News aus Baden-Württemberg
Fund eines Japankäfers alarmiert Pflanzenschützer

News aus Baden-Württemberg Fund eines Japankäfers alarmiert Pflanzenschützer

Quelle: Pixabay
dpa

Er sieht aus wie ein Maikäfer mit weißen Haarbüscheln, sein Schild am Hals schimmert grün-metallisch. Der Japankäfer ist hierzulande ein Fremder. Dass er nun quasi vor den Toren Baden-Württembergs aufgetaucht ist, versetzt Pflanzenschützer in Alarmbereitschaft.

Nach dem Fund eines Japankäfers nahe der baden-württembergischen Grenze in Basel sind hiesige Pflanzenschützer alarmiert. Die Käfer können nach Angaben des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums (LTZ) Augustenberg starke Fraßschäden anrichten vor allem an Apfelbäumen, Steinobstbäumen, Erdbeeren, Garten- und Sojabohnen, Mais, Weinreben, Rosen, und auch an vielen anderen Strauch- und Baumarten. Die Engerlinge – also die Larven – wiederum ernährten sich überwiegend von Graswurzeln. Treten sie massiv auf, könnten sie Rasen, Wiesen und Weiden zerstören. Das Magazin «Obst & Garten» (Montag) hatte zuvor darüber berichtet.

Mitte Juli war ein männlicher Käfer in einer sogenannten Pheromonfalle in der Nähe des Baseler Güterbahnhofs gefangen worden. Der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst vermutet den Angaben nach, dass er als «blinder Passagier» aus einem Befallsgebiet um den Lago Maggiore in das rund 250 Kilometer entfernte Basel gelangte.

Damit habe sich die Gefährdungslage für Baden-Württemberg deutlich verschärft, teilte das LTZ mit Sitz in Karlsruhe mit. Besonders hoch sei das Risiko einer Einschleppung über den Reise- und Warenverkehr über die Verkehrsadern am Oberrhein oder die Autobahnen am Bodensee.

«Momentan wird abgeklärt, ob es sich um einen Einzelfund oder tatsächlich um einen Befall mit dem Japankäfer handelt», hieß es. Um eine Ausbreitung von Popillia japonica zu verhindern, könnten zum Beispiel Einschränkungen beim Pflanzentransport, engmaschige Netze, Insektizide oder Pilze helfen. «Die Chance auf eine vollständige Tilgung ist umso größer, je früher der Japankäfer gefunden wird.»

Daher ruft das LTZ auf, bei der Überwachung zu helfen: «Sollten Sie einen Japankäfer an Pflanzen, Fahrzeugen, an der Kleidung oder Gepäckstücken entdecken, fangen Sie den Käfer (tot oder lebendig) und bewahren ihn sicher auf» – zum Beispiel einfrieren bei minus 18 Grad. Dann solle der Pflanzenschutzdienst informiert werden, etwa mit Foto und Fundort unter der Mailadresse pflanzenschutz-insekten@ltz.bwl.de.

Erwachsene Japankäfer sind den Angaben zufolge rund einen Zentimeter groß und sehen so ähnlich aus wie heimische Gartenlaub-, Mai- oder Junikäfer. Der Japankäfer aber habe fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei am Ende des Körpers. Das Halsschild schimmere auffällig grün-metallisch. Die Flugzeit ende im September.

 

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