News aus Baden-Württemberg
Farbenfrohe Vögel: Bienenfresser gastieren in Baden-Württemberg

News aus Baden-Württemberg Farbenfrohe Vögel: Bienenfresser gastieren in Baden-Württemberg

Quelle: Thomas Warnack/dpa
dpa

Der Name ist Programm – aber das Nahrungsspektrum der Bienenfresser ist viel breiter. Die farbenfrohen Vögel machen immer mal wieder auch Station im Südwesten. Dabei kann man dann vielleicht mit viel Glück und Geduld beobachten, wie die Tiere mit giftiger Beute umgehen.

Dank des vergangenen Sommers haben sich die Populationen der Bienenfresser in Baden-Württemberg wieder erholt. Wegen der Nahrungsknappheit infolge des sehr nassen Julis im Jahr 2021 war viel Brut verloren gegangen, wie Jürgen Rupp von der Fachschaft für Ornithologie Südlicher Oberrhein im Naturschutzbund (Nabu) Deutschland erklärte. «Das hatte negative Auswirkungen auf die Brutsaison 2022, so dass wir in ganz Deutschland einen Rückgang um 20 Prozent und am südlichen Oberrhein sogar um 33 Prozent hatten.»

Vergangenes Jahr habe es dann wieder viel Nachwuchs bei den Vögeln gegeben, so dass die Verluste in 2023 mehr als ausgeglichen seien, erklärte der Experte. «Bei den Kolonien, die ich regelmäßig kontrolliere, kann ich von einer Steigerung um 57 Prozent berichten.» Zahlen aus anderen Teilen der Republik lägen ihm noch nicht vor.

Bienenfresser fallen durch ihr kräftig leuchtendes Federkleid auf: die Kehle gelb, der Rücken kastanienbraun bis orange, der Bauch türkis. Neben Bienen jagen die Vögel nach Angaben des Nabu Käfer, Schmetterlinge, Libellen, Wespen, Hummeln und Hornissen im Flug. Die erbeuteten Tiere schlagen sie dann kräftig gegen eine Unterlage, um sie zu töten. «Giftige Insekten knetet der Bienenfresser sorgfältig durch, so dass das Gift austritt und abgewischt wird.»

Bienenfresser (Merops apiaster) stammen laut Nabu aus den Tropen und Subtropen, brüten im Mittelmeerraum in Kolonien und kommen in wärmeren Zeiten auch mal nach Deutschland. 2020 brüteten laut Rupp am südlichen Oberrhein knapp über 1200 Paare, in Nordbaden waren es 120, in Sachsen-Anhalt 2200, in Rheinland-Pfalz 400 und in Bayern 280 Paare. In ganz Deutschland kam man auf 5000 bis 5500 Brutpaare.

Die jungen Bienenfresser sind inzwischen ausgeflogen, wie Rupp sagte. Sie bildeten Familienverbände mit bis zu 200 Tieren, die weit umherstreifen – und somit jetzt auch an vielen Stellen auftauchten, wo sie nicht brüten. Anfang/Mitte September beginne dann der Wegzug über Frankreich und Spanien in das Überwinterungsgebiet in Westafrika südlich des afrikanischen Regenwaldgürtels (Angola, Republik Kongo).

Große Probleme bereiten den Tieren fehlende Brutplätze und massive Störungen während der Brut – etwa durch Starkregen. «Als reiner Insektenfresser hat das Wetter einen großen Einfluss darauf, ob die Vogeleltern genügend Nahrung finden», erläuterte eine Sprecherin des Nabu Baden-Württemberg. Entscheidend sei vor allem, dass sie im Juli – dem Hauptmonat für die Jungenaufzucht – ausreichend Insekten finden. Generell profitiere die wärmeliebende Art vom Klimawandel.

 

Weitere Nachrichten

Laut Verband: Mehr Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen

Maurer, Bäcker, Fleischerin: Das Handwerk lockt wieder mehr Nachwuchs. Welche Ausbildungsplätze haben 2025 besonders stark zugelegt?

140.000 Fahrzeuge pro Tag: Engelbergtunnel Richtung Karlsruhe nun einspurig befahrbar

Für die staugeplagten Orte rund um den wochenlang gesperrten Engelbergtunnel gibt es eine erste Entlastung: Der Verkehr auf der A81 läuft vorerst wieder auf einer Spur.

Nach dem Unglück in der Schweiz: Wie sicher sind eigentlich Seilbahnen?

Einen Tag nach dem Seilbahn-Unglück in der Schweiz ist die genaue Ursache unbekannt. Klar ist aber: Die Vorschriften sind sehr streng und solche Unglücke kommen nur selten vor.

Regierungsbildung in BW: Sondierungsgespräche zwischen Grünen und CDU deuten sich an

Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg ist nur eine Koalition zwischen Grünen und CDU realistisch. Bislang schweigen sich beide Parteien weiter aus. Nun scheint es Bewegung zu geben.

Bärlauch sammeln: Was erlaubt ist und wann Bußgelder drohen

Im Frühling lockt Bärlauch viele Sammler in die Natur. Wer aber zu gierig pflückt oder an den falschen Stellen zugreift, riskiert nicht nur Ärger mit der Natur, sondern auch ein saftiges Bußgeld.




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 
















Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.