"Das geheime Leben der Bäume"
Peter Wohlleben über den Karlsruher Wald & seinen Kino-Erfolg

"Das geheime Leben der Bäume" Peter Wohlleben über den Karlsruher Wald & seinen Kino-Erfolg

Interview
Quelle: Constantin Film Verleih GmbH

Peter Wohlleben ist Autor des Bestsellers „Das geheime Leben der Bäume“ und nun auch Hauptdarsteller in seinem gleichnamigen Kinofilm. Am Dienstag, den 28. Januar 2020 besuchte Wohlleben, der eigentlich Förster ist, den Filmpalast am ZKM in Karlsruhe.

Vom Förster zum Bestsellerautor & Kinostar

Peter Wohlleben nennt als Förster die Wälder in zwei kleinen Eifelgemeinden sein berufliches Zuhause. Sein Wissen über die Natur, Bäume und Wälder gibt er gerne in Führungen und Büchern weiter. 2015 löste sein Buch „Das geheime Leben der Bäume“ eine regelrechte Welle aus. Im Buch beschreibt Wohlleben eine seiner Führungen und erzählt, Kapitel für Kapitel, welche erstaunlichen Dinge im Wald geschehen: Bäume, die miteinander kommunizieren. Bäume, die ihren Nachwuchs, alte und kranke Nachbarn umsorgen. Bäume, die Empfindungen haben, Gefühle, ein Gedächtnis.

Inzwischen ist „Das geheime Leben der Bäume“ in 40 Sprachen übersetzt und gilt als hunderttausendfach verkaufter Weltbestseller. Seit dem 23. Januar 2020 läuft nun der gleichnamige Film in den Kinos. Die Hauptrolle der Dokumentation über das geheime Leben der Bäume übernimmt Wohlleben selbst. Wer sich den Film im Kino anschaut, pflanzt mit seinem Besuch zudem noch einen Baum! Gemeinsam mit der ökologischen Suchmaschine Ecosia sind so bereits 80.00 Bäume im Borneo Regenwald gepflanzt worden.

 

Peter Wohlleben über seinen Erfolg: „Nie erwartet!“

Herr Wohlleben, Ihr Buch „Das geheime Leben der Bäume“ ist ein Welterfolg und die Kinobesucher stehen Schlange, um Ihren gleichnamigen Film zu sehen – woher kam die Idee zum Buch und hätten Sie mit so einem Erfolg gerechnet?

Peter Wohlleben: Nein, mit einem derart großen Erfolg hätte ich nicht gerechnet – das habe ich nie erwartet! „Das geheime Leben der Bäume“ ist ja auch nicht mein erstes Buch, sondern bereits das 16. Aber das Thema passt in die aktuelle politische Situation – die Menschen erkennen, dass was passieren muss.

Zum Schreiben kam ich durch meine Frau. Seit Jahren leite ich Führungen durch Wälder und oft wurde ich gefragt, ob man das, was ich alles bei diesen Touren erzähle, irgendwo nachlesen könne. Darum überredete mich meine Frau irgendwann, dass ich doch Bücher schreiben könnte.

 

Peter Wohlleben | Quelle: Constantin Film Verleih GmbH

 

„Es war merkwürdig!“ – Wohlleben über seinen Film

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Ihr Buch zu verfilmen und wie war es für Sie, als Hauptdarsteller vor der Kamera zu stehen?

Peter Wohlleben: Das ist eigentlich eine ganz lustige Geschichte, denn Filmproduzent Jörg Adolph hat mein Buch zwei Mal geschenkt bekommen, beim zweiten Mal dachte er sich „Jetzt lese ich das Buch“ und dann kam er mit der Idee, das Buch zu verfilmen, auf mich zu.

Merkwürdig war für mich allerdings, dass ich der Hauptdarsteller im Film sein sollte (lacht). Aber das war kein Problem – das Filmteam hat mich nämlich einfach eineinhalb Jahre begleitet. Im Film ist nichts gestellt, sondern alles echt, da wurde nichts doppelt gedreht.

 

Peter Wohlleben über das Baumsterben in Karlsruhe

Im Sommer 2019 sind in Karlsruhe 300 Bäume in der Woche durch die Trockenheit gestorben. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein und kennen Sie ähnliche Szenarien von anderen Orten?

Peter Wohlleben: Ich habe gehört, dass die Lage im Karlsruher Hardtwald nicht gut ist – doch die Situation ist aufgrund des Klimawandels und insbesondere der Forstwirtschaft grundsätzlich verschärft. Allerdings sollten wir dafür sorgen, dass wir wieder mehr zu einer natürlichen Waldgestaltung zurückkommen. Der Wald soll sich so entwickeln, wie es die Natur will.

Toll finde ich hier in Karlsruhe, dass sich die Bewohner beteiligen, beispielsweise bei der Bürgerinitiative Lachwald. Denn es ist noch nicht zu spät eine „grüne Welle“ loszutreten. Wichtig ist nur, dass wir mit Optimismus und nicht pessimistisch, sondern mit Spaß an die Sache herangehen. Wir schaffen das mit dem Klimawandel!

 

Hardtwald in Karlsruhe | Quelle: Kevin Schumacher

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