgesehen», teilte der Sprecher mit. Auch von ihren Eltern können sich Streikteilnehmer demnach keine Entschuldigung ausstellen lassen. Die Teilnahme an einer Demo sei kein Entschuldigungsgrund, so der Sprecher.

Kultusministerium: Sorgen und Ängste gehören in die Schule

Welche Konsequenzen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Demos aber genau drohen, dürfte von Ort zu Ort variieren. Genau Angaben macht das Ministerium nicht. Nur so viel: «Schulleitungen gehen mit entsprechenden Fehlzeiten verantwortungsvoll und mit Augenmaß um.»

Aus Sicht des Ministeriums gehört die Auseinandersetzung mit politischen Themen in die Schule. «Entscheidend ist, dass Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern genügend Zeit einräumen, um Sorgen, Nöte und Ängste – beispielsweise im Hinblick auf die aktuelle Krisensituation im Nahen Osten – im Unterricht zu besprechen.» Es sei ausdrücklich zu begrüßen, dass die junge Generation politische Entwicklungen aufmerksam verfolge und sich mit Fragen ihrer eigenen Zukunft auseinandersetze. «Schule muss ihnen hierfür einen Ort bieten», hieß es.

Wehrdienst ist zunächst weiter freiwillig

Hintergrund des Schulstreiks ist die Neuregelung des Wehrdienstes in Deutschland. Seit Anfang des Jahres bekommen junge Menschen, die volljährig werden, Fragebögen zugeschickt. Abgefragt werden Angaben zur Person, der Gesundheit sowie die Bereitschaft zum Wehrdienst. Männer müssen den Fragenbogen zurückschicken, Frauen können es freiwillig tun. Für Männer ist auch die Musterung verpflichtend, allerdings befinden sich die Kapazitäten dafür noch im Aufbau. Der Wehrdienst an sich ist aber zunächst freiwillig. Sollte das nicht ausreichen, behält sich die schwarz-rote Koalition die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.

 

Weitere Nachrichten

Wie KI hilft, jugendgefährdende Inhalte im Netz zu entfernen

Mit Künstlicher Intelligenz gegen Hass, Gewalt und Pornografie: Wie von Baden-Württemberg aus Jugendschutz-Verstöße aufgespürt werden. Und ob der Kampf dagegen erfolgreich ist.

Umfrage vor der Landtagswahl: Jeder Fünfte in Baden-Württemberg unentschlossen

Am 8. März entscheidet sich in Baden-Württemberg, wie die Politik in den nächsten fünf Jahren aussieht. Eine Umfrage zeigt: Das Rennen im Südwesten ist weiter offen.

Nach Durststrecke: Maschinenbauer melden kleines Auftragsplus zum Jahresauftakt

Nach drei Jahren Flaute gibt es für Baden-Württembergs Maschinenbauer erste Lichtblicke. Warum die wichtige Branche dennoch vorsichtig bleibt.

Reifenpanne wohl Auslöser für Lkw-Brand im Tunnel

Ein Defekt am Reifen könnte den Brand eines Lastwagens im Engelbergtunnel ausgelöst haben. Die Schäden sind so groß, dass die Weströhre vorerst gesperrt bleibt.

Autobesitzer aufgepasst: Saharastaub legt sich auf Südwesten

Am Wochenende gelangt ein wenig Saharastaub nach Baden-Württemberg. Autofahrer sollten deshalb vielleicht lieber nach dem Wochenende in die Waschanlage fahren.

Wieder spürbares Erdbeben in Baden-Württemberg

Es ist schon das zweite spürbare Beben in einer Woche. Wo die Erde in Baden-Württemberg erneut wackelte.






















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.