Veheerende Trockenheit in der Fächerstadt
300 tote Bäume pro Woche – Hitze lässt Karlsruher Bäume sterben

Veheerende Trockenheit in der Fächerstadt 300 tote Bäume pro Woche – Hitze lässt Karlsruher Bäume sterben

Quelle: Pixabay

Auch wenn es in den vergangenen Tagen oft kräftig geregnet hat und sogar Gewitter über die Fächerstadt zogen, so hält die Trockenheit, wie in den letzten Jahren, weiterhin an – und die Folgen für den gesamten Karlsruher Baumbestand sind gravierend!

Sperrungen zwischen Weiherfeld und Bulach

Im Zeitraum von Montag, 09. September, bis Freitag, 13. September 2019, werden im Weiherwald Bäume gefällt, die durch die Trockenheit beschädigt wurden oder sogar bereits abgestorben sind. Laut einer Pressemeldung der Stadtverwaltung Karlsruhe müssen vor allem Douglasien fallen, da sie als nicht besonders widerstandsfähig gelten.

Diese Bäume stehen zu einem Großteil entlang der Verbindungsstraße zwischen Bulach und Weiherfeld. Aus Sicherheitsgründen muss die Straße während den Fällungen mehrfach kurzzeitig gesperrt werden. Der Berufsverkehr ist von den Arbeiten, die in der Zeit von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr stattfinden sollen, nicht beeinträchtigt.

Der große Kampf gegen anhaltende Trockenheit

Regen und starke Gewitter haben in den letzten Tagen den Karlsruher Sommer unterbrochen. Doch wer jetzt meint, die anhaltende Trockenheit, die den Bäumen in der Fächerstadt bereits stark zugesetzt hat, sei mit ein wenig Regen wieder ausgeglichen, der irrt sich.

Denn die Trockenheit hält, wie bereits in den vergangenen Jahren, weiter an – und die Folgen für den gesamten Baumbestand in Karlsruhe sind gravierend. Aus diesem Grund, ist das städtische Gartenbauamt aktuell intensiv mit Wässern beschäftigt. Das bedeutet, dass alle verfügbaren Lastwagen und Kräfte des Gartenbauamtsfuhrparks durchweg im Einsatz sind, um die Karlsruher Bäume zu wässern. Außerdem ist in jedem Unterhaltungsbezirk mindestens ein weiteres Wässerungs-Fahrzeug unterwegs, um möglichst viele der Jungbäume vor dem Tod durch Vertrocknen zu schützen.

 

| Quelle: Stadt Karlsruhe

 

Stadtbäume können nicht überwässert werden

Bereits in den vergangenen Jahren, hat die Stadt technische Verbesserungen für die Baum-Bewässerung in der Fächerstadt veranlasst. So gibt es, unter anderem zwei Fahrzeuge mit einem, an der Front hydraulisch beweglichen Arm, einer sogenannten Teleskop-Lanze, welche das effizient wässern unterstützt und so rund 60 Bäume am Tag versorgen kann.

Neben dem städtischen Gartenbauamt, ist auch das Amt für Abfallwirtschaft mit einem 10.000 Liter fassenden Tankwagen unterstützend unterwegs. Auch ehrenamtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren sind mit im Einsatz. Die Situation ist kritisch, daher ruft die Stadt die Bevölkerung auf, beim Bewässern mitzuhelfen. Denn jeder Liter Wasser hilft den Bäumen und zudem können die Stadtbäume, anders als beispielsweise viele Zimmerpflanzen, nicht überwässert werden.

 

Darum helfen die massiven Regenfälle nicht

Wenn, wie in den letzten Tagen, ordentlich Wassermassen vom Himmel fielen und sich auf den Straßen Pfützen bilden, dann genügen dieser Regen den Bäumen nicht. Der Grund ist aber nicht die Gierigkeit der Bäume, sondern die Tatsache, dass das viele Wasser gar nicht bis zu den Bäumen gelangt. Trifft nämlich Starkregen auf trockene Erde, rauschen gut zwei Drittel des Wassers über die Oberfläche und versickern einfach im Kanal oder verdunsten binnen weniger Tage. Da aufgrund der geringen Niederschläge die pflanzenverfügbare Wasserkapazität der Böden gesunken ist, und diese erst ab 60 Zentimeter Tiefe an Bodenfeuchte kommen, reichen die Wurzeln, insbesondere der Jungbäume, noch nicht. Das bedeutet: Gräser, Stauden & Co. freuen sich über die Regenfälle – aber den Bäumen muss weiterhin geholfen werden.

 

Jede Woche 300 weitere abgestorbene Bäume

Routinemäßigen Kontrollen bringen erschreckende Zahlen zum Vorschein, so kommen jede Woche rund 300 weitere abgestorbene Karlsruher Bäume hinzu. Allein in der Waldstadt-Waldlage sind derzeit mehr als 1.000 Bäume betroffen, vor allem Buchen und Kiefern. Insgesamt gibt es rund 150.000 Stadtbäume in Karlsruhe, etwa 77.000 davon an Straßen, die andere knappe Hälfte in Anlagen. Viele Arten haben unter den gegebenen klimatischen Bedingungen hier keine Zukunft mehr und müssen, Schritt für Schritt, durch klimaangepasste Baumarten ersetzt werden.

 

Notwendige Fällungen & Wiederbegrünung

Trotz intensiver Bewässerung, für viele Bäume kommt jeder Tropfen Wasser zu spät. Neben den vielen Trockenschäden, werden viele geschwächte Bäume von Pilzen befallen, beides macht eine Fällung – insbesondere zur Gewährleistung des sicheren Straßenverkehrs, unumgänglich.

Zum Oktober 2019 wird das Gartenbauamt eine Bilanz ziehen und wissen, wie viele tote Bäume zu fällen sind. Vermutlich ab Ende August 2019 soll mit den ersten Fällarbeiten unter Einbeziehung von Fachfirmen der Forstwirtschaft begonnen werden. Doch wo Bäume gefällt werden müssen, muss auch für neuen Bestand gesorgt werden. Denn Bäume sind für das Stadtklima sehr wichtig. Sie spenden nicht nur Schatten, sondern tragen auch durch Verdunstungskälte zur Abkühlung bei. Daher wird, sobald der Umfang der gerodeten Flächen bekannt ist, ein Konzept zur Wiederbegrünung erarbeitet. Ziel ist, im Spätherbst mit ersten Neupflanzungen geeigneter Baumarten zu beginnen. Denn es sollen alle gefällten Bäume durch Neupflanzungen ersetzt werden.

 

Aktuelle Absperrungen bitte ernstzunehmen

Die Stadtverwaltung Karlsruhe weist in einer Pressemitteilung zudem darauf hin, dass aktuell abgesperrte Areale zu beachten sind. Der Zugang ist untersagt, weil tatsächlich ernste Lebensgefahr besteht. Jederzeit könnten Baumkronen oder schwere Äste der kranken Bäume herabfallen.

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