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Filmpalast in Corona-Krise: „Gesundheit steht an oberster Stelle!“

meinKA-Interview Filmpalast in Corona-Krise: „Gesundheit steht an oberster Stelle!“

Interview
Quelle: Thomas Riedel

Leere Kinosäle und keine neuen Filme – um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, müssen auch die Kinos in Deutschland geschlossen bleiben. Wie der Filmpalast am ZKM mit der Situation umgeht, erklärte Theaterleiter Tilman Bandel im Interview.

Kinos sind geschlossen – Filme werden verschoben

2020 sollte ein großes Kinojahr werden! Im März und April standen Blockbuster wie der neue James Bond oder die Realverfilmung von Disneys Mulan auf dem Plan – doch die Coronakrise macht auch vor Geheimagenten und Kriegerinnen nicht Halt, und so sind bereits seit Freitag, dem 13. März 2020 die Kinos in Karlsruhe geschlossen. Schon Tage zuvor wurde die für den 02. April 2020 vorgesehene Premiere des 25. Bond-Abenteuers auf den 12. November 2020 verschoben – und weitere Filmemacher zogen nach.

Doch wie wirkt sich eine mehrwöchige Schließung samt Filmverschiebungen auf die Kinos aus? meinKA sprach mit dem Theaterleiter des Filmpalasts am ZKM, Tilman Bandel über die aktuelle Corona-Zeit.

 

Besucherzahlen waren vor Verbot stabil

Habt ihr im Filmpalast am ZKM schon vor den Corona-Maßnahmen einen Besucherrückgang aufgrund der Corona-Situation bemerken können?

Tilman Bandel: Nein, die Besucherzahlen bei uns im Filmpalast am ZKM waren am Wochenende vom 07. März und 08. März 2020 sowie im ersten Teil der Folgewoche noch stabil.

Erst am Donnerstag, 12. März 2020, war dann doch ein deutlicher Rückgang zu spüren – bevor am darauffolgenden Tag (Anm. d. Red. : Freitag, 13. März 2020) dann das Verbot umgesetzt wurde.

 

„Verlegung der Filme war nicht zu verhindern“

Filme wie James Bond, Mulan und andere wurde nun auf Herbst 2020 gelegt – wie beurteilst du diese Entscheidung und kann es so nicht zu Komplikationen mit anderen Filmen kommen?

Tilman Bandel: Ich denke die Verlegung der Filme war nicht zu verhindern. Grundsätzlich basiert unsere Branche auf dem Gleichgewicht zwischen Kinoverleih und Kinobetreiber. Ohne Filme kann es auch kein Kino geben – und umgekehrt.

Wenn also ein Filmverleiher viel Budget in die Produktion seines Filmes oder in den Kauf eines Filmes steckt und kurz vor Start abzusehen ist, dass nicht mal ein Bruchteil davon wieder eingespielt werden kann, dann ist die Entscheidung natürlich nachvollziehbar.

Durch das Aussetzen so vieler Filme werden die Startlisten im zweiten Halbjahr gehörig durcheinandergewirbelt. Allerdings sind Startzeitenkollisionen aus heutiger Sicht eher zu einem Luxusproblem der Zukunft geworden.

 

Leeres Kino – die Corona-Zeit sinnvoll nutzen?

Könnt ihr die Corona-Zeit in irgendeiner Weise sinnvoll nutzen?

Tilman Bandel: Da aktuell im Kino ja keine Besucher sind, versuchen wir gerade ursprünglich im Sommer 2020 geplante technische Umbauten im Facility Bereich vorzuziehen.

 

„Die Gesundheit steht an oberster Stelle“

Wie sehr trifft euch die Corona-Sperre und wie werden sich die Besucher nach Aufhebung des Verbots wohl verhalten?

Tilman Bandel: Wie lange die Betriebsschließung dann wirklich sein wird, ist aktuell nicht abzusehen. Wir arbeiten natürlich an zweckmäßigen Kostenreduzierungen.

Aktuell beschäftigen wir uns vorwiegend mit den Folgen der Schließung. Nichtsdestotrotz werden wir in den nächsten Wochen auch Planungen vorantreiben, wie mit der Wiedereröffnung umzugehen ist. Die Gesundheit unserer Gäste und Mitarbeiter steht dabei an oberster Stelle!

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