Blütenreiche Vielfalt in der Fächerstadt
Forstamt erstellt „Saumpflegekonzept“ für den Karlsruher Stadtwald

Blütenreiche Vielfalt in der Fächerstadt Forstamt erstellt „Saumpflegekonzept“ für den Karlsruher Stadtwald

Quelle: Kevin Schumacher

Das Forstamt hat ein „Saumpflegekonzept“ für die Waldwege im Karsruher Stadtwald erstellt. Es soll sowohl zum Erhalt der Artenvielfalt dienen aber auch die Erholungsfunktion des Waldes fördern, darüber informiert die Stadt Karlsruhe in einer Mitteilung.

Artenvielfalt & und Erholungsfunktion des Waldes vereinen

Viele Karlsruher Erholungssuchende lieben bunte Blumen, summende Bienen und Schmetterlinge am Wegesrand, wollen aber genauso unangenehme Erfahrungen mit Brennnesseln oder Brombeerranken vermeiden. Um der Verantwortung für die Artenvielfalt gerecht zu werden und gleichzeitig die Erholungsfunktion des Waldes zu erhalten, hat das Forstamt nun ein sogenanntes Saumpflegekonzept für die Waldwege im Karsruher Stadtwald erstellt, darüber informiert die Stadt Karlsruhe in einer Pressemitteilung.

Ziel des Saumpflegekonzeptes: Der Erhalt von Vielfalt

Grundlage für das Pflegekonzept war eine in Auftrag gegebene Kartierung von beispielhaft ausgewählten Waldwegen. In dieser Kartierung wurden 329 Pflanzenarten nachgewiesen! Das zeigt, wie vielfältig die verschiedenen Lebensräume entlang der Wege sind.

Das Ziel des Saumpflegekonzeptes ist es, die Pflege der Wegsäume so verträglich wie möglich zu gestalten und dabei Strukturen zu erhalten und zu fördern. Im fachlichen Austausch mit der Naturschutzverwaltung wird es nun weiter optimiert. Das Vorkommen seltener Tier- und Pflanzenarten wird genauso berücksichtigt, wie das Vorkommen von invasiven, also sich sehr schnell verbreitenden Neophyten. Die Pflege wird dementsprechend kleinflächig angepasst, so die Stadt weiter.

 

Neues Konzept: Das weitere Vorgehen des Forstamtes

Die Arbeiten an den Waldwegen müssen nun organisatorisch und jahreszeitlich so angepasst werden, dass die technische Befahrbarkeit der Wege und die Erholungsnutzung nicht wesentlich beeinträchtigt werden, erklärt die Stadt. Hierfür wurden die Wege nach ihrer Bedeutung für den Erholungsverkehr und nach der Wachstumsgeschwindigkeit der Vegetation in unterschiedliche Kategorien eingeteilt.

Anhand dieser Kategorien wurden dann verschiedene Pflegezeiträume festgelegt: Blühende Flächen werden ausgespart, genauso Areale mit langsam wachsenden Pflanzen. So können Rückzugsräume für Insekten und Kleintiere, Nahrungspflanzen entstehen und erhalten bleiben.

Die Saumkartierung hat zudem gezeigt, dass die blütenreiche Saumvegetation insgesamt von Mäh- und Mulcharbeiten profitiert, da dadurch konkurrierende Gehölze zurückgehalten werden. Das Konzept ist in diesem Jahr mit dem stadteigenen Forstschlepper bereits in der Erprobungsphase.

 

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