Frisch von der Kino-Leinwand
meinKA-Filmkritik: „Die Känguru-Chroniken“ – Für Fans ein Fest

Frisch von der Kino-Leinwand meinKA-Filmkritik: „Die Känguru-Chroniken“ – Für Fans ein Fest

Quelle: Copyright X Filme, X Verleih

Immer donnerstags beginnt eine neue Kino-Spielwoche und bringt frische Filmstarts mit sich. Gemeinsam mit dem Filmpalast am ZKM hat sich meinKA einen ausgewählten Film zum Bundesstart angeschaut und verrät, ob sich der nächste Kinobesuch lohnen wird.

Die Känguru-Chroniken: Buch, Hörspiel, jetzt im Kino

„Ich wollte gerade Eierkuchen backen und da ist mir aufgefallen, dass ich vergessen habe, Eier zu kaufen.“ Es ist der Satz, den jeder Fan der Känguru-Chroniken kennt und mit dem alles anfängt. Das Zusammenleben mit dem kommunistischen Känguru hat der Autor Marc-Uwe Kling in vier Bänden aufgeschrieben. Kling selbst ist der Ich-Erzähler, der mit dem Schnapspralinen liebenden Beuteltier zurechtkommen muss. Gefüllt sind die Bände mit witzigen Alltagsgeschichten des Kleinkünstlers und seines Mitbewohners. Die Storys, verbalen Schlagabtausche und Gesellschaftskritiken des Kängurus sind längst Kult.

Angefangen auf der Bühne, über den Podcast ging es zu Büchern und Hörspielen, die Kling selbst vertont und dem Känguru dadurch seine bekannte Stimme gegeben hat. Im Buch hatte Kling bereits angekündigt, dass Interesse an einem Kinofilm besteht. Jetzt ist es also soweit – und die Fans sind gespannt.

 

Darum geht’s

Erst fehlen nur Eier, dann Mehl, Salz, eine Pfanne, ein Herd – und prompt ist es geschehen. Das Känguru zieht bei seinem Nachbarn, dem unterambitionierten Kleinkünstler Marc-Uwe Kling, in dessen Wohnung in Berlin-Kreuzberg ein. Der ist zunächst wenig begeistert über seinen neuen Mitbewohner, der übrigens überzeugter Kommunist ist, aber die beiden wachsen mehr und mehr zusammen.

Doch die WG ist bedroht: Der rechtpopulistische Immobilienhai Jörg Dwigs will mitten in Kreuzberg das Hauptquartier der internationalen Nationalisten in Form eines Europa-Towers bauen. Die halbe Nachbarschaft muss für diese Pläne weichen. Das Känguru hält natürlich gar nichts von der Vision und entwickelt einen Plan – und dann noch einen und noch einen. Es folgen vier Nazis, eine übel riechende Hasenpfote, drei zerstörte Sportwagen, ein Psychotherapeut und eine Penthouse-Party. Und zuletzt plant das Känguru einen großen Anti-Terror-Anschlag, der dem rechten Treiben ein Ende setzen soll.

 

Die Känguru-Chroniken

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Filmrezension: Die Känguru-Chroniken

Wie sollen diese Charaktere, die von so viel Fantasie leben, auf die Leinwand gebracht werden, ohne jemanden zu enttäuschen? Wie sollen diese Geschichten, die als recht unzusammenhängende Episoden geschrieben sind, die irgendwann alle Sinn ergeben, in eine schlüssige Handlung für zwei Stunden Filmzeit konvertiert werden? Und wie wird das Känguru dargestellt, spielt sich Marc-Uwe Kling selbst und wer spricht dann das Känguru? Das waren wohl die zentralsten Fragen, die sich Fans der Känguru-Chroniken hinsichtlich der Verfilmung vorab stellten.

Die letzte lässt sich am einfachsten beantworten. Kling leiht dem Känguru die den Fans bekannte Stimme – und verzichtet darauf, sich selbst zu spielen. Warum? Er selbst begründet es schlichtweg damit, dass er kein Schauspieler ist, das Känguru hat andere Vermutungen: „…weil du zu alt bist? Zu hässlich?“ Ja, da sind sie, die Meta-Witze, die das Känguru und Kling in den Büchern immer wieder bringen und die auch in der Kino-Version übernommen werden. So direkt im Intro, als sich Kling und das Beuteltier aus dem Off streiten, wie der Film am besten anfangen sollte: Vielleicht von gaaanz vorne mit dem Urknall? Zu weit. Wo dann? „Ich glaube, das haben wir schon verbockt“, resümiert das Känguru. Es beginnt also damit, dass das Känguru vor der Haustür von Marc-Uwe Kling steht.

 

Was fehlt und was ergänzt wird

Kling wird übrigens hervorragend gespielt von Dimitrij Schaad, der viel zu gut in die Rolle des antriebslosen, genervten, stets im Schlafanzug antreffenden und in den Tag hineinlebenden Mannes – Kleinkünstler will er auf keinen Fall genannt werden – passt. Und es stört sich, mit Ausnahme des Psychotherapeuts, auch niemand an der Existenz des vorlauten Kängurus: „Ich bin Kommunist, was dagegen?“ – damit ist alles gesagt. Warum sollte auch jemand zweifeln, das Beuteltier ist toll animiert, passt mit Bewegungen und Mimik optimal in sämtliche Situationen und Szenerien.

