Corona in Baden-Württemberg
Gesundheitsminister Lucha zieht Bilanz nach holprigem Impfstart

Corona in Baden-Württemberg Gesundheitsminister Lucha zieht Bilanz nach holprigem Impfstart

Quelle: Sebastian Gollnow

Zu langsam, zu wenig, zu chaotisch – wegen der schleppenden Impfkampagne sah sich Gesundheitsminister Manne Lucha zuletzt heftiger Kritik ausgesetzt. Doch nun soll alles besser werden.

Vor knapp sechs Wochen wurde in Baden-Württemberg die erste Nadel mit Impfstoff gegen das Coronavirus aufgezogen. Mittlerweile sind Mitarbeiter in 60 Impfzentren und 145 mobile Impfteams damit beschäftigt, «buchstäblich jeden Tag Leben zu retten», wie das Gesundheitsministerium berichtet.

Bereits drei Impfstoffe stehen bald gegen das Virus zur Verfügung, deren Liefermengen laut Ministerium in absehbarer Zeit enorm anwachsen sollen. Ab der kommenden Woche soll im Land auch der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca geimpft werden – neben den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna der dritte in der EU zugelassene Impfstoff.

Allerdings verlief der Start der Impfkampagne im Südwesten alles andere als geschmeidig. Es wird weiterhin viel langsamer geimpft als geplant, Baden-Württemberg liegt auch im Vergleich mit anderen Ländern weit hinten. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) steht unter Druck, die Opposition wirft ihm Impfchaos vor. Die Landesregierung verweist darauf, dass schlicht zu wenig Impfstoff zur Verfügung stehe.

Weil die Lieferungen bislang hinter den Erwartungen zurückbleiben, hat die Regierung ihre Impfstrategie zuletzt geändert. Wegen der Lieferengpässe beim Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer hält das Land nicht mehr die Hälfte aller Impfdosen für die zweite Impfung zurück. Dies sei notwendig, um alle vereinbarten Termine einhalten zu können. In dieser Woche fällt die Liefermenge rund 14 Prozent geringer aus als vom Bund angekündigt.

Lucha will am Freitag (12.00 Uhr) eine Zwischenbilanz der Impfkampagne ziehen und auf die Herausforderungen der kommenden Wochen eingehen – gemeinsam mit dem Präsidenten des Landkreistags Baden-Württemberg, Joachim Walter, und Thorsten Hammer, dem Ärztlichen Leiter des Impfzentrums Freiburg.

Walter ist gleichzeitig Landrat des Landkreises Tübingen. «Personal steht in ausreichender Menge zur Verfügung», sagte er dem «Reutlinger General-Anzeiger» (Donnerstag). «Aber wir impfen nicht in dem Maß, in dem wir könnten und wollten. Einfach, weil nicht genügend Impfstoff vorhanden ist.»

Derzeit können nach Angaben des Sozialministeriums täglich rund 7000 Menschen im Südwesten erstmals geimpft werden. In der kommenden Woche sollen es voraussichtlich bis zu 10 000 Impfungen am Tag sein. Allein die Gruppe der über 80-Jährigen und des medizinischen Personals umfasst in Baden-Württemberg rund eine Million Menschen.

 

Mehr zum Thema

Corona-Zahlen in Karlsruhe steigen: Oberbürgermeister Mentrup mit Appell

Das Karlsruher Abwassermonitoring zeigt eine nach oben gehende Corona-Virenlast, weshalb steigende Infektionszahlen in den nächsten Wochen erwartet werden. Aus diesem Grund appelliert Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup zur Vernunft und Vorsicht.

Nach Vorfall in Karlsruhe: Masken in Schulen untersagt - Ausnahme Gesundheitsschutz

Das Kultusministerium in Baden-Württemberg hat darauf hingewiesen, dass an öffentlichen Schulen zwar grundsätzlich untersagt ist, das Gesicht zu verhüllen - in Zeiten zahlreicher Atemwegserkrankungen und Covid-Infektionen der individuelle Gesundheitsschutz aber Vorrang hat.

Land gibt deutlich weniger im Kampf gegen Corona aus

Baden-Württemberg hat für die Überwindung der Coronakrise deutlich weniger ausgegeben als angenommen. Der Betrag werde wohl um die 10,3 Milliarden Euro liegen, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Donnerstag.

Projekt zu Long Covid bei Kindern und Jugendlichen an Universitätskinderkliniken

Im Oktober startet ein Modellprojekt der Universitätskinderkliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm, das die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long Covid verbessern soll.

Zehntausende Rückzahlungen von Corona-Soforthilfen offen

Existenzbedrohte Unternehmen und Selbstständige profitierten im Frühjahr 2020 von den Corona-Soforthilfen. Bis Ende Juni sollten jene Hilfen zurückzahlen, die doch nicht so viel brauchten. Doch das läuft schleppend.

Kommunen gegen Amnestie für Corona-Sünder

In Baden-Württemberg wurden in den vergangenen Jahren wegen Corona-Verstößen Bußgelder in Millionenhöhe verhängt.

Ermittlungen wegen Corona-Toter in Rastatter Pflegeheim weiter offen

Während der Corona-Pandemie sorgte ein Rastatter Pflegeheim wegen vieler Toter für Schlagzeilen. Das wurde sogar zum Politikum. Seit Monaten ermittelt außerdem die Staatsanwaltschaft. Wird es zur Anklage kommen?




 

Logo meinKA

 

Anzeige

Jetzt meinKA als Werbe-Plattform nutzen!

Informieren Sie sich über Daten, Zahlen und Fakten rund um meinKA und die entsprechenden Werbeformen in unseren Mediadaten: jetzt Mediadaten anfordern.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und beraten Sie gerne!

 


 













Auch interessant


Falls Ihnen inhaltliche Fehler oder Fehlfunktionen auffallen, einfach bei redaktion@meinka.de melden.