Karlsruher Gemeinderat
Karlsruher Taubenpopulation: Wie läuft das „Augsburger Modell“?

Karlsruher Gemeinderat Karlsruher Taubenpopulation: Wie läuft das „Augsburger Modell“?

Quelle: Pixabay

2018 entschied der Gemeinderat das „Augsburger Modell“ in Karlsruhe zu realisieren, um die Taubenpopulation zu regulieren. Doch wie ist der Sachstand zur Umsetzung des Modells? Diese Frage stellte die GRÜNE-Gemeinderatsfraktion an die Stadtverwaltung.

Augsburger Modell und Tauben in Karlsruhe

Tauben gehören zum Karlsruher Stadtbild und tummeln sich oft auf den Plätzen und Gebäuden der Fächerstadt. Doch da die Taubenpopulation in der Fächerstadt nicht größer werden soll, sondern eher eine Verkleinerung angestrebt wird, wurde bereits gehandelt: Seit November 2018 setzt der ehrenamtliche Verein Stadttaubenkonzept Karlsruhe in Kooperation mit der Stadt Karlsruhe das Stadttaubenmanagement mit dem sogenannten „Augsburger Modell“ um. Diese Vorgehensweise wurde damals im Gemeinderat entschieden.

Das Augsburger Modell sieht unter anderem vor, dass die Tauben in Taubenschlägen mit Futter und Wasser versorgt werden und so „von der Straße“ geholt werden. Zudem ersetzen die Ehrenamtlichen die Eier durch Attrappen – so soll die Population kontrolliert und dezimiert werden. Finanziert wird diese Arbeit aus städtischem Budget mit bis zu 12.000 Euro jährlich.

 

GRÜNE-Fraktion erkundigt sich nach Sachstand

Die GRÜNE-Gemeinderatsfunktion stellt, im Rahmen der nächsten Gemeinderatssitzung, welche am Dienstag den 30. Juni 2020 stattfindet, eine Anfrage an die Stadtverwaltung, welche darauf abzielt den Umsetzungsstand des Augsburger Modells und der dazu gehörenden wissenschaftlichen Begleitung zu erfahren. Dabei stellt die GRÜNE-Fraktion ebenfalls klar, dass das Augsburger Modell aus ihrer Sicht “ eine richtige Entscheidung zur Kontrolle der
Traubenpopulation in Karlsruhe“ sei.

In ihrer Anfrage möchten die GRÜNEN unter anderem wissen, welche Maßnahmen in Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Augsburger Modells bereits umgesetzt wurden. Die Stadtverwaltung erklärt in ihrer Stellungnahme, dass die Populationsermittlungen von dem Unternehmen Bioplan, Dr. Boschert, 77815 Bühl durchgeführt werden und eine erstmalige Zählung Ende Oktober 2019 stattfand.

Gezählt werden die Tauben demnach über einen Zeitraum von fünf Jahren an insgesamt 42 Zähltagen, jeweils in ihren Taubenschlägen sowie an drei „Tauben-Hotspots“ in Karlsruhe. Erste Zwischenergebnisse sollten der Verwaltung bis Mitte des Jahres 2020 berichtet werden – diese werden allerdings durch die Corona-Krise verzögert. Sobald diese Zwischenergebnisse vorliegen, sollen die Informationen auch veröffentlicht werden.

 

Bislang kein weiterer Bedarf an Taubenschlägen

Die GRÜNEN-Fraktion erkundigt sich in ihrem Antrag zudem über bereits identifizierte „Tauben-Hotspots“ und den möglichen Bedarf weiterer Taubentürme/Taubenschläge. Vermutet werden laut Stadtverwaltung diese Hotspots an den folgenden Stellen: Europaplatz, Kronenplatz, Ostring/Kreuzungsbereich Wolfartsweierer Straße. Zum aktuellen Zeitpunkt hat der Verein Stadttaubenkonzept Karlsruhe e. V. allerdings keinen weiteren Bedarf an Taubenschlägen gegenüber der Stadt geäußert. Ebenfalls keinen Handlungsbedarf sieht der Verein in Bezug auf den Taubenturm an der B36/Lindenallee – welcher laut Anfrage der GRÜNEN „nur wenigen Tauben Platz biete“.

Des Weiteren will die GRÜNEN-Fraktion wissen, welche Veranlassung die Stadtverwaltung sah, die Tauben am Waldstadtzentrum umzusiedeln? Bisher wurden etwa 350 Tauben aus dem Gebiet im Waldstadtzentrum in den Taubenschlag im Schul- und Sportamt umgesiedelt. Dies geschah, so die Stadtverwaltung, auf Empfehlung des Vereins Stadttaubenkonzept Karlsruhe e. V., welche die Umsiedlung aufgrund der Größe der Population in diesem Gebiet favorisierte.

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