Karlsruher Südstadt
Jury hat entschieden: So wird der neue Kinder- & Jugendtreff aussehen!

Karlsruher Südstadt Jury hat entschieden: So wird der neue Kinder- & Jugendtreff aussehen!

Quelle: Melanie Hofheinz

Der Kinder- und Jugendtreff in der Karlsruher Südstadt weist diverse baukonstruktive Mängel und Schäden auf und muss daher einem Neubau weichen. Wie dieses neue Gebäude aussehen wird, haben die Verantwortlichen am Montag, den 20. Juli 2020 verkündet.

Karlsruher Kinder- & Jugendtreff hat ein Problem mit Wasser

Zum 30-jährigen Bestehen des Stadtjugendausschusses am 14. März 1981 wurde das aktuelle Gebäude des Kinder- und Jungendtreffs in der Südstadt eröffnet. Wer nun denkt, dass knapp 40 Jahre für ein 2,85 Millionen DM teures Bauwerk eigentlich noch kein Alter ist, dem muss zugestimmt werden – allerdings weist das Gebäude diverse baukonstruktive Mängel und Schäden auf, die sich nicht alle beseitigen lassen.

Das größte Problem hat der Bau mit dem Wasser: Sowohl das Grundwasser als auch Oberflächenwasser, welches bei Regen in das Gebäude eindringt, waren von Beginn an Sorgenkind.

„Es ist ein ungewöhnlicher Schritt dieses Gebäude abzureißen – doch wir haben hierzu vor fünf Jahren ein umfangreiches Gutachten in Auftrag gegeben und die Kosten einer Sanierung sind zu umfangreich – das wäre nicht wirtschaftlich. Auch im Hinblick darauf, dass das Haus, mit seinen vielen kleinteiligen Räumen, nicht mehr zeitgemäß ist“, erklärt die Leiterin des Amts für Hochbau und Gebäudewirtschaft, Prof. Anne Sick.

 

Der aktuelle Kinder- und Jugendtreff in der Südstadt. | Quelle: KJH Südstadt

 

Das Jury-Votum hat entschieden: Das ist der Sieger-Entwurf

An der gleichen Stelle, an der sich momentan das Kinder- und Jugendhaus befindet, soll auch der Neubau entstehen. Da auch die dortige Grünfläche mit in die Neugestaltung einbezogen werden soll, wurde nach Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten gesucht.

Das Ergebnis der Mehrfachbeauftragung und die nun bestmögliche Planungsgrundlage für eine Realisierung der Maßnahme lieferte laut Jury-Votum das Karlsruher Architektenbüro „Reich+Seiler“ in Kombination mit den Landschaftsexperten „stadt landschaft plus“. Insgesamt standen sechs Entwürfe zur Auswahl und das Verfahren lief anonym.

 

Das Modell des neuen Kinder- und Jugendtreffs. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

„Ein Gebäude, zu dem Kinder & Jugendlichen gerne hinkommen“

„Es wollte mit dem neuen Kinder -und Jugendhaus eine Verbindung zwischen Natur und Haus geschaffen werden. Außerdem wollten wir ein offenes Gebäude, zu dem die Kinder und Jugendlichen gerne hinkommen“, so Baubürgermeister Daniel Fluhrer.

Weitere wichtige Kriterien an den Neubau nennt Geschäftsführerin des Stadtjugendausschusses, Elisabeth Peitzmeier: „Wir brauchen ein Haus mit offenen Bereichen, Räume für Kursangebote – auch für Erwachsene und Gruppen – aber auch selbstverantwortete Räume für die Jugendlichen und natürlich Veranstaltungsmöglichkeiten.“

Ein weiterer Punkt, in dem sich alle einig sind, ist die Nachhaltigkeit: „Wir möchten das neue Jugendhaus nicht wieder in 40 Jahren abreißen müssen“, so Peitzmeier – und Anne Sick ergänzt: „Die neue architektonische Struktur ermöglicht auch eine anderweitige Nutzung – sollte in 30 oder 40 Jahren hier kein Kinder- und Jugendtreff mehr sein, so kann das Gebäude auch beispielsweise als Altentreff oder für den Einzelhandel genutzt werden.“

 

Daniel Fluhrer, Elisabeth Peitzmeier und die beiden Architektenbüros Reich+Seiler sowie stadt landschaft plus (v.l.) | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Fläche, Räume, Außenbereich & Besonderheiten des Neubaus

Das neue Jungendhaus wird mit 600 Quadratmetern rund 150 Quadratmeter mehr Fläche bieten als das bestehende Gebäude. Das Erdgeschoss wird von zwei Eingängen zugänglich sein und außerdem große Räume bieten.

„Die oberen Räume sind für Jugendgruppen vorgesehen und einen Kinderhort. Wir haben darauf geachtet, dass alle Räume gleichwertig sind“, erklärt Caroline Reich, von Reich+Seiler. Das gelingt unter anderem durch eine besondere Dachform: Durch das Sägezahndach oder „Sheddach“ werden in allen oberen Räumen ähnliche Lichtverhältnisse geschaffen – zudem kann Photovoltaik installiert werden.

 

Caroline Reich erklärt den Entwurf. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Hängematten & Klettermöglichkeiten im Grünen

Im Zuge des Neubaus, kommt auch der bestehende Außenbereich eine Modernisierung: So wird die bestehende große Grünfläche unter anderem durch mehrere Steifen in verschiedene Funktionen unterteilt. So werden beispielsweise unter den dortigen Bäumen Klettermöglichkeiten und Hängematten zum Entspannen installiert, kündigen die Landschaftsarchitekten von stadt landschaft plus an.

 

Hängematten unter den Bäumen sollen zum Verweilen einladen. | Quelle: Melanie Hofheinz

 

Kostenrahmen & Baubeginn des Kinder- & Jugendhauses

Was alle nun interessiert – aber noch niemand final abschätzen kann sind die Punkte: Kosten und Zeit. Denn auch wenn, aufgrund der bestehenden Wasserproblematik, so schnell wie nur möglich mit dem Abriss des Bestandsgebäudes und dem folgenden Neubau gestartet werden möchte, so kann derzeit, so Daniel Fluhrer „noch nichts versprochen werden“.

Geplant sei allerdings das Gebäude im Doppelhaushalt 2022/2023 aufzunehmen – daher wird ein Baubeginn im Jahr 2023 angestrebt. Über Kosten könne man, so Anne Sick, zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht sprechen. Die Entscheidung, dass nicht mehr weiter repariert wird, sei allerdings wichtig und lasse hoffnungsvoll nach vorne blicken, erläutert der Karlsruher Baubürgermeister.

„Wir versprechen, dass der Neubau günstiger wird, als das Staatstheater *“, scherzte Architekt Roman Seiler vom Sieger-Büro Seiler+Reich – darüber sind sich wohl alle einig.

*Anm. der Red. Die Sanierungskosten des Badischen Staatstheaters hatten sich letzte Woche von 325 auf 500 Millionen Euro erhöht. Mehr dazu!

 


Ausstellung: Von Donnerstag, den 23. Juli bis Sonntag, den 26. Juli 2020 können zwischen 13:00 Uhr und 19:00 Uhr die eingereichten Entwürfe in einer öffentlichen Schau, im ehemaligen Kühlhaus des Alten Schlachthofes, besichtigt werden.

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