 

Dimitrij Schaad

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Schwierig kann der Film besonders zu Beginn für diejenigen werden, die noch nie in Berührung kamen mit den Känguru-Chroniken. Viele Infos prasseln am Anfang in kürzester Zeit auf den Zuschauer ein, für Fans kein Problem, für Newcomer schwer zu verarbeiten. Auch fehlt bei einigen Gags, zum Beispiel zum Vietkong, der Hintergrund, so werden hier nur die lachen, denen die Geschichte bekannt ist. Wer die Känguru-Chroniken nicht kennt, wird recht schnell merken, ob der Klingsche Humor zum eigenen passt – falls ja, steht einem spaßigen Kino-Erlebnis nichts im Wege.

Was Kennern hingegen fehlen wird, ist die ausführliche Beschreibung der Charaktere, die in den Büchern mit ihren Hintergründen und Ansichten immer wieder für Lacher sorgen. Und auch die Tiefe der Dialoge zwischen Kling und Känguru, die sich im Buch immer weiter hochschaukeln, bleiben hier manchmal aus. Das ist schlicht und ergreifend der Zeit geschuldet. Einige Kleinigkeiten wurden hingegen geändert, um den Inhalt zu straffen und eine abgeschlossene Geschichte auf die Leinwand bringen zu können. Trotzdem passt grundsätzlich alles ins Bild, kein Fan wird vor den Kopf gestoßen. Über einige Ausschweifungen hätten sie sich dennoch gefreut, denn auf Open-Schnick-Matches und falsch zugeordnete Zitate wird leider verzichtet.

 

Fliegende Hunde und die Alternative zur Demokratie

Aber keine Sorge, es gibt zahlreiche Highlights, sowohl inhaltlich, als auch hinsichtlich des Settings. Ortsgenau wurde das Berlin Ecke Görlitzer Park aufgebaut, hier merkt der Zuschauer, dass viel Liebe im Detail steckt. Und dann ist da natürlich die französische Bulldogge der Nazis, die das Känguru mit Schwung wegkickt und sich anschließend mit Kling über die Flugkurve der verschiedenen Rassen austauscht. Außerdem Helge Schneider, der dem Känguru als Sportmotivator im Fitness-Video fungiert, Bud Spencer und Terence Hill, die beim Kloppen mit den Nazis plötzlich auftauchen oder das betrunkene und laut lallende Känguru mit seiner Tarnung, einer „Make America Great Again“-Kappe.

Denn natürlich dürfen auch die politischen Anspielungen nicht fehlen, sei es mit dem Europa-(Trump)-Tower oder der Alternative zur Demokratie, auf das das Känguru mit legendären Sprüchen wie „Gesunder Patriotismus klingt für mich wie gutartiger Tumor“ reagiert.

 

Die Känguru-Chroniken

| Quelle: Copyright X Filme, X Verleih

 

Die meinKA-Empfehlung – Die Känguru-Chroniken

Die Ausgangslage war schwierig, das ist klar. Der Film Die Känguru-Chroniken kommt nicht ganz an die Buchepisoden heran, dafür fehlt schlichtweg die Zeit. Die Handlung musste gestrafft werden, um Sinn zu ergeben, stattdessen fallen einige Charakterbeschreibungen und Dialoge unter den Tisch. Dennoch haben es Marc-Uwe Kling mit seinem Drehbuch und Regisseur Dani Levy geschafft, den Wortwitz der Chroniken auf die Leinwand zu bringen.

Das Wichtigste ist gelungen: Das Känguru mit seiner ruppigen, linksradikalen Art und der bekannten Stimme ist das Highlight des kompletten Films. Das wird Fans definitiv gefallen. Denjenigen, die die Känguru-Chroniken noch nicht können, empfehlen wir, sich auf den vielleicht ungewohnten Humor einzulassen – dann lohnt sich der Kino-Besuch allemal.

 

Die Känguru-Chroniken

| Quelle: Copyright X Filme, X Verleih

 

Die Film-Fakten im Überblick

KinostartDonnerstag, 5. März 2020
GenreKomödie
AltersfreigabeFSK ab 0 Jahren freigegeben
RegisseurDani Levy
BesetzungDimitrij Schaad, Rosalie Thomass, Volker Zack, Adnan Maral
Länge1 Stunde 32 Minuten

 

Der Trailer zum Film Die Känguru-Chroniken

 

Gewinnspiel – mit meinKA Kino-Tickets sichern

Lust auf Kino? meinKA verlost zusammen mit Karlsruhes Multiplexkino, dem Filmpalast am ZKM,

5 x 2 Kinokarten

für die Vorstellung von

Die Känguru-Chroniken

am Donnerstag, 5. März 2020

Filmbeginn ist um 20:15 Uhrdie Gewinner müssen spätestens um 19:45 Uhr ihre Freikarten an der Info-Kasse des Filmpalasts abholen.


Teilnahmebedingungen:

  • Schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Die Känguru-Chroniken“ an gewinnspiel@meinka.de
  • JETZT TEILNEHMEN!
  • Ausgelost wird am Donnerstag, 5. März 2020, um 11:00 Uhr.

Die ausführlichen Teilnahmebedingungen sind hier zu finden.

 

Ab ins Kino – Filmpalast am ZKM

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